Handball-Oberliga TV Neerstedt bleibt nach der Pause mit dem Kopf in der Kabine

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Hier obenauf, am Ende chancenlos. Andrej Kunz und der TV Neerstedt kassierten gegen Cloppenburg ihre zweite Pleite in Folge. Foto: TobisHier obenauf, am Ende chancenlos. Andrej Kunz und der TV Neerstedt kassierten gegen Cloppenburg ihre zweite Pleite in Folge. Foto: Tobis

Neerstedt. Klare Heimniederlage für den TV Neerstedt: In der Handball-Oberliga kassierte der TVN vor heimischer Kulisse gegen den bärenstarken TV Cloppenburg eine 27:35 (16:18)-Niederlage.

Zwölf, elf Minuten vor dem Spielende wusste auch Björn Wolken, dass an diesem Samstagabend für den TV Neerstedt nichts mehr zu holen sein würde. Der Coach des Handball-Oberligisten setzte sich auf die Bank neben Betreuer Torsten Kasper, stellte das aktive Coachen ein und verfolgte enttäuscht-resigniert die letzten Minuten im Nachbarduell gegen den langjährigen Rivalen TV Cloppenburg.

Mit 27:35 (16:18) hatte Neerstedt deutlich gegen das Oberliga-Team mit der aktuell längsten Siegesserie verloren und war damit sogar noch gut bedient, weshalb Wolken einerseits feststellte: „Diese Niederlage ist kein Beinbruch. Cloppenburg kann aus ganz anderen Töpfen greifen als wir. Die leisten sich ja zwei komplette erste Sieben in ihrem Kader“, in dem unter anderem mit dem Bundesliga-erfahrenen Jannis Köllner (verletzt) nicht nur ein Topspieler fehlte. Andererseits fand es Wolken auch „ernüchternd“, wie wenig sich sein Team nach einer lange Zeit guten ersten Halbzeit im zweiten Durchgang wehrte. „Wenn Cloppenburg das richtig durchzieht, kassieren wir mindestens 40 Gegentore. Die Höhe der Niederlage ärgert mich.“

Vor 230 Zuschauern, darunter 50 lautstarke TVC-Fans, zeigten beide Mannschaften zunächst Vollgas-Handball. Fast jeder Wurf war ein Treffer – und Neerstedt dank seiner aufmerksamem Deckung richtig gut in der Partie. Angeführt vom zunächst starken Eike Kolpack, in der in den ersten 30 Minuten acht seiner insgesamt zehn Tore warf, machte der TVN aus einem 7:7 (13.) eine 10:7- (17.) und später 12:9-Führung (19.).

Dann gab es jedoch eine Schlüsselszene. Neerstedt erkämpfte sich in der Abwehr wieder einmal einen Ball, Eike Kolpack wollte mit einem langen Pass Niklas Lüdeke bedienen, doch Kolpacks Wurf „verhungerte“ (Wolken). Die Gäste fingen den Gegenstoß ab und trafen selbst über die zweite Welle. So hieß es statt möglicherweise 13:9 nur 12:10 (20.) und später dank eines Treffers von Cloppenburgs von den Kasper-Brüdern im Innenblock kaum zu verteidigendem Kreisläufer-Kraftpaket Ole Harms 12:13 (23.).

Nach der Pause (16:18) fiel der TVN dann schnell auf 18:26 (45.) zurück. Das Spiel war entschieden. „Wir sind mit dem Kopf in der Kabine geblieben“, haderte Wolken, der zudem „zu große Lücke n der Abwehr“ und „viel zu viele Fehlwürfe“ beklagte. Weil Neerstedt auch im gebundenen Spiel große Probleme hatte, zog Cloppenburg dank seiner großen individuellen Klasse unaufhaltsam davon – und tütete seinen achten Sieg in Serie ein, der gefühlt noch klarer als „nur“ mit achten Toren Unterschied ausfiel.

„Das Spiel ohne Ball lief bei uns super“, freut sich TVC-Trainer Barna-Zsolt Akacsos, dessen Team nach einem vor allem von großem Verletzungspech geplagten katastrophalen Saisonstart nun noch die Vizemeisterschaft im Visier hat.

Bester Werfer für den TV Neerstedt: Eike Kolpack traf zehn Mal.

Am kommenden Sonntag tritt Neerstedt ab 17 Uhr beim TV Bissendorf-Holte an. Der TVBH gewann zuletzt überraschend mit 30:25 beim bisherigen Tabellenzweiten VfL Edewecht.


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