Landesliga der Schwimmer Männer des Delmenhorster SV hoffen auf Zweitliga-Rückkehr

Von Daniel Niebuhr

Die Männermannschaft und das zweite Frauenteam des Delmenhorster SV zeigten in Hildesheim gute Auftritte. Foto: Tatjana BarkeDie Männermannschaft und das zweite Frauenteam des Delmenhorster SV zeigten in Hildesheim gute Auftritte. Foto: Tatjana Barke

Delmenhorst. Die Schwimmer des Delmenhorster SV zittern um den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Nach einer umstrittenen Disqualifikation wird der DSV Landesliga-Zweiter. Das zweite Frauen-Team steigt unglücklich ab.

Der Videobeweis hat noch nicht seinen Weg in die Landesliga der Schwimmer gefunden, wo die Zeiten noch von Hand gemessen werden und die Kampfrichter nach Augenmaß entscheiden müssen. Am Sonntag hätte sich der Delmenhorster SV beim Wettkampf im Wasserparadies Hildesheim wohl einen Fernsehschiedsrichter gewünscht, der noch einmal auf die umstrittenste Entscheidung des Tages geschaut hätte, die womöglich große Folgen haben könnte.

Mit 12596 Punkten wurde die Delmenhorster Männermannschaft nach 13 Strecken Zweiter in der höchsten Liga Niedersachsens, 427 Punkte hinter Waspo Nordhorn, was schon allein eine respektable Leistung war. Der DSV verpasste den Sieg aber nur durch eine Disqualifikation gegen Yannis Hein über 200 Meter Brust: An der vierten Wende hat er den Kampfrichtern zufolge nicht mit beiden Händen gleichzeitig angeschlagen. Rund 600 Punkte kostete das die Delmenhorster – und vielleicht sogar den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. „Ich bin schon zornig darüber. Es ist eine Tatsachenentscheidung, aber ich kann es nicht verstehen“, hadert Trainer Björn Lippel.

Entscheidung am Samstag in Kiel

Nach aktuellem Stand wäre Delmenhorst dennoch Zweitliga-Aufsteiger. Die Punktzahlen aller Landesliga-Wettkämpfe der norddeutschen Verbände werden zu einer Gesamtrangliste zusammengefügt, die besten beiden Vereine schaffen den Sprung in der 2. Bundesliga Nord. Vier der fünf Landesligen sind bereits abgeschlossen, aktuell ist der DSV immer noch Zweiter und zittert nun aus der Ferne: Am Samstag wird in Kiel die Landesliga Schleswig-Holstein ausgeschwommen, übertrifft dort keine Mannschaft die Delmenhorster Marke von 12596 Punkten wäre der DSV zurück in Liga zwei.

Sollte ausgerechnet der mögliche Fehler von Yannis Hein am Ende den Ausschlag geben, hätte das eine durchaus bittere Ironie, denn der Youngster hat ansonsten einen glänzenden Wettkampf hingelegt – wie das gesamte Team. David Zeiser unterbot den acht Jahre alten Stadtrekord über 1500 Meter Freistil in 17:05,56 Minuten um mehr als sieben Sekunden; seine Durchgangszeit nach 800 Metern war ebenfalls schneller als die alte Delmenhorster Bestmarke. „Die Jungs haben sich super verkauft“, sagt Lippel über sein Team, zu dem auch Marc Hoffstedt, Martin Leis, Stefan Lemmermann, Dominik Sartison, Daniel Scharf und Yannic Ziegler gehörten. „Wenn es auch mit einer Strecke weniger doch für den Aufstieg reicht, wäre ich überglücklich für die Mannschaft, die wirklich alles rausgehauen hat“, sagt Lippel. „Wir müssen jetzt schauen, was in Schleswig-Holstein passiert.“

Zweites Damenteam steigt als Sechster ab

Sein Verein hatte in Hildesheim auch so genug Pech, denn die zweite Damenmannschaft stieg trotz eines guten Auftritts unglücklich aus der Landesliga ab. Neben vielen persönlichen Bestleistung stellte das Team mit Lea Sophie Baechler, Alexa Blum, Anna Blum, Carina Czienskowski, Angelina Dzhumelya, Ronja Kozak, Jennifer Liese, Lena Loseken und Kristin Teichmann auch zwei Vereinsrekorde auf, was schließlich 11696 Zähler brachte und damit Platz sechs im Zehnerfeld.

Den Delmenhorsterinnen wurde aber die Entwicklung in den höheren Ligen zum Verhängnis. Weil aus der 2. Bundesliga vier niedersächsische Vereine abgestiegen sind, erwischte es die Hälfte der Landesligisten – und damit auch den DSV. „Das ist total ärgerlich“, sagt Lippel. Die zweite Mannschaft wird nun 2019 als Favorit in der Bezirksliga schwimmen. „Wenn man unsere Punktzahl sieht, dann gehören wir in die Landesliga“, sagt Lippel.