Fußball-Oberliga SV Atlas Delmenhorst will sich nicht verrückt machen

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Delmenhorst. Der SV Atlas Delmenhorst will im Abstiegskampf der Fußball-Oberliga Ruhe bewahren. Der Neuling steht am Samstag vor dem ersten Heimspiel seit vier Monaten. Gegner Eintracht Northeim fürchtet die Delmenhorster Leidenschaft.

Die Delmenhorster Fußballfans sind das Ausharren ja leidlich gewöhnt. Erst musste man 18 Jahre auf Oberliga-Fußball warten, bis der SV Atlas im vergangenen Sommer in die höchste Klasse Niedersachsens zurückkehrte – nun sind schon wieder über vier Monate vergangen, seit man im Delmenhorster Stadion um Fünftliga-Punkte gespielt hat. Vor dem Duell mit Eintracht Northeim am Samstag ab 16 Uhr hofft Trainer Jürgen Hahn, „dass die Fans in der Stadt wieder heiß sind. Wir werden ihre Unterstützung brauchen.“

Das sagt der Atlas-Coach nicht nur, weil der Vizemeister zu Gast ist, sondern auch weil sich die Lage des SVA gerade zuspitzt. Den Ligaauftakt setzte Atlas mit dem 1:3 beim TuS Bersenbrück vor einer Woche in den Sand, die Konkurrenz im Abstiegskampf rückt näher, und dann könnte gegen Northeim auch noch fast die halbe Startelf wegbrechen. Verteidiger Marlo Siech (Muskelfaserriss) und Stürmer Marco Prießner (Wadenprellung) verletzten sich, Thomas Mutlu sah nach einem nicht besonders cleveren Gerangel mit einem Fan seine fünfte Gelbe Karte, Kevin Radke ist angeschlagen, soll aber spielen. „Die Ausfälle sind heftig. Unsere Situation ist angespannt“, sagt Hahn.

Zwei Platzverweise im Hinspiel

Womit er aber nicht den Kampf um den Klassenerhalt meint. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge ist auf drei Punkte zusammengeschmolzen, doch Hahn verweist auf die krumme Tabelle, in der sein Team bei 16 ausgetragenen Partien steht, andere bei 21: „Wir machen uns nicht verrückt und legen jede Woche die Platzierung auf die Goldwaage.“

In der Fairnesstabelle ist Atlas Schlusslicht, nicht zuletzt wegen der beiden Roten Karten beim 3:0-Hinspielsieg in Northeim, dem ersten Duell der beiden Clubs überhaupt. Im September 2017 flogen Dennis Janssen und Patrick Degen nach Tätlichkeiten vom Platz – Degen hatte zuvor immerhin noch das vorentscheidende 2:0 erzielt. „Da lief vieles richtig, aber nicht alles“, sagt Hahn.

Northeim-Coach freut sich über Samstagstermin

Damals war noch Malte Froehlich Eintracht-Trainer, inzwischen hat der 30-jährige Philipp Weißenborn übernommen und das Team unter anderem in einem Trainingslager in Ägypten auf die Rückserie vorbereitet. Die Stärken des SV Atlas haben sich aber auch bis zu ihm herumgesprochen. „Delmenhorst kommt über Zweikämpfe und Emotionen“, sagt er auf der Facebookseite des Clubs. Seine Elf wolle lieber spielerisch begeistern: „Aber erst müssen wir den Delmenhorstern ihre Stärken nehmen.“ Hahn verletzt die Analyse des Kollegen keineswegs: „Dass wir unbequem sind, ist ein gutes Zeichen. Gegen uns zu gewinnen, ist nicht einfach. Wir haben große Leidenschaft im Spiel.“

Mit heißem Herzen und kühlem Kopf will Atlas also den Northeimern, die im Sommer in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga gescheitert sind, erneut ein Bein stellen. Die Gäste aus dem Harz stoppten zuletzt die formstarke Arminia aus Hannover mit einem 2:1. „Sie sind eine Mannschaft mit schwankender Form“, sagt Hahn. Kollege Weißenborn erklärt: „Wenn wir in Delmenhorst nachlegen, wäre das der nächste Schritt für diese Mannschaft. Auf jeden Fall ist es angenehm, dass wir Samstag spielen – wenn wir gewinnen, gibt das eine schöne Rückfahrt.“


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