VfL Stenum Schiedsrichterin Nicole Kluth ist NFV-Verbandssiegerin

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„Danke Schiri 2017“: Der Kreisvorsitzende Erich Meenken (links) und der Kreisschiedsrichterobmann Harald Theile (rechts) zeichneten (von links) Ende 2017 die Kreissieger Alrich „Ali“ Sprung (SV Atlas), Nicole Kluth und Uwe Steffen (beide VfL Stenum) aus. Foto: NFV / Theile„Danke Schiri 2017“: Der Kreisvorsitzende Erich Meenken (links) und der Kreisschiedsrichterobmann Harald Theile (rechts) zeichneten (von links) Ende 2017 die Kreissieger Alrich „Ali“ Sprung (SV Atlas), Nicole Kluth und Uwe Steffen (beide VfL Stenum) aus. Foto: NFV / Theile

Delmenhorst. Fußball-Schiedsrichterin Nicole Kluth vom VfL Stenum wird in Niedersachsen als Verbandssiegerin geehrt. Die 35-jährige Delmenhorsterin zeigt, dass man auch als Mutter von zwei Kindern noch Schiedsrichterin sein kann. Für ihr Engagement wird Kluth zu einem vom DFB organisierten Wochenende nach Dortmund eingeladen.

Nachdem Nicole Kluth die zahlreichen Glückwünsche für ihre nächste Auszeichnung entgegengenommen hatte, nahm sie ihr Smartphone und kontaktierte ihren Mann Oliver. Der Inhalt: „Du musst dich noch ein weiteres Wochenende um unsere Kinder kümmern.“ Am vergangenen Samstag und Sonntag weilte Nicole Kluth in Hannover, die Unparteiische des VfL Stenum nahm dort vor Schiedsrichter-Vertretern des NFV als Siegerin des Fußball-Bezirkes Weser-Ems im Rahmen der Aktion „Danke Schiri 2017“ teil. Und zu ihrer Überraschung wurde Kluth dann noch einmal auf die Bühne gerufen: Denn sie wurde auf der Veranstaltung auch zur Verbandssiegerin erklärt und darf damit an einer Ehrungsveranstaltung auf DFB-Ebene in Dortmund am 5. und 6. Mai teilnehmen. (Weiterlesen: Fußballkreis ehrt Nicole Kluth, Uwe Steffen und Ali Sprung)

Erst Kreissiegerin, dann Bezirkssiegerin und jetzt sogar Verbandssiegerin: Nicole Kluth war „sehr überrascht und mega stolz“, als sie die Auszeichnung für ihr enormes Engagement entgegengenommen hatte. „Der Aufwand ist schon sehr groß. Aber wenn man sich vernünftig organisiert, dann ist auch das möglich.“ Denn die 35-Jährige ist nicht nur aktive Schiedsrichterin, sondern auch Mutter von zwei kleinen Kindern – sie hat eine dreijährige Tochter und einen einjährigen Sohn–, und arbeitet mit 25 Wochenstunden in einer Spedition in Bremen. Weil ihr Mann Oliver den Bremer Bezirksligisten FC Huchting trainiert, hat sich die Familie Kluth ihre Fußball-Zeit genau eingeteilt.

Kluth leitet bis zu 20 Spiele pro Saison bis zur Kreisliga

Oliver Kluth ist montags, dienstags, donnerstags und sonntags aktiv, seine Frau pfeift ausschließlich mittwochs und freitags Spiele, „und der Samstag ist dann für die Familie reserviert“, erklärt Nicole Kluth mit einem Schmunzeln, betont aber auch: „Auch als Mutter kann man noch Schiedsrichterin sein.“ Bis zu 20 Partien leitet sie pro Saison bis zur Herren-Kreisliga.

„Auf diese Weise führt Nicole auch andere jüngere Schiedsrichter als Assistenten an der Linie an dieses schöne Hobby heran, zumal es ohnehin immer noch schwierig ist, Mädchen und Frauen für dieses Amt zu begeistern“, erklärt Harald Theile als Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses in Oldenburg-Land/Delmenhorst. Er lobt Kluth für ihre „bemerkenswerte Hingabe, mit der sie sich dem Schiedsrichter-Wesen widmet“.

Nicole und Oliver Kluth organisierten das große Jugendfußball-Pfingsttturnier beim TuS Varrel. Foto: Rolf Tobis

Doch wie ist die Delmenhorsterin überhaupt Schiedsrichterin geworden? Die 35-Jährige fing mit neun Jahren mit dem Fußballspielen an, war eine passable Kickerin und spielte auch in der Landesauswahl von Mecklenburg-Vorpommern. Doch dann riss Kluth sich mit 18 Jahren zum ersten Mal das Kreuzband, mit 19 Jahren zum zweiten Mal und mit 20 Jahren zum dritten Mal. „Weil ich nicht wusste, ob ich überhaupt wieder spielen kann, dem Fußball aber erhalten bleiben wollte, habe ich 2005 den Schiedsrichter-Schein gemacht.“ Kluth pfiff Spiele bis zur Herren-Bezirksliga und bis zur Frauen-Regionalliga.

Kluth war in jungen Jahren schon als Lehrwartin im Altkreis Delmenhorst tätig, wo sie jährlich bis zu 40 Unparteiische ausbildete, ehe bis sie aus familiären Gründen 2011 in den Fußball-Kreis Diepholz wechselte. Nach Spielerstationen bei der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst und dem TuS Varrel, wo sie auch eine Zeit lang das große Pfingstturnier organisierte, wechselte die Spielerin Kluth zum VfL Stenum und wenig später auch als Schiedsrichterin an den Kirchweg.

Uwe Steffen lotst Kluth zum VfL Stenum

Dort hatte nämlich Uwe Steffen erfolgreich um Kluth gebuhlt. „Wenn du schon für uns spielt, dann kannst du auch für uns pfeifen“, sagte der Schiedsrichter-Obmann des VfL nach einem Trainingsabend zu Nicole Kluth. „Und ,Moppel’ Steffen habe ich damals erfolgreich als Lehrwartin zum Referee ausgebildet“, erinnert Nicole Kluth mit einem Schmunzeln gerne an diese kleine Anekdote.

Grundsätzlich hält die Delmenhorsterin fest: „Ich kann jedem das Hobby nur empfehlen. Schiedsrichter zu sein, das macht unglaublich viel Spaß.“ Das bestätigte sich auch bei den vielen „tollen Gesprächen“ und „netten Begegnungen“ in Hannover. Sie traf dort ihre Schiedsrichter-Kollegin aus Diepholz, mit der sie zusammen Linienrichterin in der 2. Frauen-Bundesliga war, plauderte mit dem mit 19 Jahren jüngsten geehrten Referee und mit dem mit 83 Jahre ältesten ausgezeichneten Schiedsrichter, der schon seit 1955 pfeift. Deshalb freut sich Kluth auch schon auf die große DFB-Veranstaltung der Schiedsrichter Anfang Mai inklusive Besuch des Bundesliga-Spiels gegen Mainz und einer Gala. „Das wird bestimmt ein cooles Wochenende.“ Auch, weil das Familien-interne Zeitmanagement schon in die Wege geleitet wurde.


  • „Danke Schiri“ ist eine Gemeinschaftsaktion des DFB und seiner Landesverbände mit der DEKRA. In jeder Saison können die Kreisschiedsrichterausschüsse des NFV in den Kategorien „Schiedsrichterin“, „Schiedsrichter bis 50 Jahre“ und „Schiedsrichter über 50 Jahre“ jeweils eine Person als ihre Siegerin und Sieger küren. Sie werden mit einer Urkunde und einem Anerkennungspräsent des DFB ausgezeichnet. Bei der Auswahl kommt es gar nicht entscheidend auf die Einsatzhäufigkeit an. Daneben können andere Kriterien wie die Hilfe bei der Neulingsgewinnung und – ausbildung, bei der Betreuung junger Schiedsrichter oder auch ein besonderes soziales Engagement gewürdigt werden.
  • Aus den von den Kreisen gemeldeten Siegerinnen und Siegern wählen die Bezirke in allen genannten Kategorien wiederum die Bezirkssiegerin und -sieger aus. Diese werden zu einer zentralen Ehrungsveranstaltung des NFV-Schiedsrichterauschusses und der DEKRA eingeladen. Bei dieser Veranstaltung benennt der NFV-Schiedsrichterausschuss die Schiedsrichterin und die beiden Schiedsrichter U50 und Ü50, die Niedersachsen als Verbandssieger beim Festakt des DFB und der DEKRA vertreten dürfen. Im Jahr 2017 war dieser Festakt in Leipzig, 2018 wird er in Anfang Mai in Dortmund sein. Teil der Festveranstaltung ist der Besuch des Heimspiels der Borussia.
  • „Danke Schiri“ ist eine Gelegenheit, einmal die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in den Mittelpunkt zu stellen, die unermüdlich für die Abwicklung des Spielbetriebs, für den Zusammenhalt in der Schiedsrichtergemeinschaft oder für die Nachwuchsarbeit im Einsatz sind, dabei aber nie auffallen und meistens auch gar nicht auffallen wollen. Ohne diese „dienstbaren Geister“ wäre das Schiedsrichterwesen und der Fußballsport insgesamt ärmer, weshalb sie mit „Danke Schiri“ für kurze Zeit ins Rampenlicht kommen sollen. Die Auszeichnung soll neben dem Dank auch Motivation sein, auf dem beschrittenen Weg weiterzugehen.
  • Der NFV-Schiedsrichterausschuss hat großen Respekt vor der Tätigkeit aller Ausgezeichneten an der Basis und möchte sie hier alle namentlich nennen. (Quelle: NFV)

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