Meilensteine der 1. Kreisklasse TuS Hasbergen auf dem Weg zu einer historischen Saison

Von Lennart Bonk

Netzte für den TuS Hasbergen bereits sieben Mal ein: Dominik Lersch (2. v. l.), hier im Zweikampf mit Marcel Gäbe (TV Jahn II). Foto: Rolf TobisNetzte für den TuS Hasbergen bereits sieben Mal ein: Dominik Lersch (2. v. l.), hier im Zweikampf mit Marcel Gäbe (TV Jahn II). Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Mit 15 Siegen in den ersten 15 Ligaspielen hat der TuS Hasbergen eine neue Bestmarke in der 1. Kreisklasse Oldenburg Land/Delmenhorst aufgestellt. Der Stadtteil-Club befindet sich auf dem Weg zu einer geschichtsträchtigen Kreisklassen-Saison. Das sind die bisherigen Bestmarken der 1. Kreisklassen.

Am Freitag, 23. März, Punkt 21.17 Uhr – war es besiegelte Sache: Der TuS Hasbergen hat mit einem 4:0-Sieg beim TSV Großenkneten II seine ersten 15 Ligaspiele in der 1. Kreisklasse Oldenburg Land/Delmenhorst für sich entschieden und damit Einzug in die Annalen der Spielklasse erhalten. Seit der Zusammenlegung der Fußballkreise Oldenburg-Land und Delmenhorst im Jahre 2012 ist dieses Kunststück noch keinem anderen Verein gelungen. Mit der beeindruckenden Form, die der Seriensieger seit Spieltag eins auf den Platz bringt, ist der Turn- und Sportverein aus dem Stadtnorden auf dem besten Weg, sich in den Annalen zu verewigen. Jedoch muss die Truppe von Andreas Lersch und Tim Müller noch einige Meilensteine passieren, ehe sie am letzten Spieltag auf eine wahrlich historische Saison zurückblicken kann.

Längste Serie hielt 21 Siege

Nach den bisher fünf Kreisklassen-Spielzeiten seit der Kreis-Fusion halten andere Vereine die Rekorde. Die längste Siegesserie weist der aktuelle Tabellennachbar der Hasberger – RW Hürriyet Delmenhorst – auf, der 21 Erfolge am Stück hinlegte. Dem Meister der Saison 2012/2013 gelangen insgesamt 24 Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage. (Weiterlesen: Delmenhorster Fußballer üben Druck aus – „Die Zeit ist reif Kunstrasenplätze“)

Hürriyet und DTB sammelten die meisten Punkte

Wenn es um die höchste je erreichte Punktzahl und die meisten Siege in einer Saison geht, teil sich Hürriyet mit dem Delmenhorster TB den Platz an der Spitze. Genau wie der Nachbarverein heimste der Turnerbund in 28 Spielen 75 Punkte ein. Davon siegte der DTB genau wie Hürriyet in 24 Partien, spielte drei Mal Unentschieden und verlor lediglich eine Begegnung. Bei den Hasbergern stehen nach 15 Spielen optimale 45 Punkte auf dem Konto. 15 Begegnungen hat der Liga-Primus noch vor der Brust. Mit Blick auf die laufende Saison könnte die Bestmarke durchaus vom TuS Hasbergen pulverisiert werden.

Dötlingen schaffte es bereits ungeschlagen in die Kreisliga

Das Wunder des ungeschlagenen Aufstiegs hat bereits der TV Dötlingen vollbracht. Ohne Niederlage stiegen die Dötlinger in der Spielzeit 2013/2014 von der Kreisklasse in die Kreisliga auf. Damals gelangen dem TVD 21 Siege. Dazu kamen sieben Unentschieden. Der TuS Hasbergen würde bei einer Kreisklassen-Saison ohne Niederlage zwar keine Premiere in der Spielklasse feiern, könnte jedoch mit einer besseren Punkteausbeute eine neue Bestmarke setzen.

Turnerbund ballerte sich zum Titel

Mit schier unersättlichem Torhunger ist der Delmenhorster TB in der vergangenen Saison zur Kreisklassen-Meisterschaft gestürmt. 120 Treffer erzielten die Turnerbündler in 28 Begegnungen. Mit jeweils 114 Treffern teilen sich der TSV Ippener (Meister 2015/2016) und der SV Atlas (Vizemeister 2016/2017) den zweiten Rang. Nach 15 Spielen hat der TuS Hasbergen 62 Tore auf dem Konto. In den verbleibenden Begegnungen müssten Kicker vom Tell mindestens 59-mal treffen, um sich an die Spitze der torgefährlichsten Kreisklassen-Teams zu schießen. Statistisch gesehen müsste die Lersch-Müller-Elf pro Spiel 4,46 Tore erzielen – eine schwere Aufgabe. Der ewige Rekord in der schon 2005 installierten gemeinsamen 1. Kreisklasse Oldenburg-Land/Delmenhorst liegt sogar noch höher. 2010/11 schoss der SC Colnrade in 26 Spielen 124 Tore.

Abwehr-Bollwerk blieb Aufstieg verwehrt

Wenn es darum ging, mit einer weißen Weste über 90 Minuten zu kommen, konnte bislang keiner dem TSV Ganderkesee II in der Kreisklasse das Wasser reichen. In 28 Partien kassierten die Ganderkeseer in der vergangenen Saison lediglich 23 Gegentore – also 0,82 pro Spiel. Aufgrund des Verbleibs der Erstvertretung in der Kreisliga, musste das Abwehr-Bollwerk des Vizemeisters in der 1. Kreisklasse verbleiben. Die beste Aufstiegs-Defensive stellte der SV Atlas in der Spielzeit 2012/2013 mit 24 Gegentreffern in 28 Begegnungen (0,857 Gegentore pro Spiel). Bislang stehen beim nördlichsten Stadtteil-Club zehn Gegentreffer zu Buche, was einer Quote von 0,66 Gegentreffern pro Spiel entspricht. Auch in puncto Beton-Abwehr kann der TuS eine neue Bestmarke setzen.

Den Aufstieg fest im Blick

Mit der aktuellen Bilanz und Form kann man dem TuS Hasbergen zutrauen, dass er sich mit neuen Bestmarken in den Annalen der 1. Kreisklasse verewigt. Doch bis zu einem wirklich historischen Aufstieg muss der Stadtteil-Club noch einige Meilensteine passieren. Für die Hasberger sind diese Gedankenspiele allerdings nicht von großer Interesse. „Die Bilanz sieht auf dem Papier natürlich gut aus, aber für uns ist das völlig uninteressant“, kommentiert TuS-Trainer Tim Müller die möglichen Bestmarken, die sein Team aufstellen könnte. Als Coach geht sein Blick bereits in die Zukunft: „Das bringt uns für die folgenden Spielzeiten keine Vorteile. Wir haben uns mit dem Aufstieg ein Ziel gesetzt und das haben wir jetzt fest im Blick.“