Handball-Oberliga Männer Neerstedt und Bremervörde trennen sich mit einem 24:24

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Spannend und umkämpft: Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt um Philipp Hollmann (beim Wurf) mussten mit einem 24:24 (10:8) gegen den TSV Bremervörde zufrieden sein. Foto: Lars PingelSpannend und umkämpft: Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt um Philipp Hollmann (beim Wurf) mussten mit einem 24:24 (10:8) gegen den TSV Bremervörde zufrieden sein. Foto: Lars Pingel

Neerstedt. Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt mussten sich im Heimspiel gegen den TSV Bremervörde mit einem 24:24 (10:8) zufriedengeben. Sie hatten in einer umkämpften, spannenden Partie zu viele Torchancen vergeben.

Björn Wolken musste erst einmal durchatmen, tief durchatmen. Der Trainer der Oberliga-Handballer des TV Neerstedt verzog sich am Samstag nach dem Heimspiel seiner Mannschaft gegen den TSV Bremervörde in eine Hallenecke, um die spannenden, höchst intensiven 60 Minuten und das 24:24 (10:8) allein zu verarbeiten.

TVN-Trainer Björn Wolken schwer enttäuscht

TSV-Rückraumspieler Adnan Salkic hatte drei Sekunden vor dem Schlusspfiff den ersten der fünf Siebenmeter – alle anderen hatte der überragende TVN-Torwart Hendrik Legler pariert – zum Remis verwandelt. Das sorgte für Jubel beim Tabellenvorletzten und für Fassungslosigkeit bei den Neerstedtern. Sie hatten die Gelegenheit verpasst, sich wohl entscheidend von der abstiegsgefährdeten Zone in der Tabelle abzusetzen. „Wir sind selber schuld“, sagte Wolken, als er sich gesammelt hatte. „Ich bin echt enttäuscht. Ehrlich: So schlecht habe ich mich noch nicht gefühlt, seitdem ich hier bin. Es wurde vieles nicht umgesetzt, was wir vorher besprochen hatten.“ Die fehlende Konzentration und Entschlossenheit seiner Spieler in der Offensive machte ihm schwer zu schaffen. Vor allem fehlte dem TVN-Trainer das zuvor eingeforderte Konterspiel. „Wir wollten hier laufen, laufen, laufen“, sagte er.

Neerstedter vergeben viele klare Chancen

Das gelang seinem Team aber nur in der Anfangsphase, als es aus einer guten Abwehr heraus zu einem 8:3-Vorsprung kam (18.). Der hätte sogar noch höher sein können, wenn die Trefferquote besser gewesen wäre. „Wir müssen 11:1 führen, dann hätten wir schon Ruhe gehabt“, monierte Wolken.

Die Chancenverwertung der Neerstedter wurde gegen einen guten TSV-Torwart Steffen Krage aber noch schlechter, daher kamen die kampfstarken Gäste zurück ins Spiel. Zur Pause war der TVN-Vorsprung bis auf zwei Tore (10:8) geschrumpft. Auch nach dem Seitenwechsel gelang es den TVN-Spielern nicht, sich regelmäßig für ihre engagierte und gute Deckungsarbeit zu belohnen. Sie kamen nach ihren Ballgewinnen nur selten ins Konterspiel und mussten so im Positionsangriff gegen eine 6:0-Deckung des TSV, in der jeder Spieler mit sehr hohem Einsatz zu Werke ging, für jeden Wurf hart arbeiten.

Glanzparaden von Torwart Hendrik Legler bringen TVN scheinbar auf die Siegerstraße

Die Partie wurde spannend, zum Schluss fast dramatisch. Der TVN kassierte den Ausgleich (13:13, 38.), Er setzte sich dann zwar wieder etwas ab (17:14, 44.), konnte die Gäste aber nicht abschütteln. Im Gegenteil: Salkic brachte dem TSV sogar nach vorn (21:20, 54.).

Die Glanzparaden von Legler verhinderten erst Schlimmeres und ließen den TVN später erneut vom Sieg träumen. Paul Schröder traf nach einem Tempogegenstoß zum 24:22 (58.). Salkic konterte (59.). 97 Sekunden noch. Nach einer unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidung gegen Marcel Reuter verlor der TVN den Ball, der TSV erkämpfte sich wenig später einen Siebenmeter: Legler gewann das Duell gegen Felix Weber. Noch 56 Sekunden. 26 Sekunden später traf Kyan Petersen den Pfosten. Der Ball landete in Bremervörder Händen, das Team erkämpfte sich noch einmal einen Strafwurf. Salkic traf. 24:24.

TVN fehlen erfahrene Akteure

„Das ist dann noch das i-Tüpfelchen“, meinte Wolken zum Schritte-Pfiff gegen Reuter, gestand aber auch sofort ein: „An den Schiedsrichtern lag es nicht.“ Der TVN-Trainer bedauerte außer der schwachen Angriffsleistung, dass in Mario Reiser und Marcel Kasper zwei wichtige, erfahrene Spieler ausgefallen waren. „So fehlten Alternativen“, fand Wolken, „aber wir hätten auch ohne sie das Spiel für entscheiden müssen. Wir haben aber zu selten das gemacht, was wir wirklich können.“


Statistik:

TV Neerstedt: Legler, Pecht; Reuter 1, Hübner, Kolpack 6/1, Kasper 5, Schröder 5, Deeken, Hollmann 1, Petersen 1, Achilles 2, Kunz 3/3.

TSV Bremervörde: Krange, T. von Kamp; Brune 1, L. von Kamp 3, Habermann 2, Mangels 1, Hollstein, Salkic 8/1, Thode, Meinke, R. von Kamp, Thode 5, Weber 4.

Schiedsrichter: Bujalla, Hustedt (Oyten/Daverden).

Zeitstrafen: TVN 4 – TSV 4.

Siebenmeter: TVN 5/4 – 5/1.

Spielfilm: 2:1 (6.), 8:3 (18.), 10:8 – 13:11 (37.), 13:13 (39.), 17:16 (44.), 20:18 (49.), 20:21 (54.), 24:22 (59.), 24:24.

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