Badminton-Saisonbilanz DFC I steigt ab, DFC II hält die Klasse, TuS Heidkrug steigt auf

Von Frederik Böckmann

Meister in der Bezirksliga 2: Der TuS Heidkrug mit (von links) Thomas Olbrich, Daniela Lau, Sven Nazarek, Trixie Riewe, Marco Riewe und Fabian Brandt. Foto: TuS HeidkrugMeister in der Bezirksliga 2: Der TuS Heidkrug mit (von links) Thomas Olbrich, Daniela Lau, Sven Nazarek, Trixie Riewe, Marco Riewe und Fabian Brandt. Foto: TuS Heidkrug

Delmenhorst. Frust beim Landesligisten Delmenhorster FC I, fröhliche Gesichter beim Verbandsklassisten DFC II und Riesenjubel beim Bezirksligisten TuS Heidkrug: Am vergangenen Wochenende schlossen die drei höchsten Delmenhorster Badminton-Mannschaften ihre Saison 2017/2018 ab – mit sehr unterschiedlichen Bewertungen. Möglicherweise spielen die drei Federball-Teams in der kommenden Saison alle zusammen in einer Liga – in der Verbandsklasse.

Delmenhorster FC I

Der DFC hatte in der Landesliga den sportlichen Klassenerhalt vor dem letzten Spieltag beim VfL Stade noch in eigener Hand, doch am Ende herrschte Frust im DFC-I-Lager nach einer 2:6-Niederlage. Nur ein Sieg hätte den Delmenhorstern gereicht, um in der Tabelle noch am VfL vorbeizuziehen. Der DFC belegte in der Abschlusstabelle nun Rang sechs (6:18 Punkte) hinter Stade (10:14). „Wir sind schon enttäuscht“, räumte DFC-Mannschaftsführer Henning Cohrs ein.

Der Auftritt in der Hansestadt war ein Spiegelbild der DFC-Saison: „Uns hat mal wieder etwas das Spielglück gefehlt“, meinte Cohrs. Vor der Partie hatte Simon Wepner krankheitsbedingt absagen müssen, zudem ging der am Arm verletzte Torben Wachholz angeschlagen in die Partie. „Die Voraussetzungen waren deshalb nicht ganz so günstig“, sagte Cohrs.

Die Gäste rechneten sich nach dem engen Hinspiel (3:5) dennoch einiges aus. Aber: Statt der erhofften vier Punkte in den Doppeln gab es nur zwei Zähler. Im Herren-Doppel 1 gewannen Frank Eilers und Aushilfe Morten Daugaard-Hansen knapp in drei Sätzen (17:21, 21:15, 21:15), im Mixed-Doppel siegten Frank und Anja Eilers souverän (21:15, 21:12). Nach dem 2:3-Zwischenstand war für den DFC noch alles möglich, doch die in den Einzeln gewohnt starken Stader tüteten vor rund 60 Zuschauern dann den Sieg souverän ein.

Mit Blick auf die zurückliegende Saison hält Cohrs fest: „Wir können in der Landesliga mithalten.“ Und: „Wir haben uns nicht einmal abschießen lassen“, betonte Cohrs mit Blick auf vier knappe und ärgerliche 3:5-Niederlagen. Gegen den Vorletzten TSV Gnarrenburg gewann der DFC zwei Mal deutlich (7:1, 6:2), zudem gab es zwei Unentschieden gegen den Zweiten SG Brietlingen/Adendorf und den Dritten SG Maschen/Lüneburg II.

Ärgerlich sei es gewesen, dass der DFC auf Grund des Rückzugs von Eintracht Oldenburg fünf Doppelspieltage absolvieren musste und dementsprechend „nicht immer frisch“ in die zweite Begegnung des Tages gegangen sei. Ein Problem sei über die Saison gesehen auch die magere Punkteausbeute im Damen-Einzel gewesen. Dort war wegen der Ausfälle von Anja Eilers (teilweise verletzt) und Tanja Linder (schwanger) eine Vakanz entstanden.

Ob der DFC tatsächlich den Gang in die Verbandsklasse antreten muss, entscheidet sich erst in den kommenden Wochen. Zunächst finden die Relegationsspiele statt, außerdem ist abzuwarten, in welchen Ligen die Mannschaften melden. Möglich sind auf jeden Fall drei Szenarien: Entweder gibt es zwei, drei oder vier Absteiger aus der Landesliga. Bei der letzten Variante müsste sogar der VfL Stade noch absteigen.

Bei einem DFC-Abstieg ist der direkte Wiederaufstieg in die Landesliga das Ziel. „Definitiv“, sagt Cohrs und betonte: „Ich bin zuversichtlich, was die nächste Saison angeht.“

Delmenhorster FC II

Mit zwei souveränen 6:2-Erfolgen hat derweil die DFC-Reserve nach einer von vielen Verletzungen geplagten Saison zumindest den sportlichen Klassenerhalt als Sechster seiner Achter-Staffel in der Verbandsklasse erreicht. Beim ersten Sieg gegen den SC Melle hieß es nach den Doppeln bereits 3:0, wobei das Damen-Doppel von Nadine Cernohous/Mareike Kretschmann und das Herren-Doppel 1 von Christian Spreng/Julius Dreßen erst im dritten Satz geholt werden konnte. Julius Dreßen sicherte in seinem dritten Herreneinzel in zwei Sätzen den vierten Punkt, dann machte Nadine Cernohous im Damen-Einzel den Delmenhorster Sieg perfekt.

Beim Erfolg gegen den Tabellenletzten BC Osnabrück profitierte der DFC II unter anderem von zwei kampflosen Punkten. Sowohl Romuald Firla/Thomas Nierentz im Herren-Doppel 2 als auch Staden/ Kretschmann im Damen-Doppel siegten klar in zwei Sätzen. Die weiteren Punkte steuerten Nadine Cernohous mit einem klaren Einzelerfolg und Dreßen mit einem umkämpfen Drei-Satz-Sieg bei. Ob es für den DFC II zum Klassenerhalt reicht, entscheidet sich ebenfalls erst, wenn die Auf- und Abstiegszahl in den höheren Ligen feststeht und wie viele Mannschaften aus der Verbandsklasse absteigen.

TuS Heidkrug I

Sollten der DFC I und II in der kommenden Saison in der Verbandsklasse spielen, dann kommt es dort zu Derbys mit dem TuS Heidkrug. Denn der TuS jubelte am Wochenende über die Meisterschaft in der Bezirksliga und den Aufstieg in die Verbandsklasse. Nachdem sich der TuS i m Sommer wegen personeller Probleme vom Landesliga-Spielbetrieb zurückgezogen hatte, formierte sich eine neue Mannschaft.

Die verbleibenden TuS-I-Spieler Fabian Brandt, Gerrit Biendara und Thomas Olbrich bildeten zusammen mit den bisherigen TuS-II-Akteuren Mike Stemmler, Marco Riewe und Sven Nazarek die neue Herren-Formation. Im Damenbereich war Daniela Lau als Leistungsträgerin gesetzt. Neben ihr traten Trixi Riewe, Monika Neufang und Ilaria Greco an. Bemerkenswert war auch der Auftritt Stefanie Lipinskis, die an einem Spieltag aushalf und eine „beeindruckende, kämpferische Leistung zeigte“, wie Trixi Riewe betonte. Heidkrug stand vom ersten Spieltag an der Tabellenspitze und feierte schließlich mit 23:5 Punkten (elf Siege, ein Remis, zwei Niederlagen) die Meisterschaft. (Hier geht’s zur Tabelle)

Meister mit dem TuS Heidkrug: Ilaria Greco. Foto: Rolf Tobis

„Auch wenn wir im Damenbereich noch immer eine leistungsstarke Partnerin für Daniela Lau suchen, sind wir stark genug aufgestellt“, findet Riewe, obwohl Greco und Neufang nicht regelmäßig trainieren und nicht zu allen Spieltagen antreten können. Sie betont: „Wir werden die vorhandenen Ressourcen bündeln, um die Verbandsklasse zu halten.“ Der eine oder andere Spieler habe sogar schon die Rückkehr in die Landesliga im Blick.

TuS Heidkrug II

Der TuS Heidkrug II belegte in der Bezirksklasse zwar nur den vorletzten Platz. Doch für die zweite Mannschaft stand mehr die Entwicklung denn das Ergebnis im Vordergrund. „Wir haben vielen jungen Spielerinnen und Spielern eine gute Bühne geboten, damit sie ihr Spiel verbessern und stabilisieren können“, sagte Trixi Riewe. An der Seite der erfahrenen Robin Beneke und Andreas Schneider kämpften Annica Skupck, Lea Brinkman, Luca Rautenaus, Nils Brinkmann, Stefan Lipinski und Dennis Nahler um Punkte. „Besonders die Entwicklung von Dennis Nahler zum Leistungsträger war auffallend“, sagte Trixi Riewe, die feststellte: „Wir führen die Abteilung wieder auf ein gutes Niveau.“ (Hier geht’s zur Tabelle)