2. Bundesliga der Frauen TV Jahn Delmenhorst und der Frust mit dem Frost

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Im September übersprang der TV Jahn Delmenhorst die Hürde Herforder SV: Nathalie Heeren gewann mit ihren Delmenhorster Teamkolleginnen gegen die Ostwestfälinnen um Torhüterin Kira Kutzinski (unten). Foto: Rolf TobisIm September übersprang der TV Jahn Delmenhorst die Hürde Herforder SV: Nathalie Heeren gewann mit ihren Delmenhorster Teamkolleginnen gegen die Ostwestfälinnen um Torhüterin Kira Kutzinski (unten). Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Der TV Jahn Delmenhorst hat auch vor dem zweiten Punktspiel in der 2. Bundesliga 2018 mit dem winterlichen Wettbewerbsnachteil zu kämpfen. Ohne reguläres Training wollen die Zweitliga-Fußballerinnen beim Herforder SV ihren Coup aus dem September wiederholen – auch wenn sie wieder nicht im großen Stadion spielen dürfen.

Nicht wirklich überraschend ist am Donnerstagabend am Kunstrasenplatz des Herforder SV kein Delmenhorster gesichtet worden. Die ostwestfälischen Zweitliga-Fußbalerinnen testeten bei frostigen Temperaturen gegen den niederländischen Erstliga-Spitzenreiter Twente Enschede, der TV Jahn hat aber darauf verzichtet, einen Späher zu schicken. Dabei hätte man beim 5:1 der Enschederinnen durchaus einiges zum Nachmachen mitnehmen können, schließlich spielen die Delmenhorsterinnen am Sonntag ab 14 Uhr selbst in Herford. „Leider hatte am Donnerstag keiner von uns Zeit“, scherzt Jahn-Trainer Claus-Dieter Meier.

Meier lobt Herforder Struktur

Allerdings weiß er bereits, wie man Herford bezwingt – im Hinspiel im September feierte Jahn beim 4:3 dank eines Viererpacks von Anna Mirbach den ersten Bundesliga-Sieg einer Delmenhorster Fußball-Mannschaft überhaupt. Vor dem Rückspiel, Jahns zweitem Ligaauftritt 2018, sind die Vorzeichen anders: Herford steht als Zehnter mit sechs Zählern zwar einen Punkt und einen Platz hinter Jahn, hat aber noch mindestens Rang sieben im Visier, der zur Relegation für die eingleisige 2. Liga berechtigt. „In Herford steckt viel mehr Geld dahinter und ein globaler Plan“, sagt Meier. Für Jahn geht es eher darum, sich vom Tabellenende fernzuhalten und den guten Eindruck der Hinrunde zu bestätigen. Bei den durchaus respektablen sieben Zählern soll es für den Zweitliga-Debütanten nicht bleiben. „Damit wird man wahrscheinlich sogar Letzter“, glaubt Trainer Meier. „Aber jeder Punkt ist schwer zu holen. Wir sind eigentlich in keinem Spiel wirklich Favorit.“

Spiel auf den Kunstrasenplatz verlegt

Zumal sich der Wettbewerbsnachteil im Winter nicht leugnen lässt. Herford trainiert und testet auf Kunstrasen, Jahn kann bei gesperrten Plätzen hauptsächlich eines tun: laufen. „Wir sind mehr auf der Straße als auf dem Platz“, sagt Meier. Ab und zu kann man in der Gymnastikhalle trainieren – „das ist aber eher Stepptanz“. Zumindest sind die Spielerinnen bei dieser Art der Vorbereitung keiner großen Verletzungsgefahr ausgesetzt, Ausfälle gibt es im Defensivbereich trotzdem. Lena Funke fehlt mit der fünften Gelben Karte, Nadine Poppen ist im Urlaub. „Mit einem Punkt wäre ich zufrieden“, sagt Meier.

Bisher hat der frostige Februar schon einigen Frust verursacht: Reguläres Training ist nicht möglich, das Heimspiel gegen den USV Jena II fiel aus, und in den beiden Spielen, die stattfanden, gab es ein 1:9 im Test bei Werder Bremen und ein 2:8 vor zwei Wochen in der Liga beim SV Meppen. Zumindest konnte sich Jahn dabei an Kunstrasen gewöhnen, der auch in Herford der Untergrund sein wird. Das Spiel ist am Freitagabend vom altehrwürdigen Ludwig-Jahn-Stadion, das 18400 Zuschauer fasst, auf den Nebenplatz verlegt worden. Für Jahn ist das doppeltes Pech: Schon bei der Partie in Meppen hatte Meiers Team wegen der Platzverhältnisse nicht in der großen Arena spielen dürfen.


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