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Kampfabend in Delmenhorst Wrestler beeindrucken mit Akrobatik, Action und Show

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Delmenhorst. Das Gute gegen das Böse, Muskelprotze gegen Kampfkolosse und ein Zickenkrieg: Der Wrestling-Kampfabend in der Delmenhorster Markthalle begeistert bei seiner dritten Auflage 250 Fans. Bei den inszenierten Kämpfen fühlt sich das Publikum bestens unterhalten – und darf sich auf eine Fortsetzung freuen.

Einen etwas unverdächtigen Eindruck macht die Markthalle aus einiger Entfernung an diesem kalten und klaren Samstagabend in der Delmenhorster Innenstadt. Sie scheint fast in sich zu ruhen. Doch dieser erste Eindruck täuscht. Je näher man dem historischen Gebäude kommt, desto lauter wird die Geräuschkulisse. Es wird gegrölt und gejubelt, gestichelt und gemeckert, gezankt und vor allem: gekämpft. Sportler fliegen durch die Luft und landen mit schmerzverzerrtem Gesicht hörbar auf dem harten Ringboden – und häufig auch daneben. (Weiterlesen: Tatanka begeistert Fans – und verliert)

Sorgen um die Gesundheit der Protagonisten müssen sich die rund 250 Zuschauer aber nicht machen. Im Gegenteil. Denn die Kämpfer verstehen ihr Handwerk. Rund 20 Wrestler aus Deutschland, Europa und den USA begeistern das Publikum unter dem Motto „Wrestling-Legenden in der Markthalle“: Zu diesem Event hatte die Deutsche Wrestling Allianz (DWA) eingeladen – und zog am Wochenende nach dem bereits dritten Kampfabend in Delmenhorst innerhalb von nur 19 Monaten ein positives Fazit. (Weiterlesen: Hard Knocks III in der Markthalle)

Spektakuläre Flugeinlage über dem Ringboden: Cody Kidman (links) nimmt Crazy Johnny Tiger beim „Flip out of the ring“ vor den staunenden Zuschauern in die Mangel. Foto: Frederik Böckmann

„Die Kämpfe waren von den Teilnehmern her sehr interessant und durch die Mischung der internationalen Kontrahenten und Kampfstilen wurde dem Zuschauer natürlich ein breites Spektrum geboten“, freute sich DWA-Gründungsmitglied Christian Städter aus Visselhövede, der selbst als Crazy Johnny Tiger in den Ring stieg.

Schnelle Akrobatik, wagemutige Aktionen und körperliche Auseinandersetzung umgeben von viel buntem Trara bestimmen die Kämpfe. Maskierte Muskelprotze verknoten ihre schweißnassen Körper mit filigranen Techniken, das personifizierte Gute schlägt sich mit bösen Kampfkolossen herum und beim Catfight spielen Sadie Gibbs und Stephi Stern einen echten Zickenkrieg. Es ist diese inszenierte Mischung aus Show und Sport, die das mitfiebernde Publikum aller Altersklassen – vom Schüler bis zum Wrestling-Veteranen – bestens unterhält und mehr bietet als nur körperliche Rauferei.

Das bestätigt auch der Kampfsport erprobte Torsten Duwensee. „Es war auf jeden Fall ein sehr amüsanter Abend, wir haben viel gelacht“, sagt der Judo-Trainer des Bookholzberger TB. „Einige Würfe und besonders die akrobatischen Aktionen waren toll anzuschauen. Von Letzterem hätte es vielleicht noch mehr geben können. Alles in allem war es aber eine lohnenswerte Show.“

Stargäste des Kampfabends sind die mehrfachen WWE-Tag-Team-Champions Nasty Boys – Jerry Saggs und Brian Knobbs – aus den USA, die bis Ende der 1990er Jahre aus keinem der großen Titelkämpfe wegzudenken waren. Für weiteres internationales Flair sorgen auch der Belgier „Ringwarrior“ Rob Raw oder der Schweizer Sigmasta Rappo.

Dass Wrestling in Delmenhorst und Umgebung sein Publikum findet, wird nicht nur beim Kampfabend selbst, sondern bereits beim Meet & Greet am Nachmittag deutlich, das mit 150 Fans ausverkauft war. „Wir mussten leider einige Fans auf den Abend vertrösten, aber ansonsten hätten wir die Abwicklung mit den Autogrammwünschen und Fanfotos nicht bewältigen können. Jeder Fan soll ja seine Wünsche erfüllt bekommen, das liegt uns sehr am Herzen“, sagte Organisator Städter.

Bleibt nur noch eine Frage offen: Wird es eine Fortsetzung in Delmenhorst geben: „Ja“, bestätigte Städter und verspricht, die bisherigen drei Kampfabende bei der vierten Auflage „noch zu toppen“. „Wir haben noch nie so freundliches und friedliches Publikum, wie in Delmenhorst erleben dürfen. Alleine dafür lohnt sich der Aufwand.“


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