zuletzt aktualisiert vor

Jahreshauptversammlung Manfred Engelbart ist neuer Vorsitzender des SV Atlas

Meine Nachrichten

Um das Thema Lokalsport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Delmenhorst. Manfred Engelbart ist neuer Vorsitzender des SV Atlas Delmenhorst. Der 73-jährige Unternehmer wurde am Montagabend auf der Jahreshauptversammlung des SVA mit 91 von 91 Stimmen für die nächsten drei Jahre zum Klubchef gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden ohne Gegenstimme für zwei Jahre wiedergewählt.

Bisher war Manfred Engelbart Großsponsor und Mitglied beim SV Atlas Delmenhorst, seit Montagabend 19.29 Uhr hat der 73-Jährige eine weitere Funktion beim Kultklub inne: Denn auf der Jahreshauptversammlung des SVA für die Jahre 2016 und 2017 wurde Engelbart in der Vereinsgaststätte Jan Harpstedt zum neuen Vorsitzenden als Nachfolger von Jörg Borkus gewählt. Er erhielt alle Stimmen der 91 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder und nahm die Wahl spürbar gerührt an. (Weiterlesen: Jörg Borkus zieht seine Abschiedsbilanz)

Eloquent und witzig, motiviert und verständnisvoll, Ziel gerichtet und auch Fehler einräumend – so sah die Charmeoffensive von Engelbart bei der exakt 60 Minuten dauernden Jahreshauptversammlung aus. Er empfinde „Stolz, einen Riesenrespekt und unglaubliche Gefühle“ sagte Engelbart. „Der SV Atlas ist ein großartiger Verein.“ Er wisse, dass er sich auf einen „harten Job“ einstelle. Er wolle mit den Mitgliedern „offen und ehrlich“ kommunizieren. „Es wird kein Geklüngel geben.“ Mit Blick auf seine nun beginnende dreijährige Amtszeit sagte er: „Entweder schafft der Vorsitzende den Verein, oder der Verein schafft den Vorsitzenden.“

Vorstand verteilt die Aufgaben teilweise neu

Ebenso wie für den Posten des Klubchefes stellten sich die restlichen fünf Vorstände wieder zur Wahl. Ohne Gegenstimme und mit teilweise neuen Aufgabenbereichen wurden für zwei Jahre Ronald Specht-Fuhrken (2. Vorsitzender und Sicherheitsbeauftragter) und Thomas von Rönn (Kassenwart) sowie aus dem erweiterten Vorstand Bastian Fuhrken (Sport), Bastian Ernst (Vertrieb, Marketing, Catering, Homepage, Pressearbeit) und Tammo Renken (Verwaltung, Verträge, Versicherungen, Mitgliederbetreuung) wiedergewählt.

Volles Haus bei Jan Harpstedt: 100 Personen nahmen an der Jahreshauptversammlung teil – davon 91 stimmberechtigte Mitglieder. Foto: Rolf Tobis

An dem von Team-Manager Bastian Fuhrken schon im vergangenen Herbst offensiv formulierten mittelfristigen Ziel Regionalliga will auch Engelbart festhalten. „Wir haben keine Chance auf die Regionalliga. Aber diese Chance wollen wir nutzen“, sagte der Unternehmer mit Blick auf die im Vergleich zur Konkurrenz beschränkteren finanziellen Mittel.

Engelbart will in drei Jahren 1000 Mitglieder präsentieren

Ein wichtiges Anliegen ist Engelbart dies: die Strukturen und Organisation im Verein müssen optimiert werden. Davon würden auf Dauer auch die Oberliga-Mannschaft und alle anderen Teams profitieren. Engelbart räumte ein, dass sich der Verein in gewissen Bereichen bisher „im Abstiegskampf“ befunden habe. Denn der sportliche Erfolg hatte Atlas beim Aufbauen seiner Strukturen im Eiltempo überholt.

Das betrifft vor allem die Mitgliederwerbung: Zum Ende des vergangenen Jahres hatte der SVA 341 Mitglieder. Engelbarts mittelfristiges Ziel klingt ambitioniert: eine vierstellige Mitgliederzahl. „Ein Verein mit diesen Fans und mit dieser Tradition braucht 1000 Mitglieder, damit wir in Zukunft gut aufgestellt sind. Aber daran arbeiten wir.“ Bis zur Hauptversammlung 2020 möchte Engelbart diese Zahl präsentieren. „Das habe ich mir auf die Fahne geschrieben“, betonte er.

Diskussionen über die neue Satzung

Dass die Atlas-Fans nicht alles bejahen, sondern durchaus auch kritisch nachfragen, zeigte sich in den Tagesordnungspunkten „Satzungsänderung“ und „Verschiedenes“. Dass die Neufassung der Satzung „schlanker, klarer und effizienter“ (Engelbart) sei und die Blau-Gelben zum Beispiel vor Regressansprüchen aus der Vergangenheit schütze, darüber gab es keine Diskussionen. Wohl aber unter anderem darüber, dass der SV Atlas Delmenhorst von 2012 „in der Tradition des SSV Delmenhorst von 1900, FC Roland von 1912 und dem SV Atlas Delmenhorst von 1973“ stehe. Das war vor allem den Anhängern des Fanclubs Blau-Gelb Reloaded ein Anliegen. Die neue Satzung wurde schließlich mit 86 Ja-Stimmen (und fünf Enthaltungen) angenommen.

Auch bei der Mitgliederverwaltung habe zuletzt einiges im Argen gelegen, was nicht nur einige Fans kritisierten, sondern auch Engelbart einräumte. „Wir wissen, was schlecht gelaufen ist. Wir waren etwas geblendet vom Erfolg“, sagte der neue Klubchef. „Wir wissen auch, dass wir es besser machen müssen.“ Ab sofort mit Engelbart an der Spitze.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN