Relegation der Volleyballer VG Delmenhorst-Stenum kann Geschichte schreiben

Von Daniel Niebuhr

Christian Carus (rechts) greift mit der VG Delmenhorst-Stenum nach dem Regionalliga-Aufstieg. Foto: TobisChristian Carus (rechts) greift mit der VG Delmenhorst-Stenum nach dem Regionalliga-Aufstieg. Foto: Tobis

Delmenhorst. Die Männer der VG Delmenhorst-Stenum können es als erstes Team aus Delmenhorst in die Volleyball-Regionalliga schaffen. Die Verantwortlichen haben für einen Aufstieg schon Grünes Licht gegeben.

Volleyball ist für Susanne Schalk eigentlich immer ein Lieblingsthema, nach Jahrzehnten in diesem Sport hat die Trainerin der VG Delmenhorst-Stenum diverse abendfüllende Anekdoten zu erzählen. Es ist deshalb bemerkenswert, dass sie in diesen Tagen keine große Lust mehr hat, über Volleyball zu reden, denn auch ihre Geduld ist allmählich am Ende. „Es muss jetzt gespielt werden. Wenn es noch länger dauert, werde ich kirre“, sagt sie fast schon flehentlich.

Zum Glück muss sie nur noch bis Sonntag warten: Um 11 Uhr beginnt in der heimischen Halle am Blücherweg eine drei Teams umfassende Relegationsrunde, die lokale Sportgeschichte schreiben könnte. Die Männer der VG Delmenhorst-Stenum spielen zunächst gegen die SG STV/MTV Salzgitter und im Erfolgsfall dann gegen den Oldenburger TB – bei zwei Siegen hätte Delmenhorst erstmals einen Volleyball-Regionalligisten. Schalk ist ansonsten auch vor großen Spielen ein Muster an Gelassenheit, doch dieses Mal, gesteht sie, „bin ich extrem aufgeregt“.

Grünes Licht für Regionalliga

Ihre Mannschaft geht mit Heimvorteil, aber doch als leichter Außenseiter in die Entscheidungsspiele, die VG ist ja als Dritter der Oberliga 1 noch reingerutscht, weil Meister VSG Ammerland II nicht aufsteigen darf. Susanne Schalk hat den Oberliga-2-Vizemeister Salzgitter auf Video und den Regionalliga-Drittletzten Oldenburg live vor Ort gesehen und befindet: „Oldenburg ist im Normalfall stärker als wir. Aber wir werden sehen, was der Tag bringt.“

Sollte der Sieger am Ende tatsächlich Delmenhorst-Stenum heißen, gäbe es kein Zurück mehr. Schalk hat die entscheidenden Gespräche mit den Vereinsverantwortlichen schon geführt – und die haben Grünes Licht für die Regionalliga gegeben, die nicht nur sportlich einen Quantensprung bedeuten würde. In der Oberliga war die VG an 13 Wochenenden unterwegs, in der Regionalliga gäbe es 18 Spieltage mit deutlich weiteren Auswärtsreisen. In der vergangenen Saison legte die VG rund 2000 Kilometer auf der Straße zurück, in der Regionalliga wären es wohl über 3000. „Allen ist klar, dass wir dann mehr Geld auf den Tisch legen müssen, allein für Fahrten und Schiedsrichter. Von Spielern rede ich gar nicht“, sagt die Trainerin. Aber: „Wir würden das gern mal probieren.“

Schalk hofft auf Heimvorteil

Ein Aufstieg wäre die Krönung einer Erfolgsgeschichte, die vor einem Jahr im Bus von Hannover nach Delmenhorst begann. Nach einem im Entscheidungsspiel gesicherten Oberliga-Klassenerhalt fasste das Team einen guten Vorsatz. „Wir haben gesagt, dass wir nächstes Mal wieder in die Relegation gehen wollen – aber dann um den Aufstieg. Es ist Wahnsinn, dass wir das geschafft haben“, sagt Schalk.

Die Relegation soll selbst im Falle des Nicht-Aufstiegs ein Signal sein: Mit der VG wird auch in den kommenden Jahren zu rechnen sein. „Wir wollen mindestens das Spiel gegen Salzgitter gewinnen. Dann zeigen wir, dass wir es ernst meinen, wenn wir uns hohe Ziele setzen.“ Und ein Finale gegen den Nachbarn aus Oldenburg „wäre natürlich auch geil“.

In jedem Fall soll die Halle am Blücherweg am Sonntag kochen. Schalk: „Ich hoffe, dass es richtig voll wird. Wir mobilisieren alle in unserem Verein, aber hoffentlich kommen auch ein paar Neugierige.“ Es gibt ja womöglich Historisches zu sehen.