Fußball-Oberliga SV Atlas Delmenhorst spielt 1:1 vor großer Kulisse

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Delmenhorst. Die Fußballer des SV Atlas Delmenhorst holen in der Oberliga ein 1:1 gegen den SSV Vorsfelde – vor der größten Kulisse in Niedersachsens Eliteklasse seit fast drei Jahren.

Manchmal ist man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Einer leeren Wasserkiste ging es gestern Nachmittag jedenfalls so, sie stand taktisch unklug zwischen Rasen und Stadiongebäude und bekam nach dem 1:1 (0:1) des SV Atlas gegen den SSV Vorsfelde ein bisschen Vorsfelder Frust ab. Fynn Breit kickte die Kiste über die Laufbahn und verschwand dann im Kabinengang, womit der SSV-Mittelfeldspieler offensichtlich zur Mehrheit der Anwesenden gehörte, die mit dem Ergebnis nicht wirklich glücklich waren.

In den Delmenhorster Gesichtern sah man auch viel Ratlosigkeit nach einem Unentschieden, das schwer zu interpretieren war. Vorsfelde trauerte über den spät kassierten Ausgleich, Atlas dagegen über seine diversen Fehlschüsse aus besten Positionen. „Wir sind nach einem Rückstand zurückgekommen, das ist positiv“, fand Trainer Jürgen Hahn, um nachzuschieben: „Die Vorsfelder wissen aber wohl selbst nicht genau, wie sie zu diesem Punkt gekommen sind.“ Atlas-Torwart Florian Urbainski befand mit typischem Fußballer-Respekt: „Das ist eine ganz eklige Truppe.“

Von Atlas haben viele im Saisonverlauf allerdings schon Ähnliches behauptet, nicht ganz zufällig sind die beiden Aufsteiger nach wie vor Tabellennachbarn. Weder der Neunte Atlas noch der Zehnte Vorsfelde können aus dem Remis im Abstiegskampf der Fußball-Oberliga großen Nutzen ziehen, weil alle Konkurrenten ebenfalls gepunktet haben, immerhin haben beide aber den Schaden begrenzt. So stellte auch Hahn fest: „Mit etwas Pech verlieren wir. Mit dem Remis müssen wir leben.“

1100 Fans am Ostermontag

Zumindest die Atmosphäre war mal wieder Spitze für die fünfte Liga: 1100 Zuschauer waren am Ostermontag gekommen, was nicht nur der Saisonrekord war, sondern auch die größte Kulisse in der Oberliga Niedersachsen seit fast drei Jahren. „Wir hatten mit dem Wetter zuletzt Pech. Dieses Mal passte alles“, sagte Sportvorstand Bastian Fuhrken. Die Fans mussten sich aber durch eine maue erste Halbzeit quälen, in der Atlas das 5:1 in Celle vom Samstag noch in den Trikots steckte. Die Delmenhorster zeigten einen schläfrigen Auftritt mit einer Offensive, die hauptsächlich aus lang geschlagenen Bällen bestand, die Vorsfeldes robuste Abwehr selten Kopfzerbrechen bereitete. Die größte Chance war bezeichnenderweise ein Eckball von Patrick Degen, den sich Vorsfeldes Torwart Max Leiding in der 28. Minute irgendwie auf die eigene Latte boxte.

Die Vorsfelder waren wesentlich effizienter und schlossen ihren einzig nennenswerten Ausflug in den Delmenhorster Strafraum gleich eiskalt ab. Bei einem Konter in der 14. Minute rutschte erst Atlas-Kapitän Stefan Bruns weg, dann griff die Abseitsfalle nicht und schließlich traf der enteilte ivorische Ex-Profi Stephane Sylla aus spitzem Winkel ins kurze Eck. „Er stand allein vor mir, aber Eins-gegen-Eins-Situationen kann man immer halten“, meinte Keeper Urbainski.

Hein bringt frischen Wind ins Spiel

Die Pause tat Atlas dann gut, direkt danach stand Blau-Gelb mehrfach vor dem Ausgleich. Marco Prießner scheiterte aus kurzer Distanz an SSV-Torwart Max Leiding (48.), drei Minuten später köpfte Sebastian Kmiec eine von Marc Spohler verlängerte Ecke aus vier Metern wuchtig an die Latte.

Das Spiel verlagerte sich immer mehr in die Umgebung des Vorsfelder Strafraums, das 1:1 fiel schließlich eine Viertelstunde vor Schluss. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung bekam Thade Hein eine Flanke von Sebastian Kmiec vor die Füße und traf mit einem trockenen Flachschuss. „Gutes Händchen“, meinte Hahn. Hein hätte zwei Minuten vor Schluss fast sogar noch das Siegtor erzielt, setzte seinen Drehschuss aber ans Außennetz. Der Youngster ist in der Offensive, in der Lars Scholz aus sportlichen Gründen und wegen seines Fitnessrückstandes fehlte, eine immer schlagkräftigere Alternative. „Für Thade freut es mich tierisch, er hat frischen Wind gebracht“, sagte Hahn, der fand: „Die Moral war top. Letztlich kostet uns ein Fehler den Sieg, das ist Oberliga.“ Urbainski war sogar kritischer als sein Trainer: „Wir sind zu spät aufgewacht, um das Spiel noch zu gewinnen.“

Die Lage im Kampf um den Klassenerhalt ist bei fünf Punkten Vorsprung immer noch nicht zu unterschätzen. Atlas hat erwartungsgemäß auch keine Lizenz für die Regionalliga beantragt.


SV Atlas - SSV Vorsfelde 1:1

Atlas Delmenhorst: Urbainski; Kmiec, Spohler, Bruns, Mutlu - Köster, Koltonowski, Müller-Rautenberg (17. Rauh) - Degen, Prießner (85. Matta), Entelmann (72. Hein).

SSV Vorsfelde: Leiding; Weiß, Benaissa, Pollak (74. Harms), Haberecht, Breit, Blechner, Kick, Bammel (73. Hilsberg), Russo, Sylla.

Tore: 0:1 Stephane Manasse Aboubacar Sylla (15.), 1:1 Thade Hein (75.).

Schiedsrichter: Macel Klein (Hamburg) mit Luca Höft und Hassan Harb.

Zuschauer: 1100.

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