Tischtennis-Oberliga TV Hude nach zwei Niederlagen vor dem Abstieg

Von Andreas Giehl

Florian Henke und der TV Hude hatten in den entscheidenden Momenten kein Glück. Foto: Rolf TobisFlorian Henke und der TV Hude hatten in den entscheidenden Momenten kein Glück. Foto: Rolf Tobis

Hude. Tischtennis-Oberligist TV Hude kassiert am Doppelspieltag zwei Niederlagen und rutscht ans Tabellenende. Die Rettung scheint nun kaum noch möglich.

Gekämpft und gezittert, aber Ende wahrscheinlich alles verloren: Der TV Hude hat an seinem wichtigen Doppelspieltag in der Tischtennis-Oberliga am Wochenende keinen Boden gutmachen können und zwei schmerzhafte Niederlagen kassiert. Nach dem 5:9 bei Hannover 96 und dem 6:9 beim MTV Wolfenbüttel trauen nur noch kühne Optimisten dem Aufsteiger den Klassenerhalt zu, der nun Letzter ist.

Der Wille zum Erfolg war bei den Männern aus dem Klosterort bei der womöglich letzten Chance im verzweifelten Kampf um den Relegationsrang immer erkennbar. Aber nach den zwei Pleiten ist die TVH-Riege mit 3:21 Punkten eigentlich bereits aus dem Rennen.

Im Huder Lager beurteilte man die Situation nach dem enttäuschenden Wochenende und nun vier Zählern Rückstand auf Torpedo Göttingen auf dem Relegationsplatz gefasst. „Man muss es realistisch sehen: Durch unsere Niederlage in Wolfenbüttel können wir den Relegationsplatz wohl nicht mehr erreichen. Wir werden trotzdem bis zum Saisonende weiterkämpfen und versuchen, in einigen Spielen noch Punkte zu holen“, sagte Hudes Nummer drei, Felix Lingenau.

Spitzenreiter Hannover 96 wackelt, fällt aber nicht

Fakt ist: In beiden Begegnungen hat der Turnverein mannschaftlich gesehen wieder zu viele Tiefen offenbart und deswegen nicht gepunktet. Dabei begann der Doppelspieltag am Samstag für den TV Hude mit dem Heimspiel gegen Tabellenführer Hannover 96 vielversprechend. Eine anfängliche 4:2-Führung und der Aspekt, dass der Spitzenreiter ohne seine Nummer drei und fünf nicht in seiner stärksten Formation angereist war, weckte die Zuversicht. Ausgerechnet in der Phase, als man im Huder Lager von einer Sensation zu träumen begann, klappte es mit dem Gewinnen der engen Sätze plötzlich nicht mehr. Selbst der exzellent spielende Ire Ryan Farrell ließ im vorderen Paarkreuz einmal einen 7:0-Vorsprung in Satz zwei gegen Richard Hoffmann ungenutzt. Ein Beispiel von vielen, die die Huder später teuer bezahlen mussten. Sie gerieten mit 4:7 in Rückstand. Auch das spätere Aufbäumen beim 5:8 verhalf nicht mehr zum Sprung in das Schlussdoppel. Der 3:2-Sieg von Finn Oestmann gegen Felix Misera hätte geholfen. Doch dieses Spiel kam nicht mehr in die Wertung, weil wenige Augenblicke später Pierre Barhorn ganz unglücklich mit 9:11 im fünften Satz gegen Mikael Hartstang verlor.

Zweimal eine Führung verspielt

So war der Druck auf die Huder Mannschaft am Sonntag im Kellerduell mit echtem Endspielcharakter beim MTV Wolfenbüttel folglich noch umso größer. Dabei ähnelte der Spielverlauf aus Sicht der Huder etwas dem vom Vortag: zunächst eine 4:2-Führung, dann der Einbruch. „Wir haben einige Spiele gewonnen, bei denen man sagen kann: Das haben wir richtig stark gemacht. Aber auf der anderen Seite haben wir besonders im Doppel und auf den hinteren Positionen wieder Duelle verloren, die man eigentlich nicht abgeben darf. So gewinnst du als TV Hude in der Oberliga dann eben kein Punktspiel“, so das bittere Fazit von Felix Lingenau.

Anspruch und Wirklichkeit lagen bei manchen Spielern doch zu weit auseinander. Lingenau sprach davon, dass sein Team ab sofort eigentlich mit den Planungen für die Verbandsliga beginnen kann.