Fußball Wildeshausen oder Brake – wer holt den Titel in der Bezirksliga?

Von Klaus Erdmann

Zwei Rivalen, ein Ziel: Der VfL Wildeshausen (links Maximilian Seidel) und der SV Brake wollen den Titel in der Fußball-Bezirksliga II holen. Foto: Daniel NiebuhrZwei Rivalen, ein Ziel: Der VfL Wildeshausen (links Maximilian Seidel) und der SV Brake wollen den Titel in der Fußball-Bezirksliga II holen. Foto: Daniel Niebuhr

Wildeshausen. Der VfL Wildeshausen und der SV Brake liegen in der Fußball-Bezirksliga gleichauf und machen das Titelrennen wohl unter sich aus. Wildeshauens Cheftrainer Marcel Bragula sagt: „Der Druck liegt bei Brake.“ Brakes Coach Gerold Steindor meint: „Es gibt noch viele Stolpersteine.“

VfL Wildeshausen oder SV Brake – wer hat am Ende die Nase vorn? Das ist beim Blick auf die Fußball-Bezirksliga die zentrale Frage. Die Mannschaften liefern einander ein faszinierendes Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei der VfL aufgrund des besseren Torverhältnisses vor SVB liegt (plus 46 gegenüber plus 30). Der Vorsprung der Spitzenteams, die jeweils 40 Punkte aufweisen, vor „Verfolger“ WSC Frisia Wilhelmshaven beträgt zehn Zähler. Die Nummern eins und zwei machen Titelrennen und Aufstieg wohl unter sich aus.

So sieht es auch Frisias Trainer Timo Voß: „Ich halte es für ausgeschlossen, dass wir noch eingreifen. Wildeshausen und Brake sind eine Klasse für sich.“ Auf einen Tipp will sich Voß nicht festlegen.

Auch die direkt Beteiligten halten sich zurück. Wildeshauens Cheftrainer Marcel Bragula erklärt, dass es nach Landesliga-Abstieg und dem Verlust von Schlüsselspielern wie Jan Lehmkuhl, Tom Schmidt und Lennart Feldhus das Ziel gewesen sei, sich zu konsolidieren und im oberen Drittel zu landen.

Marcel Bragula lobt die mannschaftliche Geschlossenheit

Wo sieht er die Gründe für den Erfolg? Bragula überlegt nicht lange: „Wir haben uns auf die eigenen Stärken konzentriert und mannschaftliche Geschlossenheit gezeigt. Neuzugänge wie Michael Eberle und Christoph Stolle haben sich gut eingefügt.“ Und die Vorbereitung sei sehr gut gewesen („Wir haben die Wucht mitgenommen“). Negativ sei, dass mit Lukas Schneider (beruflich stark beansprucht) und Lennart Flege (beendete aufgrund eines Knorpelschadens im Knie die Karriere) zwei „Abwehrrecken“ nicht mehr zur Verfügung stünden. Natürlich gebe es immer Luft nach oben, aber man klage auf hohem Niveau: „Die Hinrunde war fast perfekt. Man muss nicht nach dem Haar in der Suppe suchen.“

Es sei zu erwarten gewesen, dass Brake oben stehe. Bragula: „Diese Mannschaft ist ein Dauergast in der Landesliga, hat andere Möglichkeiten als wir und mit dem Kunstrasenplatz einen Vorteil. Der Druck liegt bei Brake.“ Sein SVB-Kollege Gerold Steindor stimmt zu: „Der Aufstieg ist für uns wichtig.“ Brakes Manager Thade Daniel betont: „Wildeshausen hat nicht so sehr den Druck, wir wollen aufsteigen.“

Marcel Bragula denkt bei Aufstieg über externe Zugänge nach

Im Titelrennen, so Marcel Bragula, seien oft Kleinigkeiten ausschlaggebend. Steindor verweist darauf, dass viele Stolpersteine existierten: „Die Gegner geben gegen uns immer 120 Prozent. Wichtige Spiele sind nicht immer die, die man gegen Spitzenmannschaften bestreitet.“

Bragula: „Bei einem Landesliga-Aufstieg steigst du mindestens eineinhalb Ligen auf. Der Unterschied zwischen Bezirks- und Landesliga ist größer als der zwischen Landes- und Oberliga. Wenn wir Meister werden, muss man sich im Verein Gedanken machen. Wir bräuchten definitiv Verstärkungen.“ Im Gegensatz zu früher setze man mehr auf externe Zugänge.

In der Hinrunde die Stabilisatoren in der Wildeshausen Defensive: Christoph Stolle, Sebastian Pundsack und Thorben Schütte (von rechts) - hier im Spiel gegen den SV Tur Abdin. Foto: Daniel Niebuhr

Bragula über Steindor: „Zu ihm habe ich schon lange ein gutes Verhältnis. Er ist ein Urgestein, eine Respektsperson, einer der Typen, die den Fußball ausmachen.“ Steindor über Bragula: „Er ist ein erfolgreicher Trainer. Das imponiert mit.“ Angesichts dieser Wertschätzungen wundert es nicht, dass die Routiniers nach Treffen ihrer Teams noch fachsimpeln und ein Getränk zu sich nehmen. Es soll schon vorgekommen sein, dass der Wildeshauser Bus mit Verspätung abfuhr.

P. S. Wer wird denn nun Bezirksliga-Meister? Stenums Trainer Thomas Baake: „Ich würde es Wildeshausen gönnen. Ich glaube aber, dass Brake es aufgrund der Heimstärke schafft.“ VfL-Spieler Maximilian Seidel, der das Gespräch mit Bragula ebenso verfolgte wie seine Teamkollegen Sascha Görke und Sebastian Pundsack, setzt natürlich auf den VfL. Frage: „Warum?“. Antwort: „Weil wir es können.“


In der Fußball-Bezirksliga Weser-Ems II liegen der VfL Wildeshausen (57:11 Tore) und der SV Brake (41:11) nach 16 Spielen mit 40 Punkten an der Spitze. Das erste Spiel nach der Pause soll Brake heute auf dem Kunstrasen des FC Sande bestreiten. Am Sonntag stehen unter anderem die Gastspiele der Wildeshauser beim VfL Stenum und der Braker beim SV Baris auf dem Plan. Im Hinspiel (8. Oktober) besiegte der SVB den Tabellenführer mit 2:1. Zum zweiten Gipfeltreffen kommt es am Sonntag, 8. April, in Wildeshausen. Die letzten Partien sind für Freitag, 1. Juni, terminiert.