Korbball beim TSV Heiligenrode Charline Sündermann spielt Korbball in der Bundesliga

Von David Zeiser

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Charline Sündermann (oben, 2. von rechts) wurde mit dem TSV Heiligenrode II in der Niedersachsensliga Achter und rückt nun ins Bundesliga-Team auf. Foto: TSV Heiligenrode/Tanja CordesCharline Sündermann (oben, 2. von rechts) wurde mit dem TSV Heiligenrode II in der Niedersachsensliga Achter und rückt nun ins Bundesliga-Team auf. Foto: TSV Heiligenrode/Tanja Cordes

Stuhr. Die Korbballspielerin Charline Sündermann aus Groß Mackenstedt rückt beim TSV Heiligenrode in die Bundesliga-Mannschaft auf. Ihr Landkreis ist eine Hochburg in einem Sport, den sie woanders oft erklären muss.

Korbball hat eine durchaus stolze Tradition und war in den 1950ern mal hinter Fußball und Handball die Nummer drei unter den Ballspielen in Deutschland – dennoch muss Charline Sündermann jedes Mal wieder weit ausholen, wenn sie über ihre Sportart spricht. „Die Regeln muss ich immer erklären“, sagt die Groß Mackenstedterin schmunzelnd.

Das tut die 19-Jährige aber gern, sie ist eine von rund 14.000 Korballerinnen in Deutschland – und zwar eine der besseren. Sündermann, die in Delmenhorst eine Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print absolviert, spielt beim Bundesligisten TSV Heiligenrode, in dessen erste Mannschaft sie zur kommenden Saison 2018/19 aufrückt. Sie spielt im Feld – und zwar lieber in der Verteidigung als im Angriff. „Alle Positionen sind gleich anstrengend und erfordern höchste Konzentration beim Verteidigen, da jeder jeweils zwei Angreifer verteidigen muss“, sagt sie. Eine Mannschaft besteht aus vier Feldspielerinnen und einer Korbhüterin.

Vier Bundesligisten im Landkreis Diepholz

In der abgelaufenen Saison spielte Sündermann noch im zweiten Heiligenroder Team, das sich in der zweitklassigen Niedersachsenliga mit Rang acht begnügen musste. „Immerhin sind wir nicht abgestiegen“, sagt Sündermann. Im Nord-Pokal erreichte man das Viertelfinale und scheiterte beim sechsfachen Deutschen Meister SG Findorff mit 10:13. Die Stärke der TSV-Teams ist das gute Zielwasser: Die Heiligenroderinnen versuchen ihr Glück häufig mit Distanzwürfen – oft mit Erfolg. „Bei unserem Training kommt es nicht so sehr auf Taktik an, die ist meistens dieselbe. Wir trainieren vielmehr das platzierte Werfen.“

Korbball ist Anfang des 20. Jahrhunderts vom Basketball abgeleitet worden, mit seinen Eigenarten im modernen Sport aber ohne Zweifel ein Kuriosum. Ligabetrieb gibt es nur für Frauen und hauptsächlich in regionalen Hochburgen. Mehr als ein Drittel der deutschen Korbballerinen kommt aus dem Raum Schweinfurt, auch der Bezirk Weser-Ems stellt viele Aktive. Mit Heiligenrode, DM-Teilnehmer TuS Sudweyhe, dem TSV Barrien und der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst kommen allein vier Clubs in der in zwei Staffeln organisierten Bundesliga aus dem Landkreis Diepholz. „Da ist das eine große Nummer, in Delmenhorst schon nicht mehr“, meint Sündermann. Wobei: Delmenhorst war immerhin mal Austragungsort der Deutschen Meisterschaft – allerdings vor 62 Jahren.

Exotische Regeln

Die Regeln sind teilweise etwas exotisch. Auf dem Weg über das 38 Meter lange Spielfeld zum 2,50 Meter hohen Korb darf eine Spielerin den Ball höchstens drei Sekunden in der Hand halten. Für Aufsehen sorgte der Passus, dass Korbhüterinnen eine Körpergröße von 1,78 Metern nicht überschreiten dürfen. Radio Bremen berichtete vor Jahren über Monica Duncan von Werder Bremen, die einen Millimeter zu groß war und zwangsweise im Feld spielen musste. „Die Regel ist manchmal bitter. Aber so ist es nun einmal“, sagt Sündermann.

Für sie geht es beim Korbball aber eher um Gemeinschaft als um Ehrgeiz. Sie hat schon in der Grundschule zusammen mit Freunden mit dem Sport begonnen. „Aus Teamkollegen sind Freunde geworden“, sagt sie. Und im Freundeskreis muss sie auch die Korbball-Regeln nicht mehr erklären.


Korbball ist eine abgewandelte Form des Basketballs und wird in Deutschland fast nur von Frauen ausgeübt. Es befinden sich zwei Körbe auf den gegenüberliegenden Seiten eines 38×19 Meter großen Feldes. Ziel des Spiels ist es, so viele Körbe wie möglich zu werfen. Man darf dabei mit dem Ball drei Schritte laufen, muss diesen dann einmal auf den Boden prellen und darf anschließend wieder drei Schritte gehen, bevor man den Ball t abspielen muss. Ein Spiel dauert 2x20 Minuten. Die 2,50 Meter hohen Körbe stehen frei. Um die Körbe ist ein Radius von drei Metern gezogen, der nur von der Korbhüterin des eigenen Teams betreten werden darf. Neben dieser stehen noch vier weitere Feldspielerinnen auf dem Feld.

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