2. Fußball-Bundesliga TV Jahn Delmenhorst besiegt Turbine Potsdam II

Von Klaus Erdmann

Sensation durch die Jahn-Frauen: Der Zweitliga-Aufsteiger feierte am Samstag im Stadion ein 4:1 gegen den favorisierten 1. FFC Tubine Potsdam II. Auf unserem Foto behauptet sich Nadine Poppen (rechts) gegen U19-Nationalspielerin Melissa Kössler.Foto: Rolf TobisSensation durch die Jahn-Frauen: Der Zweitliga-Aufsteiger feierte am Samstag im Stadion ein 4:1 gegen den favorisierten 1. FFC Tubine Potsdam II. Auf unserem Foto behauptet sich Nadine Poppen (rechts) gegen U19-Nationalspielerin Melissa Kössler.Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Den Zweitliga-Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst ist eine Sensation gelungen: Sie feierten am Samstag einen 4:1-Heimsieg über Turbine Potsdam II, das vom ersten auf den zweiten Rang zurückfiel. Eine taktische Glanzleistung bescherte den ersatzgeschwächten Delmenhorsterinnen den ebenso überraschenden wie verdienten Sieg.

Mit dem 4:1 (2:1) über Meisterschaftsanwärter 1. FFC Turbine Potsdam II haben die Fußballerinnen des Zweitligisten TV Jahn am Samstagvormittag im Stadion für eine Sensation gesorgt. Der Aufsteiger freute sich über seinen vierten Sieg im 17. Spiel. Die als Spitzenreiter angereisten Gäste, die im Hinspiel ein 9:1 feierten, fielen auf Rang zwei zurück. Neue Nummer eins ist Borussia Mönchengladbach.

Der TV Jahn, der auf die Stammspielerinnen Magdalena Flug, Anna Mirbach und Malin Knodel verzichten musste, verbuchte einen überraschenden und verdienten Sieg, dem eine taktische Glanzleistung zugrunde lag.

Jennifer Cramer bringt Potsdam in Führung

Die ersten Gelegenheiten gehörten Potsdam II: In der 4. Minute parierte Jannika Ehlers einen Schuss von U19-Nationalspielerin Melissa Kössler und drei Minuten später verfehlte Lina Albrecht das Ziel nur knapp. Es deutete sich bereits in der Anfangsphase an, dass der Außenseiter natürlich auf eine massive Defensive setzte, aber auch immer wieder mit gekonnt vorgetragenen Kontern für Gefahr sorgte. In der 15. Minute verpasste Neele Detken die Führung und in der 23. Minute wurde Julia Hechtenberg im letzten Moment abgeblockt. Nach einer Linksflanke schaltete die 23-fache Nationalspielerin Jennifer Cramer in der 28. Minute am schnellsten und drückte das Leder aus kurzer Entfernung über die Linie – 0:1. Das Spiel schien den erwarteten Verlauf zu nehmen.

Jahn führt zur Pause mit 2:1

Doch die kampfstarken Gastgeberinnen ließen sich nicht entmutigen. Nach einem Foul von Angelina Barthel an Detken verwandelte Nathalie Heeren den Elfmeter zum Ausgleich (37.). Für den Höhepunkt der ersten Halbzeit sorgte Stefanie Herzberg, der mit einem 20-Meter-Schuss in den linken Winkel das 2:1 gelang (45.).

Neele Detken trifft zweimal

Nach der Pause erhöhte Potsdam den Druck. In der 56. Minute bot sich Kössler eine große Chance, doch sie traf, nachdem sie Ehlers umkurvt hatte, nur den Pfosten. Detken machte es in der 70. Minute besser. Nach einem exakten Zuspiel von Heeren setzte sie sich gegen Schlussfrau Marie Heinze durch und schob das Spielgerät zum 3:1 ins Netz. Doch damit nicht genug: Lediglich vier Minuten später gewann Detken das Duell mit der Potsdamer Torhüterin erneut und markierte das 4:1. Dabei profitierte die Torschützin von einer hervorragenden Vorlage von Bianca Becker.

Der Gast steckte nun auf, stand aber noch vor der Resultatsverbesserung. In der 79. Minute köpfte Kössler den Ball neben das Tor, fünf Minuten später parierte die sichere Ehlers einen Schuss von Lea Nitschke und in der 85. Minute rettete Kira Grotheer auf der Linie.

Jahn-Trainer Claus-Dieter Meier lobt alle Spielerinnen

Jahn verdiente sich am Samstag ein Gesamtlob, kämpfe bravourös, bot aber auch in spielerischer Hinsicht einen überzeugenden Auftritt. Das lässt sich vom 1. FFC Turbine Potsdam II, der mit nur 13 Spielerinnen angereist war, nicht behaupten. Das Spitzenteam ließ in dieser Hinsicht viele Wünsche offen, spielte ideenlos und erlaubte sich erstaunlich viele Fehler. Jahns Trainer Claus-Dieter Meier lobte alle Spielerinnen und betonte, dass die Mannschaft die Taktik gut umgesetzt habe.