Handball-Oberliga TV Neerstedt dreht das Spiel in der Schlussphase

Von Daniel Niebuhr

Mal wieder im entscheidenden Moment hellwach: Eike Kolpack traf zur ersten Neerstedter Führung in der 53. Minute gegen Florian Block-Osmers und die SG Achim/Baden. Foto: Rolf TobisMal wieder im entscheidenden Moment hellwach: Eike Kolpack traf zur ersten Neerstedter Führung in der 53. Minute gegen Florian Block-Osmers und die SG Achim/Baden. Foto: Rolf Tobis

Neerstedt. Dank ihrer Beton-Deckung machen die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt gegen die SG Achim/Baden aus einem 15:18 noch ein 21:18.

Ein verworfener Siebenmeter hat es in der Geschichte des Hallenhandballs schon das eine oder andere Mal zur Schlüsselszene eines Spiels gebracht, selten hat danach allerdings die Mannschaft gewonnen, die ihn verworfen hat. Am Samstag ist es in der 49. Minute des Oberligaspiels zwischen dem TV Neerstedt und der SG Achim/Baden aber so passiert. Die Neerstedter wollten mit einem Strafwurf den 15:18-Rückstand verkürzen, natürlich trat Mario Reiser an, der zuvor 17 Siebenmeter nacheinander verwandelt hatte. Dieses Mal parierte Achims Torwart Arne von Seelen, doch der Ball hatte andere Pläne: Er prallte direkt zurück zu Reiser, der den Nachwurf versenkte und damit die Neerstedter Aufholjagd einleitete. Zwölf Spielminuten später jubelte Reisers Team über ein 21:18 (9:11) und den dritten Sieg in Folge – der Abstieg ist nun kein Thema mehr. „Wir haben gerade ein enormes Selbstvertrauen“, sagte Trainer Björn Wolken. „Jeder leistet seinen Beitrag, und so dreht man so ein Ding dann noch.“

Kein Gegentor in letzten zwölf Minuten

Die unerwartete Breite im Kader ist in der Tat eine Stärke in Wolkens Team. In der Schlussphase, in der Neerstedt in den letzten zwölf Minuten kein Tor zuließ, wurden die entscheidenden vier Treffer vom 18:18 bis zum 21:18 mit Reiser, Eike Kolpack, Malte und Marcel Kasper von vier verschiedenen Spielern erzielt. „Wir sind von Position eins bis 14 super aufgestellt“, sagt Wolken.

Schlüssel zum Sieg war mal wieder die 6-0-Deckung, die den TVN – mit Torwart Hendrik Legler dahinter – in der ersten Hälfte im Spiel hielt. Von Seelen raubte den Gastgebern im Angriff mit starken Paraden den letzten Nerv, dennoch waren sie bei 9:11 zur Pause noch in Schlagdistanz. „Beide Keeper hatten einen Supertag“, meinte Wolken.

Es dauerte bis zur 53. Minute, bis Neerstedt erstmals in Führung ging. Zuvor hatten die Hausherren nach dem 15:18 schon wie der Verlierer ausgesehen, dann folgte die 6:0-Serie mit drei Reiser-Treffern zum 18:18 und den entscheidenden Toren durch Kolpack und die Kasper-Brüder. „Die Achimer wussten nicht mehr, was sie machen sollten. Sie haben nur noch Eins-gegen-Eins gespielt“, sagte Wolken. Sein Team ist nun schon Siebter. „Das ist in dieser starken Liga aller Ehren wert“, sagte der Coach.


Handball-Oberliga Männer

TV Neerstedt - SG Achim/Baden 21:18

Neerstedt: Legler, Pecht; Marcel Kapser 3, Reuter 1, Kolpack 5, Malte Kasper 3 Schröder, Hoffmann, Reiser 5/2, Lüdeke 1, Hollmann, Petersen 2, Achilles, Kunz 1.

Achim/Baden: Von Seelen, Thalmann, Meinken; Block-Osmers 1, Jacobsen 1, Denker 1, Zysk 2, Podien 6/4, Katz, Fastenau 1, Meier, Zschorlich 3, Wendel, Mühlbrandt 3.

Siebenmeter: TVN 3/2 – Achim 4/4.

Zeitstrafen: TVN 4 – Achim 8.

Rote Karte: Mühlbrandt (55./3. Zeitstrafe).

Spielfilm: 1:3 (7.), 4:8 (17.), 9:11 – 12:14 (38.), 15:18 (48.), 21:18.