Fußball-Kreisliga TuS Heidkrug will Wohlfühl-Verein bleiben

Von Andreas Bahlmann

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Delmenhorst. Der TuS Heidkrug wird seinen Kader wohl auf absehbare Zeit zusammenhalten. Der Zweite der Fußball-Kreisliga träumt heimlich vom Aufstieg. Trainer Karaca will in der Rückrunde aber vor allem mehr Offensive in der Spielweise – zuletzt zeigte im Testspiel eine 47-jährige Clublegende, wie es gehen kann.

Der Fußball hat der Familie Faulhaber schon so manch schöne Erinnerung beschert. Vater Ralf wurde einst mit Werder Bremen II Deutscher Amateurmeister und spielte im DFB-Pokal, Sohn Nico läuft für den Kreisligisten TuS Heidkrug auf, dem beide seit Jahrzehnten verbunden sind. Seit Anfang des Monats ist das Familienalbum um eine Anekdote reicher: Beim Heidkruger Testspiel beim TV Eiche Horn wechselte Trainer Selim Karaca nach einer Stunde den mittlerweile 47-jährigen Vater Faulhaber ein, der sonst nur noch für die Oldies spielt. Damit stand er zum ersten Mal in seiner Karriere gemeinsam mit Sohn Nico in einem offiziellen Spiel auf dem Rasen – und es kam noch besser. Nach einer Ecke des Sohnes köpfte „Schoko“ Faulhaber mit seiner ersten Aktion das 3:0. „Das wird er noch seinen Enkeln erzählen“, glaubt Karaca.

Co-Trainer Jancinto will um Titel mitspielen

Die restlichen Kreisligisten dürfen aber aufatmen, regelmäßige Einsätze des Stürmer-Veterans sind nicht geplant – und wohl auch nicht notwendig. Als Tabellenzweiter haben es die Heidkruger mit einer starken Hinrunde unverhofft ins Titelrennen geschafft; sechs Punkte ist Spitzenreiter FC Hude zwar inzwischen enteilt, der TuS hat aber ein Spiel weniger absolviert. Karaca weigert sich hartnäckig, von der Meisterschaft zu reden, sein Co-Trainer Jorge Jacinto wird da schon offensiver. „Wir sind doch Fußballer und wollen alle Spiele gewinnen“, sagt der Portugiese. „Wir stehen so weit oben, da wäre es doch Tiefstapelei von uns, wenn wir bei Titel und Aufstieg nicht ein Wörtchen mitreden wollen würden.“

In Portugal an Offensive gearbeitet

Vor allem defensiv war Heidkrug mit erst 17 Gegentreffern stark, im Trainingslager im portugiesischen Almeirim arbeitete Karaca aber an einer Weiterentwicklung der Mannschaft. Neues Motto: mit dem Ball statt gegen den Ball. „Die Jungs müssen lernen, mit Ballbesitz das Spiel zu kontrollieren“, sagt der Coach. Beim 1:0 im Test gegen den ebenfalls nach Portugal gereisten Bremer Landesligisten TS Woltmershausen gab es noch Luft nach oben.

Kader soll langfristig zusammenbleiben

Großer Trumpf ist die Geschlossenheit, die auch in Portugal zelebriert wurde, unter anderem mit Sightseeing in Lissabon. Fast schon traditionell gab es im Winter keine Bewegung im Kader, und selbst der Sommer dürfte wieder ruhig verlaufen. Viele Spieler haben bereits bekundet, langfristig beim TuS bleiben zu wollen. „Die Jungs wollen wohl weiter zusammenspielen“, sagt Karaca. „Es wäre schön, wenn das klappt. Wir haben in Heidkrug einiges zu bieten.“

Möglicherweise bald auch eine erste Mannschaft in der Bezirksliga. Selbst als Zweiter hätte Heidkrug theoretisch Aufstiegschancen: Wenn der TSV Oldenburg und der Heidmühler FC in der Landesliga bleiben, gäbe es eine Aufstiegsrunde der Kreisliga-Vizemeister. Dafür müsste der Vorletzte Heidmühle allerdings fünf Punkte und vier Plätze gutmachen. Karaca wird es gelassen verfolgen: „Wir wollen in erster Linie unsere Mannschaft weiterentwickeln.“


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