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Fußball-Oberliga Atlas reist mit Respekt und Zuversicht nach Bersenbrück

Von Frederik Böckmann und Marius Stegemann

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Die Wintervorbereitung beim SV Atlas lief durchwachsen: Daraus machen die Trainer Jürgen Hahn (rechts) und Marco Büsing (verdeckt) keinen Hehl. Ihre Verträge haben sie trotzdem vorzeitig verlängert. Foto: Rolf TobisDie Wintervorbereitung beim SV Atlas lief durchwachsen: Daraus machen die Trainer Jürgen Hahn (rechts) und Marco Büsing (verdeckt) keinen Hehl. Ihre Verträge haben sie trotzdem vorzeitig verlängert. Foto: Rolf Tobis 

Delmenhorst. Die Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil in der Fußball-Oberliga verlief beim SV Atlas Delmenhorst eher holprig, das Trainer-Duo verlängerte seine Verträge, dazu ist das Auswärtsspiel als Risikospiel eingestuft worden: Vor dem Punktspiel-Auftakt in 2018 beim TuS Bersenbrück gibt es bei den Blau-Gelben viele Gesprächsthemen.

Nach einer holprigen Vorbereitung mit mäßigen Trainingsbedingungen, wechselhaften Testspiel-Ergebnissen und der schweren Verletzung von Antreiber Musa Karli kam diese Meldung des SV Atlas Delmenhorst vor dem ersten Punktspiel in 2018 sicherlich auch etwas kalkuliert: Der Fußball-Oberligist hat vor dem Auswärtsspiel am Sonntag (15 Uhr) beim Zweiten TuS Bersenbrück die Verträge mit Coach Jürgen Hahn (46) und Co-Trainer Marco Büsing (44) vorzeitig um ein Jahr bis zum Ende der Saison 2019/2020 verlängert.

Es ist keine Nachricht, die überrascht. Denn die beiden Oldenburger übernahmen die Mannschaft im Sommer 2013 und führten sie mit drei Aufstiegen in vier Jahren von der Kreisliga bis in die Oberliga (mindestens). Ein Kapitel in der Erfolgsstory des neu gegründeten SV Atlas ist ohne Zweifel den beiden Kumpels Hahn und Büsing zuzuschreiben.

„Wir hatten bislang fünf tolle Jahre“, sagt Hahn. Nun in der Oberliga sei der SVA aber an einem Punkt, „wo es nicht mehr ständig in großen Schritten vorangeht. Wir sind jetzt im Alltag angekommen.“ Bei einer Analyse des Ist-Zustandes waren sich die Trainer, Klubchef Manfred Engelbart und Sportvorstand Bastian Fuhrken einig, sich auch mit Blick auf das mittelfristige Ziel Regionalliga-Aufstieg „strategisch und perspektivisch“ (Hahn) längerfristig aufzustellen. „Wir haben die Kür erledigt, jetzt kommt die Pflicht“, sagte Hahn und ließ durchblicken, dass sich rund um die erste Mannschaft und auch im Team einige Dinge verändern würden.

Gesprächsstoff böte die Verlängerung des erfolgreichen Trainer-Duos Hahn/Büsing sicherlich für einen schönen Fußball-Nachmittag. Doch die drängenden Fragen in der Oberliga-Szene, im Umfeld und bei den Fans sind andere. Wie ist der SVA nach 114 Tagen ohne Punktspiel drauf? Wer hat die Elf den Schock über die Verletzung von Musa Karli verdaut? Wer steht nach der Vorbereitung in der Startelf? Und: Wie kann Atlas dem Titelkandidaten Bersenbrück ein Bein stellen?

Das tat weh: Musa Karli (links am Boden) verletzte sich im Testspiel am Dienstag beim Borgfelder SC am Ellenbogen. Foto: Rolf Tobis

Hahn selbst bezeichnet die Vorbereitung als „äußerst durchwachsen“, „nicht so einfach“ und „mit einigen Problemen“ behaftet. Dazu kommt nun der Ausfall von Antreiber Musa, der sich im letzten Test beim SC Borgfeld den Ellbogen ausgerenkt hat. Karlis Verletzung sei „eine Katastrophe“, sagt Hahn. „Musa ist ein ganz, ganz wichtiger Spieler. Unser kreatives Element und Standardschütze.“ Die Lücke des Mittelfeldspielers gelte es nun als Kollektiv aufzufangen. Neben Karli wird auch Verteidiger Tom Witte ausfallen.

Es gab aber auch positive Nachrichten in der Vorbereitung. Neuzugang Philipp Immerthal hinterließ im Mittelfeldzentrum einen starken Eindruck und wird in Bersenbrück wohl beginnen, Youngster Thade Hein machte in seiner Entwicklung den nächsten Schritt, Kapitän Stefan Bruns ist wieder „in guter Verfassung“ (Hahn) und Routinier Dominik Entelmann gehe „mit Vollgas“ vorbildlich voran.

Hahn lobt Bersenbrück – und sieht Chancen

Vollgas geben – das wird Atlas auch beim TuS Bersenbrück machen müssen. „Schwerer geht’s kaum“, sagt Hahn über den Titelkandidaten, der sich in diesem Jahr in sehr guter Verfassung präsentierte. Der Titelkandidat gewann seine beiden Ligaspiele in diesem Jahr beim SC Spelle (2:0) und gegen SVG Göttingen (2:1) und am vergangenen Wochenende ein Testspiel gegen Regionalligist BSV Rehden (5:0). „Die Spieler haben gezeigt, dass sie in Form sind“, sagte TuS-Trainer Farhat Dahech über die vergangenen Auftritte.

Spielstark, individuell teilweise herausragend und mit vielen Optionen – „Bersenbrück ist fußballerisch einfach richtig gut“, urteilte Hahn über die Mannschaft aus dem Landkreis Osnabrück, die ein Jahr vor Atlas der Durchmarsch von der Bezirks- in die Oberliga geglückt war. Hahn sagt aber auch: „Wir sind nicht chancenlos. Solche Gegner liegen uns“, sagt der Atlas-Trainer mit Verweis auf die starken Auswärtsleistungen in Heeslingen, Northeim und bei Arminia Hannover.

Bersenbrück will kühlen Kopf bewahren

Bersenbrück ist deweil auf ein besonderes Spiel gegen Atlas vorbereitet. Zum einen ist dem TuS das 1:1 im Hinspiel in Delmenhorst in keiner besonders guten Erinnerung geblieben ist. Vor rund 600 Zuschauern führte der TuS durch Altstar Emil Jula (früher Profi in Duisburg und Cottbus). Kurz vor der Pause sah Gino-Lago Bentron dann wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. In der der vierten Minute der Nachspielzeit traf Dominik Entelmann zum Ausgleich. Nach dem Abpfiff kam es auf dem Platz im Delmenhorster Stadion zu einer Rudelbildung, neben dem Platz gerieten TuS-Spieler mit Zuschauern aneinander. In der Neuauflage wollen die Bersenbrücker unbedingt kühlen Kopf bewahren. „Wir werden das Spiel mit elf Spielern beenden, das verspreche ich“, sagt der entspannte TuS-Coach Dahech und geht selbstbewusst an die Aufgabe heran. „Je nachdem wie der Gegner spielt, werden wir reagieren und die richtige Strategie finden.“ Dabei kann er auf seinen Kapitän Marc Flottemesch zurückgreifen, der zuletzt aber – wie ein paar andere Spieler auch – von der Grippe- und Erkältungswelle erfasst wurde. Dennoch sind voraussichtlich „alle an Bord“.

Die Vorbereitungen auf die Partie gegen den SVA sorgten derweil für etwas Unruhe im TuS-Umfeld. Neben dem für gewöhnlich sehr zahlreichen Atlas-Anhang haben sich auch Chaoten aus Osnabrück und Bremen angekündigt. Die Polizei stuft das Duell zwischen Bersenbrück und dem Aufsteiger daher als Risikospiel ein. Es wird eine Fantrennung geben. Als Austragungsort kommt aus Sicherheitsgründen nur der Rasenplatz im Hasestadion in Frage. Die Sicherheitsauflagen sorgen für hohe Mehrkosten für den TuS, was für Unverständnis bei den Bersenbrücker Verantwortlichen sorgt.


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