Vereinschef Carsten Schröder hört auf HC Delmenhorst findet keinen neuen Vorsitzenden

Von Klaus Erdmann

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HCDer des Jahres: Ex-Vorsitzender Carsten Schröder (rechts) gratuliert Claudia Schweppe und Marc Hanisch. Foto: Klaus ErdmannHCDer des Jahres: Ex-Vorsitzender Carsten Schröder (rechts) gratuliert Claudia Schweppe und Marc Hanisch. Foto: Klaus Erdmann

Delmenhorst. Der Hockey-Club Delmenhorst findet keinen Nachfolger für den scheidenden Vereinschef Carsten Schröder. Die Mitglieder sprechen sich für den Breitensport und die Förderung eigener Leute aus. Christian Bremer trainiert derweil weiterhin die erste Herrenmannschaft.

Der Hockey-Club Delmenhorst (HCD) befindet sich weiter auf der Suche nach einem Vorsitzenden. Das ist ein Ergebnis der dreistündigen Jahreshauptversammlung des Vereins, die am Donnerstagabend im Hotel Goldenstedt auf dem Plan stand. Vereinschef Carsten Schröder kandidierte aus beruflichen Gründen nicht wieder. Das, erklärte er, habe er seinen Vorstandskollegen bereits vor rund einem Jahr mitgeteilt. Während der Tagung, an der sich 47 Personen (39 Stimmberechtigte) beteiligten, fand sich kein Nachfolger für den 55-Jährigen.

Unbesetzt blieb auch das Amt des Verantwortlichen für Marketing und Kommunikation (zuvor Frank Neubauer). Neben Wahlen, Ehrungen und Berichten stand die Diskussion über die HCD-Zukunft im Mittelpunkt. Die Anwesenden sprachen sich eindeutig für Breitensport und die Förderung eigener Leute aus. Schröder ernannte Claudia Schweppe und Marc Hanisch zu „HCDern des Jahres“. Patrick Wenthe ist seit 25 Jahren Mitglied.

HC Delmenhorst will die Kommunikation verbessern

Ferner blickte Schröder, der den neuen HCD am 20. März 2002 übernommen hat, auf seine Amtszeit zurück. Es habe stets Heraussforderungen gegeben, die man gemeistert habe. Allerdings habe man die Kommunikation etwas aus den Augen verloren. Schröder: „Hieran müssen wir arbeiten.“ Dr. Ronald Lüschen, zweiter Vorsitzender, betonte in seiner Laudatio, dass Schröder stets „Durchhaltevermögen und Optimismus“ gezeigt habe. Lüschen hob das Kunstrasen-Projekt (die Anlage wurde im August 2008 eingeweiht) und die Steigerung der Mitgliederzahl von 188 (2002) auf aktuell 301 hervor. Unter dem starken Beifall der Versammlung nahm Schröder einen Präsentkorb in Empfang.

Werner Fleischer, Vorstand Erwachsenenhockey, gab bekannt, dass Christian Bremer auch während der restlichen Oberliga-Feldsaison die Herren I trainiert. Für dessen Partner Hanisch sucht man einen Nachfolger. Fleischer verwies auf personelle Probleme: „Ob wir in der Feld-Rückrunde mit zwei Mannschaften antreten können, müssen wir sehen.“ Die Frauen (Verbandsliga), so Fleischer, bildeten mit dem Club zur Vahr II weiter eine Spielgemeinschaft. Eventuell würden die Bremer diese am Saisonende aufkündigen.

HC Delmenhorst macht im vergangenen Jahr 771 Euro Minus

Beim Jugendhockey, bei dem Andrea Knöbel und Dr. Stephanie Lersch das Führungsduo bilden, trägt die Arbeit des Ausschusses Früchte. Auch hier befinde sich der HCD auf der Suche nach Mitstreitern.

2017 habe es, so Wolfgang Lüschen (Vorstand Finanzen), ein Minus in Höhe von 771 Euro gegeben. Die Mitgliederzahl sei von 291 auf 301 (215 Aktive) gestiegen. Berichte von Neubauer und Jörg Pleil (Sportanlage) sowie die einstimmige Entlastung des Führungsteams folgten.

Auf die Frage „Wer verspürt den Drang in sich, den Vorsitz zu übernehmen?“ (Schröder) gab es keine positive Antwort. Ronald und Wolfgang Lüschen sind unterschriftsberechtigt und führen den HCD. Knöbel und Schiedsrichter-Chef Thomas Snopienski wurden einstimmig wiedergewählt. Als neuer Vertreter des Vorstands Erwachsenenhockey fungiert Rene Pawelski.

Diskussion über die Zukunft des HC Delmenhorst

Basierend auf einem Diskussionspapier („Vision des Vorstands“) in dem es um die zukünftige Ausrichtung und die Anstellung eines hauptamtlichen Mitarbeiters für den Sport-und Trainingsbetrieb geht, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Die Anwesenden sprachen sich gegen deutlich erhöhte Beiträge („Viele Eltern gingen diesen Weg nicht mit“) und für den Breitensport („Wir sind ein Breitensportverein“) aus. Sie verwiesen auf den Charakter des HCD („Wir sind ein familiärer Verein“) und betonten: „Wir müssen unsere Grenzen kennen“. Wichtig sei es, eigene Leute zu fördern, Jugendliche zu halten und ihnen Perspektiven zu bieten. Schröder: „Dem Vorstand geht es darum, eine Diskussion anzustoßen.“ Das ist ihm gelungen.


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