HCD-Chef blickt auf 16 Jahre zurück Carsten Schröder ist Teamplayer und Optimist

Von Klaus Erdmann

Abschied nach 16 Jahren: Carsten Schröder (rechts), hier bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des HC Delmenhorst. Foto: Klaus ErdmannAbschied nach 16 Jahren: Carsten Schröder (rechts), hier bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des HC Delmenhorst. Foto: Klaus Erdmann

Delmenhorst. Der Hockey-Club Delmenhorst sucht nach wie vor einen Nachfolger für Carsten Schröder. Der Name des 55-Jährigen ist eng mit dem Kunstrasenplatz auf der Anlage an der Lethestraße verbunden. Ein Porträt.

Eigentlich wollte Carsten Schröder jetzt, inmitten der zweiten März-Hälfte, nicht mehr an der Spitze des Hockey-Clubs Delmenhorst (HCD) stehen. Eigentlich. Doch da der Verein in den vergangenen Monaten und – wenig überraschend – während der Jahreshauptversammlung am 1. März, in deren Verlauf Schröder nicht wieder kandidierte, keinen Nachfolger fand, weist ihn die HCD-Homepage nach wie vor als 1. Vorsitzenden aus. „Ich mache kommissarisch weiter“, sagt er zu Beginn eines längeren Gesprächs, in dem es vornehmlich um jene 16 Jahre geht, in denen er die Geschicke des Vereins lenkte.

Bereits vor rund einem Jahr hatte er bekannt gegeben, dass er nicht wieder antreten werde. Die Begründung des Bereichsausschussvorsitzenden bei der Deutschen Vermögensberatung: „Ich bin kaum noch in Delmenhorst. Ich bin viel in Deutschland und im Ausland unterwegs. Und ich wohne in Hamburg.“ Bei der Nachfolgerfrage strahlt Schröder jenen Optimismus aus, der zu seinen Markenzeichen gehört.

Über die Söhne zum Hockey gekommen

Schröder fand durch seine hockeyspielenden Söhne Jan und Philipp den Weg zum HCD. Nach der Insolvenz des alten Clubs (Abteilungen Hockey und Tennis) im Februar 2002 und der Gründung des neuen HCD (nur Hockey) im März 2002 übernahm der 55-Jährige den Vorsitz: „Es war ein Sprung ins kalte Wasser.“

Der Kunstrasenplatz an der Lethestraße ist eng mit dem Namen Carsten Schröder verbunden. Von Anfang an verfolgte er zielstrebig und optimistisch das wichtige Projekt. „Ich habe immer gesagt, dass ich so lange bleibe, bis wir einen Kunstrasen haben“, blickt der Gesprächspartner schmunzelnd zurück. Schröder und dessen Mitstreiter nahmen hohe Hürden und benötigten starke Nerven, aber sie realisierten das ambitionierte Vorhaben. Schröder: „Es gab Rückschläge und es war schwieriger als gedacht.“ Der Vorstand habe sich als Team präsentiert. Seit 2008 spielen HCDer und deren Gäste auf Kunstrasen.

Fragt man ihn nach weiteren Highlights, so nennt Schröder den Spielplatz (Wert: 15.000 Euro), den er bei einem Wettbewerb von „Radio Antenne“ für den HCD gewonnen hat. In sportlicher Hinsicht ragten das Hannes-Wendt-Turnier und der Kids-Cup heraus.

Abschied nach 16 Jahren: Carsten Schröder (2. von links), hier bei der Unterzeichnung des Kunstrasendeals mit dem SV Atlas. Foto: Rolf Tobis

Was nimmt er mit aus seiner 16-jährigen Amtszeit? „Der richtige Umgang mit den Anderen ist wichtig. In einem Verein, der ja eine Non-Profit-Organisation ist, muss man reden und zuhören können“, lautet die Antwort. Obwohl es „zwei Welten“ seien, habe ihm die Arbeit innerhalb des Vereines auch für den Beruf etwas gebracht.

„Erfolg hat man immer nur gemeinsam oder gar nicht“, lautet Schröders Motto. Das gelte heute noch mehr als vor 30 Jahre, sagt er, der sich, das macht er wiederholt deutlich, als Teamplayer sieht. „Umwälzungen kannst du alleine nicht meistern. Das gilt für den Verein und für den Wirtschaftsbetrieb. Jeder hat besondere Fähigkeiten. Wenn du ein gutes Team hast, kannst du alles meistern“, sagt er.

Schröder bleibt dem Hockey-Club Delmenhorst als Mitglied und Sponsor erhalten. „Und zu der einen oder anderen Veranstaltung werde ich auch kommen“, verspricht er. Auf die Frage, was den Club auszeichnet, antwortet er schnell: „Der HCD ist eine Familie. Der Spaß am Sport ist wichtig. Und es existiert dieser unbeugsame Wille, alles zu schaffen.“ Mit diesen Stärken könne ein kleiner Verein auch ein großes Projekt, wie eben den Kunstrasen, erfolgreich stemmen.

Was wird er in Zukunft am meisten vermissen? „Die Vorstandssitzungen. Sie waren immer cool und wir haben uns gut verstanden“, antwortet er. Einen Nachfolger für ihn werde der HCD finden. Ganz bestimmt. Keine Frage: Carsten Schröder ist Teamplayer und Optimist.