Turnier in der Stadionhalle SV Tur Abdin Delmenhorst gewinnt aramäisches Masters

Von Andreas Bahlmann


Delmenhorst. Die Fußballer des SV Tur Abdin Delmenhorst gewinnen das internationale aramäische Hallenmasters in der Stadionhalle. Das Turnier wird ein großes Familienfest. Auf dem Feld und auf den voll besetzten Rängen herrscht großartige Stimmung.

Drei Hallenturniere in einem Winter zu gewinnen, war für einen Fußballer wohl nie so schwierig wie im Moment – unter dem Dach wird ja nur noch an auserwählten Orten gekickt. Dennoch hat der SV Tur Abdin am Samstag sein persönliches Winter-Triple perfekt gemacht: Nach dem Friedensturnier des SV Baris und der Futsal-Kreismeisterschaft räumte der Bezirksligist auch beim aramäischen Hallenmasters ab, das er in der Delmenhorster Stadionhalle selbst ausgerichtet hatte. „Ich bin stolz auf meine Jungs“, jubelte Matthias Demir, der das Team coachte: „Wir haben alle drei wichtigen Turniere gewonnen und sind jetzt sogar die beste aramäische Hallen-Mannschaft.“

Mit einem 1:0 setzte sich Abdin im Finale gegen Suryoye Paderborn durch. Der Siegtreffer fiel bereits nach 90 Sekunden durch Thomas Celik, als sich vor ihm eine Lücke auftat und er sofort reagierte. Tur Abdin brachte die Führung und den Turniersieg mit einer mannschaftlich geschlossenen und taktisch cleveren Leistung souverän über die Zeit.

Drei Teams aus den Niederlanden

Allerdings war das Turnier vor allem ein großes Familientreffen. Insgesamt 16 aramäische Mannschaften, darunter drei Teams aus den Niederlanden, waren angereist, um zusammen zu kicken und zu feiern. Tur Abdins neuer Vorsitzender Andreas Seven war nicht nur stolz auf den Turniersieg seines Vereins, sondern auch dankbar für die zahlreichen helfenden Hände, die einen perfekten Turnierablauf gewährleisteten: „Das Turnier selbst ist eigentlich ein Selbstläufer. Entscheidend war die sehr gute und monatelange Vorbereitung mit unserem etwa 20-köpfigen Orga-Team und den rund 40 Helfern. Das hat alles wunderbar geklappt. Wir sind sehr froh, dass wir dieses Jahr das Turnier ausrichten durften.“

Party am Samstagabend für 700 Gäste

Neben dem sportlichen Geschehen hatten Helena Eker, Miriam Tezel, Juliana Uyar und etliche andere mit selbstgebackenen Kuchen, aramäischer Fladenpizza, Kaffee und sonstigen Getränken und Süßigkeiten unermüdlich und immer lächelnd für das leibliche Wohl der Gäste und Teilnehmer gesorgt. Nail Gabriel, seit 2006 ehrenamtlich als Vorsitzender des Bundesverbandes Sport des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland tätig, sparte nicht mit lobenden Worten für den Gastgeber: „Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen von Tur Abdin war hervorragend. Mannschaften, Zuschauer, alles top. Ich bin mehr als zufrieden, meine immer hohen Erwartungen an dieses Turnier wurden sogar übertroffen.“

Für Gabriel beginnt schon die Planung für das Hallenmasters im nächsten Jahr, das wohl „tendenziell in Süddeutschland stattfinden wird“. Für Tur Abdins Helfer um Organisator Andreas Seven war das Turnier noch nicht beendet, denn am Samstagabend veranstaltete der Verein eine Feier für 700 Gäste im Gemeindehaus an der Elsflether Straße.

Tur Abdin gewinnt alle sechs Spiele

Auch der Umgang auf dem Feld war freundschaftlich. Sämtliche Spiele lebten von einer bemerkenswerten Fairness und einem guten sportlichen Niveau. Die Schiedsrichter hatten wenig Mühe mit der Spielleitung, auch wenn „man sich sehr konzentrieren muss, weil die alle so viel reden“, sagte David Gäbe, der einige Begegnungen pfiff. Der fröhliche Charakter des Turniers übertrug sich mühelos auf die voll besetzten Zuschauerränge.

So wurden die zwei Tore der punktlos ausgeschiedenen niederländischen Mannschaft von Platform Aram Enschede stürmisch bejubelt. Beide Treffer erzielte Aram beim 2:11 gegen Paderborn, was gleichzeitig das höchste Turnierergebnis war. Das schönste Tor des Turniers fiel ebenfalls in der Gruppenphase: Der 20-jährige Adrian Tulgay (Aramäer Ahlen) schaute sich im Spiel gegen Platform Aram den gegnerischen Keeper aus, der etwas zu weit vor dem Tor stand und versenkte den Ball von der Mittellinie aus millimetergenau und unhaltbar zum 1:0 (Endstand 6:0) im oberen rechten Winkel.

Oldie Aslan hält die Kiste sauber

Die Gruppenphase überstanden drei Delmenhorster Teams, neben Tur Abdin zogen auch Suryoye Sat und die Gefe Fans Germany ins Viertelfinale ein, die dort aber scheiterten – die Gefe Fans mit 0:3 an Tur Abdin und Suryoye Sat an den Aramäern Ahlen. Abdin setzte sich dann im Halbfinale nach zweimaligem Rückstand durch Tore von Manuel und Thomas Celik (je zwei), Can Blümel und George Celik noch mit 6:3 gegen Ahlen durch. Finalgegner wurde Suryoye Paderborn nach einem 2:1 über Abgar Rijssen, die beste der niederländischen Mannschaften, die Dritter wurde.

Im Endspiel wurde Thomas Celik der entscheidende Mann, sein trockener, platzierter Schuss aus 13 Metern landete unhaltbar im unteren Toreck und blieb der einzige Treffer.

Am Ende trug die Siegermannschaft, die hauptsächlich aus gestandenen Spielern der Delmenhorster Bezirksliga-Elf bestand, ihren Torwart Aslan Yüksel auf den Schultern durch die Halle. Der Team-Oldie, der in der Liga noch gelegentlich einspringen muss, war ein Garant für den Turniersieg. Er kassierte in sechs Spielen nur sechs Gegentreffer und damit die wenigsten.