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Fußball-Oberliga SV Atlas offensiv harmlos und defensiv mit Patzern

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Delmenhorst. Die Oberliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst sind mit einer Niederlage in den zweiten Teil der Saison 2017/2018 gestartet. Der Aufsteiger unterlag am Sonntag beim Tabellenzweiten TuS Bersenbrück mit 1:3 (0:0). Atlas-Trainer Jürgen Hahn war enttäuscht, aber auch nicht völlig unzufrieden. Der Gegentreffer zum 0:1 fällt aus dem Nichts, dann hat der SVA etwas Pech mit einer kniffligen Entscheidung des Referees.

Trainer Jürgen Hahn nahm nach dem Schlusspfiff erst einmal zusammen mit Sportvorstand Bastian Fuhrken auf der Ersatzbank Platz, die Spieler schlichen bedröppelt vom Platz und die Fans machten sich enttäuscht auf den Heimweg: Der SV Atlas Delmenhorst ist von seinem ersten Punktspiel in der Fußball-Oberliga in diesem Jahr mit einer Niederlage zurückgekehrt. Beim Titelkandidaten TuS Bersenbrück verlor der SVA mit 1:3 (0:0) – und musste 115 Tage nach dem letzten Punktspiel einsehen, dass Einstellung und Einsatz zwar stimmten, in puncto Torgefahr und Spielfreude aber noch Luft nach oben ist. Und: Nach den Ergebnissen vom Sonntag liegt der SVA in der Tabelle nur noch drei Zähler vor den Abstiegsrängen.

Hahn fand die fünfte Saisonpleite an seinem 47. Geburtstag „unglücklich“, war mit der Leistung seiner Mannschaft deshalb auch nicht unzufrieden. „Wir haben eine sehr gute Moral bewiesen. Bersenbrück hat sich lange Zeit sehr schwer- getan.“ Tief stehen und auf Konter setzten – Hahns Plan ging in der Tat bis Mitte der zweiten Hälfte auf, am Ende gewann Bersenbrück aber vor allem deshalb sein drittes Pflichtspiel in diesem Jahr, weil der TuS seine ungeheure Offensivqualität – vor allem im Umschaltspiel – ausnutzte.

Zweikampf vor großer Kulisse: Sebastian Kmiec (Mitte) und Philip Immerthal attackieren einen Bersenbrücker. Foto: Frederik Böckmann

Vor der tollen Kulisse von 920 Zuschauern (und zahlreichen Polizei- und Sicherheitskräften) diktierten die Gastgeber die erste Halbzeit, Bersenbrück ließ Ball und Gegner laufen. Atlas verstand es mit zunehmender Spielzeit aber immer besser, die Räume einzuengen. Bis auf eine Riesenmöglichkeit für Bulani Malungu (12., Urbainski pariert) und zwei Halbchancen für Sandro Heskamp (17., verunglückte Flanke landet auf der Latte) und Gino Lago-Bentro (43., Fernschuss über das Tor) ließen die Blau-Gelben nichts zu. „Wir haben sehr gut verteidigt“, fand Hahn. „Wir hatten Startschwierigkeiten. Malungu wurde vorne isoliert. Atlas hat das gut gemacht“, lobte TuS-Trainer Farhat Dahech die Gäste.

Zur Wahrheit der ersten 45 Minuten gehörte aber auch, dass Delmenhorst selbst nach vorne keine Akzente setzte. Ohne den am Ellenbogen verletzten Musa Karli – der wohl nicht operiert werden muss –, fehlten die kreativen Elemente im Zentrum, der bis dato durchaus agile Marco Prießner musste nach einem Schlag auf den Knöchel frühzeitig ausgewechselt werden (28.) und die schnellen Flügelstürmer Patrick Degen (links) und Lars Scholz (rechts) bekamen zu wenig Pässe in die Tiefe. „In der ersten Halbzeit standen wir hinten wahnsinnig gut“, meinte Bersenbrücks Torwart Christoph Bollmann.

Gegentor zum 0:1 für Hahn „völlig unnötig“

Nach der Pause nahm Intensität der Begegnung zu. Die Bersenbrücker Führung fiel dennoch etwas aus dem Nichts. Der nur schwer zu verteidigende Mittelstürmer Malungu wurde im Strafraum freigespielt, weil SVA-Torwart Urbainski zuvor einen Rückpass nur in die Mitte spielen konnte. „Genau das wollten wir verhindern“, ärgerte sich Hahn. Er nannte das 0:1 „völlig unnötig “.

Dem Spiel tat der Treffer zumindest gut. Nach einer Möglichkeit für Bersenbrücks Goldmann (58.) hatten die rund 200 Atlas-Anhänger den Torjubel schon auf den Lippen. Der eingewechselte Dominik Entelmann lief alleine auf das TuS-Tor zu, kam aber nicht zum Abschluss, weil er von Bersenbrücks Nicolas Eiter gefoult wurde. Die zwei Fragen waren nun: War das Foul vor oder im Strafraum? Und: War es eine Notbremse? Statt Elfmeter für Atlas und Rot für Eiter entschied sich der unglücklich leitende Schiedsrichter Benjamin Schmidt bei dieser kniffligen Situation für die Kombination „Freistoß und Gelb“ – was die Atlas-Anhänger auf die Palme brachte. „Die wenigen Chancen, die wir haben, müssen wir nutzen“, haderte Hahn auch mit Blick auf die zumindest günstige Freistoß-Situation. Doch Degen hämmerte den Ball über Tor und Anlage.

Hitzigere Schlussphase

Nach einer weiteren Chance für Malungu (69.) erhöhte der eine Minute zuvor eingewechselte Luis Armando Mena Murillo nach einem Konter auf 2:0 (75.). Die Entscheidung war dieser Treffer aber mitnichten. In der hitzigeren Schlussphase, in der Wortgefechte und Nickligkeiten auf beiden Seiten zunahmen, kämpfte Atlas weiter – und wurde mit dem 1:2 durch einen Kopfball von Stefan Bruns belohnt (90.+1). Im direkten Gegenzug machte der Kolumbianer Mena Murillo dann aber erneut per Konter den Deckel auf die Partie zugunsten der Gastgeber – 3:1 (90.+2).

Für den Kolumbianer waren es die ersten Tore in der ersten Mannschaft seit Ende Oktober. Nach Abpfiff jubelte Mena in Richtung Atlas-Fankurve – eine Reaktion auf die Schmährufe, die sich die Bersenbrücker Ersatzspieler beim Warmlaufen anhören mussten.

Atlas-Kapitän Stefan Bruns lobt Mannschaft

„Am Ende haben Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht. Das war ein zerfahrenes, schwieriges Spiel“, fand Kapitän Bruns und lobte die „sehr starke kämpferische Leistung“ seiner Mannschaft. „Nach dem 0:1 waren wir am Drücker.“ Einen Punkt gab’s dafür dennoch nicht.


TuS Bersenbrück - SV Atlas 3:1

TuS Bersenbrück: Bollmann – Leinweber, Romanovi, Eiter, Urner – Akbulut (73. Mena), Menkhaus, Heskamp (87. Flottemesch), Lago Bentron – Goldmann – Malungu (73. Jula).

SV Atlas: Urbainski - Mutlu, Siech, Spohler, Kmiec - Immerthal, Bruns, Köster - Scholz (60. Müller-Rautenberg), Prießner (28. Entelmann), Degen (73. Rauh).

Tore: 1:0 Tardeli Malungu (56.), 2:0 Luis Mena Murillo (75.), 2:1 Stefan Bruns (88.), 3:1 Luis Mena Murillo (90.).

Schiedsrichter: Benjamin Schmidt (Laatzen) mit Timon Oliver Schulz und Tim-Ihbe-Frerich Visser.

Zuschauer: 920.

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