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Fußball-Kreisliga TuS Heidkrug verliert Spiel, Spieler und Platz zwei

Sauer: Heidkrugs Trainer Selim Karca. Foto: Rolf TobisSauer: Heidkrugs Trainer Selim Karca. Foto: Rolf Tobis

bahl/frb Delmenhorst. Knappe Niederlage im Verfolgerduell: Der TuS Heidkrug hat am Freitagabend sein Heimspiel in der Fußball-Kreisliga gegen den VfR Wardenburg mit 2:3 verloren – und musste den VfR in der Tabelle auf Rang zwei vorbeiziehen lassen. Heimsiege feierten derweil der TSV Großenkneten, der TV Munderloh und der FC Huntlosen.

Heidkrug - Wardenburg 2:3. Selim Karaca war auch eine Stunde nach Spielschluss noch immer über die ereignisreiche Schlussphase aufgebracht. „So zu verlieren, das empfinde ich schon als eine echte Unsportlichkeit“, schimpfte der TuS-Trainer in Richtung Wardenburg, merkte aber auch an: „Neun von zehn Mannschaften spielen in so einer Situation weiter.“ Doch: „Wir hätten das nicht gemacht.“

Was war passiert? In einer umkämpften Partie blieb Heidkrugs Nico Faulhaber kurz vor Schluss beim Stand von 2:2 nach einem Kopfballduell verletzt am Boden liegen. Der VfR spielte jedoch weiter und der Ball landete am Elfmeterpunkt bei Sven Hörnlein. Der zog ab – und traf zum entscheidenden 3:2 für die Gäste. Doch damit nicht genug. Nach dem Treffer gab es zwei Platzverweise – je einen für beide Seiten. Wardenburgs Nicolas Bruns sah für seinen übertriebenen Torjubel vor der Heidkruger Bank wegen Unsportlichkeit Gelb-Rot, Faulhaber selbst, der das Abseits beim Siegtreffer aufhoben hatte, für eine Beleidigung Rot. „Das war kein schöner Sieg, aber er war verdient“, sagte VfR-Trainer Sören Heeren: „Keine Mannschaft würde in dieser Spielsituation abbrechen.“

In einer leidenschaftlichen Begegnung führte Heidkrug durch Gabriel Kaya (abgefälschter Schuss) und Luca Reinhold (im Nachsetzen) zwei Mal. Wardenburg glich jedoch durch Patrick Janzen jeweils aus: Erst zum 1:1 (Freistoß durch die Mauer) und dann zum 2:2 (schöne Kombination).

Großenkneten - Ippener 2:1. Ippeners Trainer Mohamed Charour konnte die Pleite nicht fassen. „Großenkneten schießt zwei Mal aufs Tor – und macht zwei Tore“, schüttelte Charour den Kopf über die beiden Tore des Großenkneters Finn Meyer (33./88.). Charours Elf hatte gefühlte 70 Prozent Ballbesitz, traf aber nur zum 1:1 durch Ahmad Diab (79.). „Es war jetzt nicht so, dass wir geglänzt haben. Mit einem Unentschieden wäre ich zufrieden gewesen. Aber die Niederlage war völlig unverdient“, fand Charour.

Munderloh - Ahlhorn 5:0. Vor allem dank eines Viererpacks von Lennart Siebrecht gewann der TV Munderloh. Der nie zu stoppende Siebrecht traf vor und nach der Pause jeweils zwei Mal für Munderloh (19./23./63./67.). Die TVM-Führung hatte Neuzugang Jannik Ruben Maas besorgt (6.). „Es gibt Tage, an denen verliert man oder es gewinnen die anderen“, fasste Ahlhorns Trainer Jörg Beckmann ironisch die desolate Vorstellung seiner Mannschaft zusammen. Munderloh bestrafte jeden Fehler der Gäste eiskalt. „Sowas ist bitter, das muss man ganz klar sagen. Aber davon geht die Welt nicht unter. Wir müssen eben im nächsten Spiel am Dienstag unsere Punkte holen“, bemühte sich Beckmann um Optimismus.

Huntlosen - Ganderkesee 2:1. Auch im neuen Jahr wird der TSV Ganderkesee seine Auswärtsschwäche nicht los. Zu mehr als dem 1:2-Anschlusstreffer von Lennard Stöver (44.) reichte es nach der Huntloser 2:0-Führung durch Dennis Jielg (10.) und Kai Harberts (43.) nicht. „Unsere kämpferische Einstellung, vor allen Dingen in der zweiten Halbzeit, war in Ordnung,“ lobte TSV-Trainer Stephan Schüttel seine Elf trotz der Pleite. In der zweiten Halbzeit betimmte der TSV klar das Spielgeschehen und drängte den FCH in die eigene Hälfte zurück. Huntlosen verteidigte aber geschickt und brachte den Vorsprung clever über die Zeit, weil den Angriffen von Ganderkesee einfach die nötige Präzision fehlte, um das Spiel noch zu drehen. „Zwei billige Ballverluste haben das Spiel entschieden, aber es war ein gutes Spiel von uns“, sagte Schüttel.