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Fußball-Oberliga SV Atlas Delmenhorst abgezockt zum 5:1 in Celle

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Hielt seine Abwehrseite weitestgehend dicht: Linksverteidiger Sebastian Kmiec. Foto: Frederik BöckmannHielt seine Abwehrseite weitestgehend dicht: Linksverteidiger Sebastian Kmiec. Foto: Frederik Böckmann

Celle. Mit einem 5:1 (3:1) beim MTV Eintracht Celle hat der SV Atlas Delmenhorst in der Fußball-Oberliga den ersten Sieg im Jahr 2018 gefeiert. Der Atlas-Auswärtssieg fällt auch deswegen so deutlich aus, weil der SVA seine Möglichkeiten konsequenter nutzt als Celle.​

Die Spieler antworteten auf den Schlusspfiff mit einem lauten Jubelschrei, die Trainer klatschten sich zufrieden ab und mit den schon lange vorher feiernden Fans gab es schließlich die gemeinsame Welle: Als der SV Atlas Delmenhorst am Karsamstag um 17.47 Uhr mit dem 5:1 (3:1) beim MTV Eintracht Celle den ersten Sieg im Jahr 2018 in der Fußball-Oberliga eingetütet hatte, war bei den Blau-Gelben auf allen Ebenen die kollektive Erleichterung spürbar. „Endlich haben wir uns für eine gute Leistung belohnt“, sagte Atlas-Trainer Jürgen Hahn nach dem Spiel. 

In den vorherigen Partien in diesem Jahr beim TuS Bersenbrück (1:3), gegen Eintracht Northeim (2:2) und beim VfL Oldenburg (2:4) hatte der SVA zwar viele gute Phasen gezeigt. Aus den drei Spielen gegen die drei Aufstiegsanwärter eben aber auch nur einen Zähler geholt. Die drei Punkte nach den fünf Toren von Stefan Bruns (14.), Sebastian Koltonowski (28.), Marco Prießner (35.), Patrick Degen (60.) und Oliver Rauh (87.) waren vor dem Heimspiel am Ostermontag (15 Uhr) gegen den Mit-Aufsteiger SSV Vorsfelde aber auch mit Blick auf die Tabelle wichtig, denn der SVA hielt seinen Vier-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsränge. „Jetzt ist ein ganz bisschen Druck raus“,  sagte Hahn. „Aber wir müssen wachsam bleiben.“

Atlas überzeugt mit Einstellung, Teamgeist und Organisation

Vor 230 Zuschauern entwickelte sich in direkter Nachbarschaft zum mit 11.000 Zuschauer fassenden Günther-Volker-Stadion des früheren Atlas-Rivalen TuS Celle ein 60 Minuten lang durchaus munteres Spiel. Fußball-Feinkost wurde nicht geboten, weil die Bodenverhältnisse auf dem Eintracht-Platz trotz 130 Tage langer Spielpause zu schlecht waren. „Aber wir haben die Umstände gut angenommen“, freute sich Hahn und zählte die aus seiner Sicht entscheidenden Faktoren für den Auswärtssieg auf: „Einstellung, Teamgeist, Organisation.“ 

Außerdem ging in taktischer Hinsicht der Offensiv-Plan der Gäste voll auf. Der sah laut Hahn so aus: „Bei Standardsituationen gefährlich sein und schnell umschalten.“ Die ersten beiden Tore fielen im Anschluss nach Ecken von Patrick Degen, die Tore drei bis fünf der Gäste nach Kontern.

Celle ärgert sich über vergebene Chancen

Es war jedoch nicht so, dass Celle völlig chancenlos war. Im Gegenteil. In der mit vielen Zweikämpfen sehr intensiv geführten ersten Halbzeit hatten der MTV, der wie Atlas in den vergangenen fünf Jahren vier Mal aufgestiegen und mit einem Mini-Etat (55.000 Euro) in die Oberliga gegangen war, zunächst drei erstklassige Möglichkeiten. Serhat Aykol schoss neben das Tor (8.), Marvin-Luca Janke über das Tor (15.) - statt einem 1:0 oder 1:1 lag Celle deshalb mit 0:2 hinten.

„Wir schaffen es nicht, den Ball über die Linie zu drücken“, ärgerte sich Eintracht-Trainer Hilger Wirtz von Elmendorff darüber, dass seiner Mannschaft trotz des zwischenzeitlichen 1:2 durch Bastian Hattendorf (32.) zur Pause mit 1:3 zurücklag. „Nachlässig“, nannte Hahn das Defensivverhalten seiner Hintermannschaft bei diesen drei Chancen für Celle. „Das 1:3 war war für meine Mannschaft ziemlich schlimm, weil sie viel probiert hat und zur Halbzeit keine zwei Tore schlechter war“, fand Wirtz von Elmendorff. „Dadurch ist es für uns im zweiten Durchgang schwierig geworden, weil Delmenhorst gut verteidigen kann.“

Atlas nutzt Möglichkeiten konsequenter

Dass Atlas am Ende die Punkte aus der südlichen Lüneburger Heide mitnahm, lag bei einem Chancenverhältnis von 9:6 für die Gäste auch an der konsequenteren Verwertung der Möglichkeiten - denn der SVA präsentierte mit seinen drei flinken und gut aufgelegten Angreifern Degen, Prießner und Rauh einfach abgezockter. Oder, wie es Celles Trainer Wirtz von Elmendorff ausdrückte: „Atlas war cleverer, wuchtiger und abgeklärter.“ 

Zudem hatte Atlas einen mit Florian Urbainski dieses Mal sehr sicheren Rückhalt im Tor. Vor allem bei der Doppelchance für die Celler Serhat Akyol und Daniel Ruchartz parierte Urbainski auch für Hahn „sehr stark“ (58.). Statt möglicherweise nur noch 3:2 für Atlas hieß es stattdessen wenig später nach Degens Treffer 4:1 für den SVA (60.). Danach war die Partie entschieden - und Hahn wechselte wenig kurz danach wohl auch mit Blick auf das Ostermontag-Spiel gegen Vorsfelde die Leistungsträger Prießner und Nick Köster schon frühzeitig aus. 

Scholz aus sportlichen Gründen nicht im Kader

Damit blieb beim SVA nach dem Spiel nur noch eine Frage offen: Warum war Lars Scholz nicht im Kader? Hahn begründete dies ausschließlich mit sportlichen Gründen und dem auch sichtbaren Fitness-Rückstand des Angreifers: „Wir haben glücklicherweise in der Offensive viele Optionen. Simon Matta hat engagiert trainiert und sich deshalb den Kaderplatz verdient“, erklärte Hahn. Er hoffe, dass der sich immer wieder mit kleineren Verletzungen herumplagende Scholz „die richtigen Schlüsse“ aus seiner Nichtnominierung ziehe. Der Atlas-Trainer betonte auch: „Für die nächste Woche werden die Karten wieder neu gemischt. Jeder kann an sich arbeiten.“​


Celle: Rienass - Ruchatz, Borchert, Stech, Ehlers - von Elmendorff, Nachtwey, Struwe (77. Stech) - Hattendorf (67. Marquardt), Akyol (67. Doumbouya) - Janke.

Delmenhorst: Urbainski - Mutlu, Spohler, Hartmann (75. Hein), Kmiec - Bruns, Köster (61. Immerthal), Koltonowski - Rauh, Prießner (63. Entelmann), Degen.

Tore: 0:1 Stefan Bruns (14.), 0:2 Sebastian Koltonowski (28.), 1:2 Bastian Hattendorf (32.), 1:3 Marco Prießner (35.), 1:4 Patrick Degen (60.), 1:5 Oliver Rauh (85.).

Schiedsrichter: Felix Bahr (Ahlerstedt) mit Jan-Luca Wilken und Jan-Ole Schlüter.

Zuschauer: 230 (davon die Hälfte aus Delmenhorst).

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