1. Fußball-Kreisklasse Offensivfeuerwerk zwischen Hicretspor und Ganderkesee II

Von Andreas Bahlmann

Duell auf Augen- und Fußhöhe: Ganderkesees Alexander Ruge (links) gegen Hicrets Anil Erol. Foto: Rolf TobisDuell auf Augen- und Fußhöhe: Ganderkesees Alexander Ruge (links) gegen Hicrets Anil Erol. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. 15. Spiel, 15. Sieg: Der TuS Hasbergen stürmt in der 1. Fußball-Kreisklasse unaufhaltsam der Kreisliga entgegen. Im Abstiegskampf der 1. Fußball-Kreisklasse hat der TV Jahn Delmenhorst II ein weiteres Lebenszeichen gesendet. Das 3:1 gegen die SF Wüsting war der zweite Sieg in Folge.

TSV Großenkneten II – TuS Hasbergen 0:4. Jonas Müller (18.), Dominik Lersch (46./77.) und Jan Giza (61.) erzielten die Treffer für den unangefochtenen Spitzenreiter. TSV-II-Trainer Andreas Gronewold erkannte die auch in der Höhe verdiente Niederlage neidlos an. „Gegen Hasbergen kannst du nur in Bestbesetzung bestehen. Und selbst dann brauchst du noch einen Granatentag. Die sind spielerisch einfach richtig gut. Wir haben auch in der Höhe verdient verloren.“ Großenkneten II verlor nicht nur die Begegnung, sondern auch noch Marco Möhring per Gelb-Rot (65., wegen Meckern).

TV Jahn Delmenhorst II - SF Wüsting 3:1. „Die Einstellung unserer gesamten Mannschaft ist top. Das war Effizienz pur!“, schwärmte Jahns Coach Frank Oehlmann nach dem zweiten Sieg hintereinander und den Toren von Arne Janßen (26.), Daniel Suderburg (30.) und Frank Palubitzki (88.). Gegen die spieltechnisch starken Gäste stemmte sich der TVJ mit Leidenschaft und Kampf. Dazu brachte Jahns Torhüter René Marks die gegnerischen Angreifer mit seinen Paraden zur Verzweiflung. Es passte ins Bild der enttäuschenden Gäste, dass der sonst so sichere Elfmeterschütze Darvin Winkler per Strafstoß an Marks scheiterte (60.). Wüsting verkürzte zwar zwischenzeitlich durch Andre Pieper auf 1:2 (70.), zu mehr reichte es aber nicht. „Die Niederlage war völlig unnötig“, hieß es aus dem Lager der Gäste nach der Partie.

FC Hude II - TV Munderloh II 1:0. „Das war ein dreckiger Sieg für uns“, fasste Hudes Trainer Stefan Hilgenberg das hart umkämpfte Derby zusammen. Der Huder Siegtreffer durch Sebastian Voigt (51.) fiel aus einem Strafraumgewühl heraus. Auf dem sehr holprigen Platz versuchten es beide Teams mit vielen langen Bällen. Munderloh hatte zwar mehr Spielanteile, Hude dafür die besseren Chancen. In der hektischen und hitzigen Schlussphase schickte Schiedsrichter Jörn Peters den temperamentvoll agierenden Hilgenberg hinter die Bande, zeigte Philipp Brumund Gelb-Rot (80., wiederholtes Foulspiel) und stellte Justin Schmidt kurz nach seiner Einwechselung mit glatt Rot vpoim Platz (88., grobes Foulspiel). TVM-Trainer Michael Schröder fand die Pleite schade. „Das war wohl verdient, aber wir hätten hier gerne einen Punkt mitgenommen.“

KSV Hicretspor - TSV Ganderkesee II 3:3. Hicretspor spielte von Anfang an sehr offensiv, agierte jedoch in der ersten Halbzeit ohne Durchschlagskraft und vernachlässigte dabei zu sehr die Defensive. Die konter- starken Gäste bestraften das sehr effektiv mit einem Doppelschlag durch Niklas Hoier (24.) und Jean-Michel Dietrich (26.). Nach der Pause wurden die KSV-Angriffe präziser und Hakan Kabausagi (52.), Timur Cakmak (56.) und Germain Martens (76.) knackten mit ihren Toren nicht nur die TSV-Defensive, sondern drehten das Spiel – 3:2. Der Rückstand entfachte noch einmal die letzten Reserven und den Kampfgeist der Gästemannschaft und Lukas Löffler (81.) rettete mit seinem Tor zum 3:3 dem TSV zumindest noch einen Punkt. „Die Mannschaft hat einen tollen Teamspirit bewiesen, da ist das Ergebnis dann zweitrangig“, war TSV-Trainer Andreas Dietrich zufrieden. KSV-Trainer Timur Cakmak haderte mit den vielen vergebenen Chancen, fand das Ergebnis aber „in Ordnung“.

Vorteil Ganderkesee II. Alexander Ruge (rechtds) ist einen Schritt eher am ball als Hicrets Spielertrainer Timur Cakmak. Foto: Rolf Tobis

FC Hude III - VfL Wildeshausen II 1:5. Spielertrainer Dennis Bürmann redete nicht lange um den heißen Brei herum: „Das war nicht viel von uns, das war einfach schwach. Nun müssen wir versuchen, uns noch von unten heraus zu punkten.“ FC Hude III war in Hälfte eins überhaupt nicht bei der Sache und lag deshalb durch nach einem Hattrick von Henning Nitzsche (3./9./20.) und einem unglücklichen Eigentor von Maik Zywina (35.) mit 0:4 zurück. Nach der Pause verteidigte Hude III zwar besser, traf aber selbst nur durch Ulf Wiechmann zum 1:4 (88.), während Wildeshausens Alexander Kricke den Endstand erzielte (90.)

VfL Stenum II - TV Falkenburg 2:5. Stenum-II-Trainer Uwe Hammes fand nach der dritten Niederlage in Folge deutliche Worte. „Die zweite Halbzeit war unterirdisch von uns. Unser Start nach der Winterpause ist katastrophal, wir kommen gar nicht richtig in die Spur.“ Marco D‘Elia (21.), Florian Erhorn (64.), Fabio d’Ambrosio per Eigentor zum 3:1 (66.) und Torjäger Dominique Streif (76./81.) trafen für die Gäste. „Wir waren eindeutig überlegen“, sagte TVF-Trainer Georg Zimmermann. Für den VfL Stenum II erzielten Kevin Sass (35., Elfmeter nach Foul an Timm Strodthoff) und Tammo Oetken (84.) die Tore.

Vielstedt - Tungeln 1:4. Der schwache Auftritt seiner Mannschaft erzürnte Vielstedts Trainer Hans Borchers: „Eigentlich bin ich sprachlos! Das war eine ganz schlechte Vorstellung von uns und absolut unnötig!“ Der TuS fand zu keinem Zeitpunkt die richtige Einstellung zum Spiel. Das zwischenzeitliche 1:2 durch Florian Ischen (43.) war einer der wenigen Vielstedter Lichtblicke. Für den SV Tungeln trafen Dennis Böden (15./70.) und Florian Fröhlich (35./50.).

Hürriyet - Colnrade 3:2. Es war ein hart erkämpfter Sieg für Hürriyet. Zwar führte RWH nach zwei Sonntagsschüssen von Kadir Gür (16., 35-Meter-Bogenlampe) und Cenan Coskun (20., Flatterball aus 25 Metern) mit 2:0. Doch Colnrade steckte nie auf – auch nach dem 0:3 durch Mahmut Ekici nicht (67.). Für die Gäste verkürzten in der Schlussphase der mit unbändigem Kampfgeist vorangehende Spielertrainer Sascha Albers (76.) und Frank Lehnhoff (83.). Aber Hürriyet rettete die Führung über die Zeit.