Fußball-Bezirksliga VfL Stenum setzt in der Rückrunde auf Altbewährtes

Von Daniel Niebuhr

Keine Angst vor dem Abstiegsgespenst: Ole Braun (links), mit neun Treffern bester Stenumer Schütze, geht mit dem VfL gelassen in die Rückrunde. Foto: Rolf TobisKeine Angst vor dem Abstiegsgespenst: Ole Braun (links), mit neun Treffern bester Stenumer Schütze, geht mit dem VfL gelassen in die Rückrunde. Foto: Rolf Tobis

Stenum. Der VfL Stenum muss um den Verbleib in der Fußball-Bezirksliga bangen, bleibt aber gewohnt gelassen. Trainer Thomas Baake braucht keine Neuzugänge für seine Zuversicht. Er setzt auf seinen eingeschworenen Kader.

Eine kriselnde Mannschaft hat in der schönen Welt des Fußballs vielfältige Möglichkeiten, um wieder in die Spur zu finden; gerade im Winter sind der Fantasie besorgter Vorstände keine Grenzen gesetzt. Der SV Wilhelmshaven hat zum Beispiel, nicht zum ersten Mal, zur Alles-neu-Methode gegriffen und sich sieben neue Spieler für die Rückrunde dazugeholt, um im Abstiegskampf der Bezirksliga zu bestehen, in den der größte Name der Liga überraschend geschlittert ist.

Der VfL Stenum steht nur einen Platz besser da und hat sich wohl auch etwas anderes vorgestellt als Rang zwölf, am Kirchweg geht man damit aber doch etwas anders um als an der Jade. Trainer Thomas Baake absolviert gerade die Vorbereitung mit unverändertem Kader und ungebrochener Zuversicht. Das eingeschworene Team mit vielen Eigengewächsen hat ihn zu oft begeistert, um das Heil in externen Neuzugängen zu suchen. „Wir haben eine sehr gute Stimmung. Alle sind fleißig“, sagt er. Am Freitag trainierten Stenumer zum erstmal in diesem Jahr auf dem Rasen: „Die Jungs waren richtig ausgelassen.“

Bezirksliga-Platz für den Verein essenziell

Abstiegsangst spürt er bei seinen Spielern kaum, bei sich selbst aber zumindest latent. Die Stenumer stellen aktuell die erfolgreichste Jugendabteilung des Fußball-Kreises und holten mit A-, B- und C-Jugend jüngst die Futsal-Kreismeisterschaften. Um die Talente im Verein zu halten, ist der Platz in der Bezirksliga essenziell. „Der Verein muss sich langfristig im Bezirk etablieren. Wir müssen unserem Nachwuchs eine Perspektive bieten“, sagt Baake bei sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. „Wir müssen nach hinten höllisch aufpassen. Aber ich bin sicher, dass wir uns frühzeitig von da unten lösen.“

Dass man sich in Stenum überhaupt mit der Abstiegszone beschäftigen muss, ist ungewohnt. Baake befindet sich noch in der Ursachenforschung und kommt an der Statistik des Jahres nicht vorbei. Sieben Spiele hat seine Mannschaft bereits nach einer Führung nicht gewonnen, die letzten vier davon direkt vor der Winterpause gingen allesamt verloren. „Das haben wir jetzt auch oft genug besprochen. Diese Sache ist aus den Köpfen raus“, glaubt der VfL-Coach.

Fischer und Dohrmann wieder dabei

In den Testspielen ist dieses Phänomen bisher auch nicht aufgetreten, tatsächlich führte den VfL in den ersten drei Partien beim TuS Sudweyhe (2:3), beim VfL 07 Bremen (2:2) und beim SV Lemwerder (3:7) kein einziges Mal, gegen den Landesligisten Tura Bremen gab es dann ein 5:0. Zuletzt fiel die Begegnung bei der Spielvereinigung Berne aus; ob Stenum vor dem Punktspielauftakt am 18. Februar gegen Tabellenführer VfL Wildeshausen noch einmal testet, darf bezweifelt werden. „Wir würden aber gerne“, sagt Baake. „Ich glaube daran, dass man sich die meisten relevanten Dinge in Spielen aneignet.“

Im Gegensatz zu einigen Ligarivalen, die sich im Winter auf dem Transfermarkt bedient haben, hat der VfL zumindest nicht das Problem, sich einspielen zu müssen. Die lange verletzten Dierk Fischer und Finn Dohrmann sind wieder dabei, „das sind die Neuzugänge, die für mich zählen“, sagt Baake: „Wir sind eine Vereinsfamilie. Ich freue mich, wenn die Jungs wieder kicken können.“ Am Dienstag schwitzte der Kader allerdings erstmal beim Langhanteltraining, aber Leiden kann ja auch ein verbindendes Element sein.