Handball-Bundesliga A-Jugend Füchse-Trainer Bob Hanning lobt Grüppenbühren/Bookholzberg

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Boten dem Bundesliga-Spitzenreiter Paroli: die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg um Kian Krause (vorn). Sie unterlagen den Füchsen Berlin mit Maurice Reinert (links) dennoch mit 23:34. Foto: Rolf TobisBoten dem Bundesliga-Spitzenreiter Paroli: die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg um Kian Krause (vorn). Sie unterlagen den Füchsen Berlin mit Maurice Reinert (links) dennoch mit 23:34. Foto: Rolf Tobis

Bookholzberg. Die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg haben ihr Heimspiel gegen den Bundesliga-Spitzenreiter Füchse Berlin mit 23:34 (10:19) verloren. Sie boten trotzdem eine starke Leistung, für die sie auch von Gästetrainer Bob Hanning gelobt wurden.

Bob Hanning, Trainer der A-Jugend-Handballer der Füchse Berlin und Vizepräsident des Deutschen Handballbunds, war eine Sache sehr wichtig, als er sein Fazit des Bundesligaspiels seiner Mannschaft bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg fast beendet hatte. „Das soll die Leistung der HSG überhaupt nicht schmälern“, sagte er am späten Samstagnachmittag in der Halle am Ammerweg. Dort hatte der Spitzenreiter mit einem 34:23 (19:10) seinen 17. Sieg im 17. Saisonspiel eingefahren – und seinen Coach trotzdem nicht vollends überzeugt. „Wir sind in der Abwehr nicht mit letzter Konsequenz zu Werke gegangen“, merkte Hanning kritisch an: „Im Angriff haben wir uns den einen oder anderen Fehlwurf geleistet.“

Bob Hanning lobt HSG-Handballer

Fast 300 Zuschauer hatten in Bookholzberg dennoch eine auf gutem Niveau stehende Partie gesehen, in der Kian Krause (7 Tore) die meisten HSG-Treffer erzielte und Loris Kotte (7/3) und Philipp Reineck (7/1) die erfolgreichsten Füchse-Werfer waren. „Die Gastgeber haben sehr emotional gespielt“, lobte Hanning den Anteil des Tabellenletzten an der Qualität der 60 Spielminuten: „Sie waren in der zweiten Halbzeit gleichwertig.“ Das Kompliment und der couragierte Auftritt ihrer Spieler, der ihnen dies eingebracht hatte, freute die HSG-Trainer Stefan Buß und Andreas Müller. „Wir sind sehr zufrieden mit der Leistung“, sagte Buß: „Die Mannschaft hat nie aufgegeben, sondern immer weitergekämpft und weitergespielt.“

Der amtierende Deutsche Vizemeister schonte in Bookholzberg die Spieler, die dem älteren A-Jugend-Jahrgang (1999) angehören. Für sie waren einige Aktive aus der B-Jugend der Füchse in den Kader genommen worden, was spielerisch keine Schwächung bedeutet, denn die Füchse holten in dieser Altersklasse im zurückliegenden Jahr 2017 den DM-Titel. Die jüngeren Aktiven, die im Landkreis aufliefen, sollten dort Spielpraxis für die Schul-Weltmeisterschaft in Dohar (Katar) sammeln, an der sie vom 21. Februar an im Team des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin teilnehmen. Das hatte Hanning vor dem Anpfiff in einem Gespräch mit Hallensprecher Sönke Spille verraten.

Berlin setzt sich innerhalb von neun Minuten ab

Das Füchse-Team begann die Partie wenig später mit einer 3-2-1-Abwehrformation, die es sehr offensiv interpretierte. Die HSG-Rückraumspieler wurden weit vor der Neunmeter-Linie im Spielaufbau gestört. Das irritierte diese zunächst kaum. Mit viel Laufarbeit und hohem Einsatz erarbeitete sich die HSG-Mannschaft Tore. Sie ging die Defensivarbeit in einer 6:0-Aufstellung genauso engagiert an. Grüppenbühren/Bookholzberg bot Berlin Paroli. Die Füchse lagen dank ihrer größeren individuellen Durchsetzungsfähigkeit im Rückraum und ihres guten Konterspiels dennoch immer vorn, setzten sich aber nicht ab. Auf den HSG-Treffer zum 10:12, den Jona Schultz mit ein wenig Glück erzielt hatte (21. Minute), reagierte Hanning. Er nahm eine Auszeit, in der er seine Spieler offensichtlich erreichte und die zudem Grüppenbühren/Bookholzberg aus dem Rhythmus brachte. Konzentrierte, intensive Abwehrarbeit und ein paar kleine Fehler der HSG-Offensive ermöglichten den Berlinern bis zum Halbzeitpfiff einen 7:0-Lauf, fünf Treffer warfen sie nach Kontern.

Grüppenbühren/Bookholzberg beweist gute Moral

Die Füchse dominierten auch die Anfangsphase des zweiten Abschnitts. Nachdem Torben Matzken die HSG-Defensive versetzt und zum 23:11 getroffen hatte (36.), schwante manchem HSG-Fan Böses: Gibt es doch eine Klatsche? Diesen Gedanken vertrieben die HSG-Spieler allerdings schnell. Sie bewiesen gute Moral. Angeführt von ihrem Besten, Torwart Jan Kinner, ackerten und rackerten sie in Abwehr und Angriff, wo ihnen gegen die in der defensiven 6:0-Formation aufgestellte Füchse-Defensive einige schöne Kombinationen gelangen, unermüdlich für ein gutes Ergebnis. Mit Erfolg. Beste Stimmung auf der Tribüne, ein großer Schlussapplaus (für beide Mannschaften), Komplimente vom DHB-Vizepräsident und stolze Trainer waren der verdiente Lohn. „Das hat Spaß gemacht“, sagte Buß.

Und doch, es gab auch einen Wermutstropfen für die nicht in Bestbesetzung angetretene HSG. Kurz vor der Schlusssirene schied Krause verletzt aus. Buß hoffte, dass der Rückraumspieler keine Zwangspause einlegen muss.

„Du merkst, dass die HSG in der Bundesliga angekommen ist“

Hanning sah in seiner Bilanz die Forderung an seine Mannschaft, konzentriert, engagiert und seriös aufzutreten, „nur bedingt“ erfüllt. Die Partie habe für sie aber einen Lerneffekt, meinte er: „Es war für die Spieler gut, zu sehen, wie es ist, wenn Leistungsträger nicht dabei sind und sie selbst Verantwortung übernehmen müssen.“ Dann ergänzte er noch seine Anerkennung für die HSG. „Sie hat sich deutlich verbessert“, sagte er mit Blick auf das 37:20 im Hinspiel. „Du merkst, dass sie in der Bundesliga angekommen ist. So etwas darfst du nicht nur in Punkten messen.“ Der Aufsteiger habe sich am Samstag in vielen Bereichen deutlich stärker präsentiert als damals.

Dass kleinere Vereine wie eben die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg die „Herausforderung Bundesliga“ annehmen, gefällt Hanning nicht nur, er hält es für notwendig. „Handball gehört aufs Land“, sagte er, denn: „Nur wenn die Breite stimmt“, könnten genug Talente für den Spitzensport gefunden werden. Die so gut auszubilden, dass einige von ihnen in der Bundesliga der Männer Fuß fassen können, sei das Ziel der der Nachwuchsarbeit der Füchse. Dies erreichen sie seit 2005 regelmäßig. Ein Vergleich mit der HSG verbiete sich. „Wir haben in den vergangenen Jahren mehr als vier Millionen Euro in die Jugendarbeit investiert“, erklärte Hanning.


Statistik:

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg: Kinner; Krause 7, Latz 1, Lippe 3, Lachs, Krix, Harfst, Schultz 1, Reuter 3, Braun 3/1, Kowalzik 2, Hennemann 2, Dehmel 1.

Füchse Berlin: Karch, Folgmann; Hopp 4, Matthes, Gerntke, Matzken 4, Winkelsesser 1, Kotte 7/3, Karpe 1, Reineck 7/1, Heinis 5, Reinert 5, Coßmann.

Schiedsrichter: Biehrhals, Priesing (SC Magdeburg).

Zeitstrafen: HSG 4 – Füchse 4.

Siebenmeter: HSG 2/1 – Füchse 5/4.

Zuschauer: 300.

Spielfilm: 1:3 (4.), 3:3 (7.), 7:9 (15.), 10:12 (21.), 10:19 – 11:23 (36.), 17:26 (43.), 20:30 (52.), 23:34.

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