Fußball-Bezirksliga SV Baris Delmenhorst erlebt bitteres Wochenende

Von Daniel Niebuhr

Ärgerliche Niederlage: Der SV Baris Delmenhorst verlor beim FC Rastede. Foto: Daniel NiebuhrÄrgerliche Niederlage: Der SV Baris Delmenhorst verlor beim FC Rastede. Foto: Daniel Niebuhr

Delmenhorst. Fußball-Bezirksligist SV Baris Delmenhorst verliert im Schnee von Rastede mit 0:1 und hat Ärger mit einem Ex-Spieler. Der Verein veröffentlicht nach einem Facebook-Foto eine Stellungnahme.

Am Ende dieses verwunschenen Wochenendes für seinen Verein wusste Önder Caki gar nicht, worüber er sich als erstes echauffieren sollte – also versuchte es der Trainer des SV Baris erst einmal mit den nackten Resultaten. Dass seine Bezirksliga-Fußballer mit dem 0:1 (0:0) beim FC Rastede einen bitteren Punktspielstart 2018 einstecken mussten, „ist extrem frustrierend“, sagte Caki; dass zu diesem Ergebnis gestern auch ein Schneesturm und zumindest umstrittene Schiedsrichterentscheidungen beigetragen hatten, machte die Sache nicht besser. „Für uns“, sagte Caki, „war es kein guter Tag.“

„Unser Name Baris bedeutet Frieden“

Das Wochenende hatte schon mit einem Ärgernis begonnen. Ein ehemaliger Spieler hatte sich auf einer Facebookseite, die der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe stehen soll, mit einem Baris-Trikot ablichten lassen; die Vereinsführung reagierte prompt und stellte die Sache in einer Mitteilung richtig. „Wir akzeptieren das nicht. Wir trennen den Sport und die Politik. Wo wir allerdings eingreifen, ist, wenn der Vereinsname missbraucht wird. Dafür stehen wir nicht und werden wir auch nie stehen. Wir distanzieren uns von jeglichem Terror und von jeglicher Terrorpropaganda. Unser Vereinsname Baris bedeutet Frieden und dafür stehen wir“, hieß es dort. Caki kündigte an, dass der Schuldige mit Konsequenzen zu rechnen habe.

Die Köpfe der Spieler waren gestern aber offensichtlich frei, denn Baris war auf dem Kunstrasen von Rastede lange nicht so weit von einem Erfolgserlebnis entfernt. In einem Spiel, das unter dem heftigen Schnee litt, bekam Devin Isik in der 40. Minute die größte Chance der ersten Halbzeit, nachdem sein Sturmkollege Dennis Kuhn im Strafraum zu Fall gekommen war. Isik scheiterte mit dem Foulelfmeter jedoch an Rastedes Keeper Thomas Henke.

Zwei Unterbrechungen im Schneetreiben

Kurz danach jubelten die Delmenhorster doch, aber nur für einige Momente. Shewket Barakat Osef hatte für Baris getroffen, wurde aber wegen einer Abseitsposition zurückgepfiffen, zum Ärger der Gäste. „Ich weiß nicht, was der Schiedsrichter da gesehen hat“, sagte Caki.

Neun Minuten nach der Pause musste sich der Baris-Coach erneut über eine knifflige Abseits-Entscheidung aufregen: Dieses Mal lief das Spiel nach einer Rasteder Flanke weiter, und Kapitän Malte Schwerdtfeger erzielte das 1:0 für die Gastgeber. Der Durchblick wurde durch den heftiger werdenden Schneefall aber ebenso erschwert wie der Versuch von Spielkultur. Zweimal musste die Partie unterbrochen werden, um die Linien wieder freizuschaufeln. „Hier hätte nicht gespielt werden dürfen“, fand Caki. Seine Elf verlor zum ersten Mal seit Oktober und blieb auch in ihrem zweiten Bezirksligaspiel auf Kunstrasen ohne Tor – im August hatte es ein 0:5 beim SV Brake gegeben. In zwei Wochen gibt es beim VfB Oldenburg II wahrscheinlich die nächste Chance.


Statistik – FC Rastede - SV Baris Delmenhorst 1:0

SV Baris: Karakaya; Tuner, Tunc, Pelman, Ugur (70. Lentz), Mangal, Osef, Caliskan, T. Caki (60. Blümel), Kuhn, Isik.

Tor: 1:0 Schwerdtfeger (54.).

Bes. Vorkommnis: Henke hält Foulelfmeter von Kuhn (40.).