SV Atlas Delmenhorst Degen verwandelt Ecke direkt, Scholz trifft mit dem Rücken

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Delmenhorst. Erst geführt, dann zurückgelegen und am Ende noch einen Punkt erkämpft: Die Oberliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben sich in ihrem Heimspiel gegen Eintracht Northeim mit 2:2 (1:1) getrennt.

Als Schiedsrichter Maximilian Stargardt am frühen Samstagabend um 17.51 Uhr die Oberliga-Partie zwischen den Fußballern des SV Atlas Delmenhorst und des FC Eintracht Northeim abgepfiffen hatte, setzte sich die Karawane der Zuschauer schnurstracks in Richtung Stadionausgang in Bewegung. Es war bitterkalt an diesem Märztag in Düsternort, weshalb die Flucht der Zuschauer ins Warme mehr als verständlich war. Die Spieler, Trainer und Betreuer des SVA verharrten hingegen noch etwas auf dem Hauptplatz und drumherum. Sie kamen wie gewohnt erst im Mannschaftskreis zusammen, verabschiedeten sich dankend bei den wenigen verbliebenen Fans und bauten danach auch noch in aller Ruhe die Werbebanner ab. Es gab für die Blau-Gelben auch keinen Grund, direkt und bedröppelt den Weg in die Kabine zu suchen. Das 2:2 (1:1) gegen den letztjährigen Vizemeister war zwar kein Befreiungsschlag. Aber es war ein Remis, das Atlas vor der nächsten schweren Aufgabe am Sonntag (15 Uhr) beim VfL Oldenburg durchaus Mut machen darf.

„Gerecht, verdient – und wichtig“, so fasste Atlas-Trainer Jürgen Hahn kurz und knapp das Ergebnis aus seiner Sicht und mit Blick auf die Tabelle zusammen. Und es gab wenig Argumente, Hahn zu widersprechen. Denn mit einer im Vergleich zum 1:3 in Bersenbrück auf Grund diverser Ausfälle auf fünf Positionen veränderten Startformation war ein Punktgewinn nicht unbedingt planbar – und diverse Abstimmungsprobleme zwischen den Mannschaftsteilen unvermeidbar. Jürgen Hahn sagte daher auch: „Das war ein guter Auftritt von uns. Moral, Einsatz, Taktik – das hat bei uns alles gestimmt. Ich bin zufrieden.“

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Eingermaßen zufrieden war nach Spielende auch Eintracht-Trainer Philipp Weißenborn mit dem erst zweiten Unentschieden der Eintracht in dieser Saison. „Wenn man auswärts zwei Gegentore bekommt und dann doch noch einen Punkt mitnimmt, kann ich damit leben.“ Weißenborn ärgerte sich aber über die eklatante Standardschwäche seiner Mannschaft in dieser Saison, die auf teilweise skurrile Art beide Atlas-Treffer begünstigte.

Atlas-Spieler Patrick Degen verwandelt Ecke direkt

Die frühe Führung der Gastgeber erzielte Patrick Degen per direkt verwandelter Ecke (2.). Einen Vorwurf wollte Weißenborn seinem unglücklich aussehenden Torwart Christopher Meyer aber nicht machen. „Kurz bevor Christopher den Ball greifen wollte, kam eine Windböe. Da konnte er nichts machen.“

Der 2:2-Ausgleich für Atlas durch Lars Scholz (80.) fiel ebenfalls nach einem Eckball. Northeim hatte den Standard zwar bereits geklärt. Der Abpraller landete dann aber bei Marco Prießner. Der zog ab, traf jedoch nicht das Tor, sondern den weit links neben dem Tor stehenden Scholz. Dieser duckte sich weg und beförderte den Ball mit dem Rücken irgendwie über die Linie. Es war ein echtes Kullertor, denn Prießners Schuss wäre eher Richtung Eckfahne denn im Tor gelandet. Aber Atlas war’s egal – es nahm den 2:2-Ausgleich gerne mit.

Aggressiv im Zweikampf: Atlas-Neuzugang Sebastian Koltonowski (links) gab ein unauffällige, aber ordentliches Debüt. Foto: Rolf Tobis

Vor der Saisonminuskulisse von 500 Zuschauern rückten beim SV Atlas Dominik Entelmann, Steven Müller-Rautenberg, Kevin Radke, Hanno Hartmann und der Neuzugang Sebastian Koltonowski (33/zuvor TB Uphusen) in die Startelf. Es entwickelte sich eine intensive Begegnung mit weitestgehend ausgeglichenen Spiel- und Chancenanteilen, die auf Grund vieler langer Bälle auf beiden Seiten aber mäßig ansehnlich war. Oder, wie es Northeims Trainer Weißenborn richtigerweise festhielt: „Es war kein Leckerbissen.“

Nach der frühen Führung hatte der SVA bei einer sehr guten Chance für Steven Müller-Rautenberg das 2:0 auf dem Fuß (13.). Auf der anderen Seite besaßen aber auch die Gäste in Halbzeit eins vier ordentliche Möglichkeiten. Eine davon nutzte der relativ freistehende Martin Wiederhold per Kopfball nach einer Ecke – 1:1 (31.).

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Vor den Augen der beiden Oldenburger Trainer Dario Fossi und Daniel Isailovic plätscherte die Partie nach der Pause lange Zeit dahin. Doch dann führte die Eintracht, die ihr erstes Rasenmatch seit Oktober betritt, plötzlich – aber auch nicht unverdient. Nils Hillemann ließ SVA-Towart Florian Urbaniski bei seinem Alleingang keine Chance (74.); zuvor hatte die auf Abseits spielende Atlas-Abwehr ganz schlecht verteidigt. Doch der SVA kämpfte – und bewies Moral. Erst verzog der eingewechselte Prießner zwei Mal knapp (78./79.), dann traf Scholz per besagtem Tor „in Ping-Pong-Manier“ (Weißenborn). Und in der Schlussminute hätte Patrick Degen fast erneut mit einer vom Wind verwehten Ecke getroffen. So blieb es beim 2:2, mit dem sich beide Seiten arrangieren konnten.

„Die lange Busrückfahrt hätte mit einer Niederlage im Gepäck definitiv keinen Spaß gemacht“, sagte Eintracht-Coach Weißenborn, lächelte und verabschiedete sich in den Kabinentrakt – zum Aufwärmen nach einem bitterkalten Samstag.


SV Atlas - Northeim                 2:2

SV Atlas: Urbainski - Radke, Hartmann, Spohler, Kmiec - Koltonowski (78. Prießner), Bruns, Köster - Müller-Rautenberg (46. Rauh), Entelmann (68. Scholz), Degen.

Northeim: Meyer - Westfal, Baar, Horst, Steinhoff (46. Jäkel) - Grunert, Blötz - Szagun, Wiederhold, Hillemann - Rudolph.

Schiedsrichter: Maximilian Stargardt (SV Kroge).

Tore: 1:0Degen (2.), 1:1 Wiederhold (31.), 1:2 Hillemann (74.), Scholz (80.).

Gelb: Müller-Rautenberg (42.), Köster (49.), Hartmann (85.) - Blötz (45.), Rudolph (74.).

Zuschauer: 500.

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