zuletzt aktualisiert vor

Fußball-Oberliga SV Atlas verliert trotz guter Leistung beim VfL Oldenburg

Von Lars Pingel

Mit vollem Einsatz: Steven Müller-Rautenberg (links) bot mit dem Oberliga-Team des SV Atlas Delmenhorst beim Tabellendritten VfL Oldenburg um Justin Tjardes eine gute Leistung. Trotzdem verloren die Delmenhorster das Nachbarschaftsduell vor 705 Zuschauer mit 2:4 (1:2). Foto: Lars PingelMit vollem Einsatz: Steven Müller-Rautenberg (links) bot mit dem Oberliga-Team des SV Atlas Delmenhorst beim Tabellendritten VfL Oldenburg um Justin Tjardes eine gute Leistung. Trotzdem verloren die Delmenhorster das Nachbarschaftsduell vor 705 Zuschauer mit 2:4 (1:2). Foto: Lars Pingel

Oldenburg. Gut gekämpft, alles gegeben – doch am Ende setzte es die zweite Niederlage im dritten Spiel in diesem Jahr: Die Oberliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben das Nachbarschaftsduell vor 705 Zuschauern beim VfL Oldenburg etwas unglücklich mit 2:4 (2:2) verloren.

Sechs Tore, sieben Gelbe Karten und eine Rote Karte, ein Lattentreffer, drei Wenden und sogar eine ruhige Phase: 705 Zuschauer erlebten am Sonntagnachmittag im Stadion des VfL Oldenburg während des Nachbarschaftsduells zwischen dem gastgebenden Tabellendritten und dem SV Atlas kurzweilige eineinhalb Stunden (plus einige Minuten Nachspielzeit) Oberligafußball. Am Ende stand der SVA als unglücklicher 2:4 (1:2)-Verlierer da.

Die Entscheidung war allerdings in Sekundenbruchteilen gefallen, genauer gesagt durch einen abgewehrten Foulelfmeter und einen Zufallstreffer: Beim Stand von 2:2 scheiterte Atlas-Stürmer Marco Prießner am überragenden VfL-Torwart Jannik Zohrabian (59.). Zwölf Minuten vor Schluss rutschte dem Oldenburger Justin Tjardes der Ball, beim Versuch von der linken Außenlinie eine Flanke zu schlagen, ungewollt so glücklich über den Fuß, dass er sich unhaltbar über SVA-Torhüter Florian Urbainski rechts oben in den Torwinkel drehte.

Davon erholten sich die Delmenhorster, die zuvor glänzende Moral bewiesen hatten, nicht. Pascal Steinwender erhöhte nach einem Konter auf 4:2 (90.+2). Marten Schmidt (3./8.) hatte den VfL in Führung gebracht, Prießner (13.) und Oliver Rauh (56.) trafen für den SVA. „So ist das dann“, sagte Atlas Co-Trainer Marco Büsing: „Wenn du das entscheidende Tor nicht machst, bekommst du noch einen Gegentreffer.“

Hier geht’s zum Themenportal des SV Atlas

Der SVA-Motor kam nur langsam auf Touren. Das rächte sich, denn die Oldenburger waren sofort hellwach. Ihr zweiter Torschuss brachte dem VfL das 1:0 durch einen Abstauber von Schmidt (3.). Keine fünf Minuten später verlor Atlas im Bemühen, die Gastgeber in deren Hälfte zu stören, die Ordnung. Schmidt nahm den freien Weg zum Atlas-Tor dankend an (8.).

VfL-Trainer Dario Fossi monierte rund zwei Stunden später, dass seine Mannschaft nicht entschlossen nachgesetzt habe. „Wir hören auf, Fußball zu spielen“, haderte er. „Gegen Atlas darfst du das nicht machen. Die Mannschaft darfst du nie abschreiben, denn die Spieler haben Herz.“ In der Tat. Die Delmenhorster verzagten nicht. Dabei half ihnen, dass Prießner nach einem Pass aus der eigenen Hälfte vor Zohrabian am Ball war, diesen dann locker umkurvte und zum 1:2 einschob (13.).

In den Schlussminuten der ersten Halbzeit nahm die Partie, die eine Zeit lang etwas ruhiger geworden war, wieder mächtig Fahrt auf. Atlas hatte innerhalb von vier Minuten vier Chancen, die beste in der Nachspielzeit: Rauh kam aus etwa sieben Meter vor dem VfL-Tor zum Schuss. Den parierte Zohrabian mit einem glänzenden Reflex.

Torhüter Zohrabian und Urbainski glänzen

Nach dem Seitenwechsel bestimmte der SV Atlas das Geschehen dank starker Angriffszüge und guter Abwehrarbeit. Antreiber war Rauh. Nach einem Traumpass von ihm hatte Prießner eine dieser gerne als 100-prozentig bezeichneten Möglichkeiten. Zohrabian vereitelte sie mit einer Fußabwehr (53.). Wenig später war der starke VfL-Schlussmann aber doch geschlagen: Rauh traf aus 19 Metern in den linken Winkel: 2:2 (56.).

Und plötzlich sprach sogar Vieles für Atlas. Erst recht, als Prießner im Strafraum in einem Zweikampf im Kontakt mit Nauermann zu Fall kam (59.). Elfmeter. Prießner, der vor der Pause für eine Schwalbe Gelb gesehen hatte (29.), trat selbst an. Nächste Glanztat von Zohrabian. Der VfL bekam wieder Oberwasser, scheiterte mehrfach an SVA-Torwart Urbainski.

„Das war’s“, sagte Büsing über Zohrabians Parade. Seine düstere Ahnung sollte sich bestätigen, als Tjardes zur Flanke ansetzte. „Das war einfach Glück“, meinte Fossi über das 3:2. „Anders hätten wir dieses Spiel auch nicht gewonnen. Atlas hatte eigentlich einen Punkt verdient.“

Hier geht’s zum Themenportal des SV Atlas

Dass die Delmenhorsgter diesen nicht bekamen, verhinderte – natürlich – Zohrabian, indem er einen 25-Meter-Freistoß von Nick Köster glänzend aus dem unteren Eck kratzte (88.). Kurz zuvor hatte Atlas-Verteidiger Kevin Radke nach einem Foul die Rote Karte gesehen. Das vierte VfL-Tor, das Steinwender erzielte, blieb eine Randnotiz.

„Wir müssen gucken, dass wir unsere Punkte am Osterwochenende holen“, sagte Büsing während der Pressekonferenz. „Angesichts der Leistung und der Einstellung der Mannschaft bin ich optimistisch“, fuhr er mit Blick auf die Partien bei Eintracht Celle (Samstag, 16 Uhr) und gegen den SSV Vorsfelde (Montag, 15 Uhr) fort. Dann schaute Marco Büsing noch einmal wenig erfreut auf das vergangene Derby zurück. „Ich möchte mich für einige Äußerungen von der Tribüne entschuldigen“, sagte der Atlas-Co-Trainer zu den VfL-Spielern, ihren Trainern und Betreuern.


VfL Oldenburg: J. Zohrabian - Köhler, Isailovic, Steinwender, Lubaca (88. A. Zohrabian), Frenzel, Kaissis (57. Kaissis), Nauermann, Schmidt (64. Osei), Tjardes, König.

SV Atlas Delmenhorst: Urbainski - Radke, Bruns, Spohler, Mutlu (46. Witte) - Köster, Koltonowski - Müller-Rautenberg, Degen, Rauh (81. Scholz) - Prießner (61. Entelmann).

Tore: 1:0 Schmidt (3.), 2:0 Schmidt (9.). 2:1 Prießner (13.), 2:2 Rauh (56.), 3:2 Tjades (77.), 4:2 Steinwender (90.+2).

Besondereres Vorkommnis: J. Zohrabian hält Foulelfmeter von Prießner (59., Foul an Prießner).

Schiedsrichter: Benjamin Buth (Hannover) mit Lukas Reineke und Maximilian Fischer.

Rote Karte: Radke (90.).

Gelbe Karten: Kaissis , König , Lubaca, Frenzel – Prießner, Köster, Spohler

Zuschauer: 705.