28:32 beim TV Bissendorf-Holte TV Neerstedt fehlen am Ende Kraft und Konsequenz

Von Frederik Böckmann und Karl-Heinz Klenke

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Nicht zu halten: Bissendorf-Holtes Christian Rußwinkel setzte sich in dieser Szene durch und erzielte einen seiner fünf Treffer – sehr zum Leidwesen der Neerstedter Philipp Hollmann (links) und Andrej Kunz. Foto: Moritz FrankenbergNicht zu halten: Bissendorf-Holtes Christian Rußwinkel setzte sich in dieser Szene durch und erzielte einen seiner fünf Treffer – sehr zum Leidwesen der Neerstedter Philipp Hollmann (links) und Andrej Kunz. Foto: Moritz Frankenberg

Bissendorf. Die Handballer des TV Neerstedt haben ihr Oberliga-Auswärtsspiel beim TV Bissendorf-Holte verloren. Nach einem Sechs-Tore-Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit machte der TVN die Partie noch einmal spannend, haderte am Ende aber auch mit dem Spielglück. 

Sie lagen zu Beginn der zweiten Hälfte klar zurück, kämpften sich in der Schlussphase wieder heran, doch dann fehlten Konsequenz, Kraft und Spielglück: Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt haben ihr Auswärtsspiel beim TV Bissendorf-Holte mit 28:32 (12:16) verloren und kassierten ihre dritte Niederlage in Folge.

„Ein Punkt wäre durchaus möglich gewesen, vielleicht sogar ein Sieg“, ärgerte sich Trainer Björn Wolken. „Am Ende haben Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht.“ Der TVN-Coach ärgerte sich in der Schlussphase über drei, vier entscheidende Spielszenen, als es seine Mannschaft bei nur noch drei Toren Rückstand versäumte, auf zwei Treffer zu verkürzen. Neerstedt verwarf zwei Tempogegenstöße und einen Siebenmeter. Dazu war Wolken mit einigen Entscheidungen der Schiedsrichter nicht einverstanden, wenngleich er diese nicht als Entschuldigung gelten lassen wollte.

TV Neerstedt hat Probleme in der Deckung

Die Partie begann für Neerstedt schlecht. Nach einem 3:3 (5.) hatte der TVN Probleme in der Deckung – weil Philipp Hollmann angeschlagen raus musste und Julian Hoffmann als dessen Vertreter im Innenblock ein paar Minuten brauchte, um ins Spiel zu kommen. Neerstedt lag danach immer mit zwei, drei Toren in Rückstand, zur Pause (12:16) dann mit vier Treffern im Hintertreffen. „Wir hatten in den ersten 15 Minuten mit unserer 3-2-1-Abwehr Probleme. Es fehlte mehrfach die Zuordnung, sodass Neerstedt über den Kreis zu Torerfolgen kam. Eine Umstellung auf die 6-0-Deckung brachte uns wieder in die Spur“, sagte TVBH-Trainer Malte Mischok.

Nach der Pause baute Bissendorf, das den besten Angriff der Liga stellt, seinen Vorsprung schnell auf 20:14 (35.) aus. Auch beim 18:24 (45.) und 20:26 (47.) lag der TVN mit sechs Toren zurück. In dieser Phase klappte bei den Gastgebern um Torjäger Christian Rußwinkel fast alles.

TV Neerstedt nutzt die klaren Torchancen nicht

Doch Neerstedt kämpfte, „bravourös“, wie Wolken es formulierte. Die Gäste verkürzten auf 23:26 (51.) – und merkten, wie Bissendorf-Holte nervös wurde. Doch in der entscheidenden Schlussphase ließ Neerstedt dann die klaren Torchancen aus. Und: Die Aufholjagd und diverse Umstellungen kosteten Neerstedt auch Kraft. „Der letzte Funken hat gefehlt“, fand Wolken, der das Ergebnis „ärgerlich und schade“ fand. Der Treffer von Außenspieler Tim Brauner zum 29:25 (56.) brachte die Vorentscheidung zugunsten der Gastgeber. Zwar gewann der Ex-Bissendorfer Mario Reiser (8 Treffer) das Bruderduell mit Mathias Reiser (2 Tore), doch die Punkte blieben in Bissendorf.

Mehr als zufrieden zeigte sich nach dem Spiel Bissendorf-Holtes Coach Malte Mischok. „Ich habe nie daran gezweifelt, dass wir die Partie gewinnen. Die Jungs haben die taktischen Vorgaben konsequent umgesetzt, und wir haben von allen Angriffspositionen Tore erzielt.“

Björn Wolken macht als Coach weiter

Der TV Neerstedt hat vor dem Spiel unterdessen seine wichtigste Personalie geklärt: Björn Wolken macht als Trainer weiter. „Ich musste nicht lange überlegen. Es macht unheimlich viel Spaß mit der Truppe“, sagte der 35-Jährige, der im vergangenen Sommer als Ex-Kapitän die Nachfolge von Jörg Rademacher an der Seitenlinie angetreten hatte.

„Die Jungs wollen, spielen einen guten Ball und haben einfach Spaß am Handball.“ Es sei auch für Wolken ein „riesengroßer Vertrauensbeweis“, dass aus dem Kern-Kader bis auf den zum Ligarivalen TV Cloppenburg wechselnden Torwart Hendrik Legler alle Akteure ihre Zusage für die kommende Saison gegeben hätten. Möglicherweise könne Wolken in der kommende Woche auch schon einen Nachfolger für Legler präsentieren.


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