HSG Grüppenbühren/Bookholzberg Trainer stolz auf „geiles Bundesliga-Erlebnis“

Von Lars Pingel


Bookholzberg. Die A-Junioren-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookhozberg haben ihr letztes Bundesliga-Spiel in dieser Saison gegen 1. VfL Potsdam verloren.

Für einen kurzen Moment war es am späten Samstagnachmittag recht leise in der Halle am Ammerweg. Das fiel deutlich auf, weil auf deren Tribüne zuvor 370 Zuschauer für eine wahrlich erstklassige Atmosphäre gesorgt hatten. Doch nach der Schlusssirene der letzten Partie der ersten Saison einer A-Jugend-Mannschaft der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in der Handball-Bundesliga jubelten zunächst nur die Fans und Spieler des 1. VfL Potsdam. Sie freuten sich über einen 25:23 (13:15)-Auswärtssieg, den sie erst in den letzten zehn Minuten herausgespielt hatten. Nach einer intensiven Begegnung, in der Grüppenbühren/Bookholzberg leidenschaftlich gekämpft, lange Zeit sehr gut gespielt und daher lange verdient geführt hatten, mussten das HSG-Team und seine Anhänger kurz durchatmen, um zu verarbeiten, dass die Spielzeit 2017/2018 trotzdem mit einer Niederlage zu Ende gegangen war. Dann gab es aber doch die verdienten stehenden Ovationen für eine Mannschaft, in der die Spieler das Lächeln wiederfanden.

„Das war wieder ein geiles Erlebnis“, schwärmte HSG-Trainer Stefan Buß nach der 22. Erstligapartie seiner Mannschaft. „Klar, das war eine ärgerliche Niederlage, wir hätten gerne gewonnen. Aber die Spieler sollen die Köpfe hoch nehmen, die Mannschaft kann stolz sein“, fuhr Buß fort und blickte direkt nach vorn: „Wir machen jetzt zwei Wochen Pause mit einer schönen Abschlussfahrt nach Kolding. Dann beginnt die Vorbereitung auf die Relegation.“ In der kann sich die HSG, die die Saison nach zwei Siegen, zwei Remis und 18 Niederlagen auf dem letzten Rang beendete, ab dem Wochenende des 26./27. Mai (weitere Termine: 2./3. und 9./10. Juni) eine weitere Spielzeit in der höchsten Klasse verschaffen. Dann werden Torsten Jüchter, Carsten Jüchter, Nils Wehrheim, Mirko Reuter, Sönke Harfst und Tilman Dehmel nicht mehr dabei sein, die in den Männerbereich wechseln. Sie waren vor der Partie gegen Potsdam vom 2. Vorsitzenden der HSG, Detlef Krix, und vom Trainergespann Buß und Andreas Müller mit Geschenken verabschiedet worden.

Verabschiedung vor dem Spiel: (von links), Co-Trainer Andreas Müller, Sönke Harfst, Spielervater Wehrhahn, Torsten Jüchter, Carsten Jüchter, Mirko Reuter, Tilman Dehmel und Trainer Stefan Buß. Foto: Rolf Tobis

Die engagierte HSG-Mannschaft verteidigte in der ersten Halbzeit in einer 6:0- und einer 5:1-Formation mit hohem Einsatz, aber trotzdem clever. So unterbrach Grüppenbühren/Bookholzberg häufig die auf Abschlüsse von den Halbpositionen ausgerichteten Spielzüge der Potsdamer. Dirigiert wurde diese gut funktionierende Defensive von dem nur dort eingesetzten starken Mittelmann Norman Lachs. Die Abwehr legte den Grundstein dafür, dass Grüppenbühren/Bookholzberg vom 2:1 (6. Minute) an in Führung lag. Im Positionsangriff agierte die HSG in hohem Tempo und mit vielen Kreuzbewegungen, um Lücken in der 6:0-Abwehr ihrer Gäste zu provozieren. Das gelang, weil die HSG-Spieler meistens die Geduld hatten, auf diese zu warten, und weil sie zudem oft den besser postierten Mitspieler sahen. Grüppenbühren/Bookholzberg kam über das 7:5 (15.), das 10:7 (18.) und das 12:8 (21.) zum 15:13-Pausenvorsprung.

Dass die HSG beim Halbzeitpfiff nicht deutlicher führte, lag an ein paar eigenen Fehlern – die aber auch der Potsdamer Offensive unterliefen – und an einer ersten Reaktion von VfL-Trainer Axel Bornemann. Er stellte die Defensive seiner Mannschaft nach dem 8:12 auf eine offensivere 5:1-Aufstellung um, gegen die die HSG Schwierigkeiten hatte, sich Chancen zu erspielen. Trotzdem legten die Gastgeber auch nach dem Seitenwechsel zunächst immer wieder vor, schüttelten den VfL aber nicht ab, weil in dessen rechten Rückraum Moritz Ende als klar überragender Einzelspieler der Partie, als Torschütze (9/1 Treffer) und Anspieler glänzte. Er hielt seine Mannschaft zunächst im Rennen und war dann auch maßgeblich an der Wende beteiligt. Nachdem Mirko Reuter die HSG mit 19:17 in Führung gebracht hatte, griff Bornemann noch einmal ein. Er ließ seinen halbrechten Abwehrspieler, eben Moritz Ende, sehr früh aus dem Abwehrverbund herauskommen, sodass die VfL-Abwehr im Grunde als 4:2-Formation auftrat.

Trefferquote von Grüppenbühren/Bookholzberg lässt nach

„Wir haben die Anspiele an den Kreis nicht verhindern können und haben die HSG-Rückraumspieler zu oft werfen lassen“, erklärte Bornemann. „Wir wollten so die Bewegungen aus den HSG-Angriffen raushalten und die Spieler in Zweikampf-Situationen bringen.“ Das brachte die Wende, denn das Vorhaben funktionierte. Das Aufbauspiel der Gastgeber geriet ins Stocken, in den Eins-gegen-Eins-Situationen behielten oft die körperlich überlegenen Potsdamer die Überhand. Außerdem ließ die Trefferquote der HSG gegen den immer besser werdenden Potsdamer Torwart Jan Jochems nach. Die Gäste drehten die Partie, Ende traf zum 20:20 (47.).

Die Gastgeber, die in der zweiten Halbzeit fast ständig im 6:0 verteidigt hatten, kämpften entschlossen gegen die Niederlage an, hatten in der Schlussphase allerdings auch Pech mit Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns. „Es ist schade, dass es in den letzten zehn Minuten so ins Spiel eingegriffen hat“, haderte HSG-Trainer Buß. Sein Team fing sich nicht nur, aber auch deshalb nach dem 21:21 (53., Reuter) den entscheidenden 0:3-Lauf ein. „So die Saison zu beenden, ist klasse“, sagte Bornemann: „Wir wussten, wie schwer das hier wird. Die Atmosphäre in der Halle war toll, Grüppenbühren/Bookholzberg stellt gute Jungs und hat gute Trainer.“


HSG Grüppenbühren/Bookholzberg: Knop, Kinner; Krause 4, Latz, Lippe 2, Lachs, Kügler, Gerke 3, Schultz 1, Reuter 4, Braun 6/3, Kowalzik, Hennemann 2, Dehmel 1.

1. VfL Potsdam: Jochens, Hansen; Kunze 1, Ruppin, Teichert 1, Ende 9/1, Simic 5, Schumacher 1, Preiß 3, Meyer, Suana 2, Zinn 3.

Schiedsrichter: Scheller, Walther (HG Elm).

Zeitstrafen: HSG 1 - VfL 4.

Siebenmeter: HSG 4/3 - VfL 1/1.

Zuschauer: 370.

Spielfilm: 3:1 (7.), 5:4 (12.), 12:8 (21.), 15:13 - 17:15 (34.), 18:17 (41.), 20:18 (45.), 20:21 (48.), 21:21 (53.), 21:24 (57.), 23:25.