Handball-Bundesliga A-Jugend Grüppenbühren/Bookholzberg verliert gegen Hildesheim

Von Lars Pingel

Fand vor allem in der zweiten Halbzeit zu wenig Lücken in der Abwehr von Eintracht Hildesheim: die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg um Mirko Reuter (Mitte) und Jona Schultz (rechts). Deshalb kassierten sie gegen Leon Krka (links), Etienne Steffens und ihre Mitspieler eine 22:32 (14:18)-Niederlage. Foto: Rolf TobisFand vor allem in der zweiten Halbzeit zu wenig Lücken in der Abwehr von Eintracht Hildesheim: die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg um Mirko Reuter (Mitte) und Jona Schultz (rechts). Deshalb kassierten sie gegen Leon Krka (links), Etienne Steffens und ihre Mitspieler eine 22:32 (14:18)-Niederlage. Foto: Rolf Tobis

Bookholzberg. Die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg haben ihr Bundesliga-Heimspiel gegen Eintracht Hildesheim mit 22:32 (14:18) verloren. Sie hatten die Partie lange offen gehalten, brachen in der Schlussphase allerdings ein.

Das Ergebnis lässt schon Rückschlüsse auf den Verlauf eines Handballspiels zu – auch für jemanden, der die Partie nicht gesehen hat. Aber: Nicht alle davon müssen stimmen. Das gilt auch für das 22:32 (14:18), das die A-Jugend-Handballer der HSG Grüpppenbühren/Bookholzberg am Samstag in ihrer Bundesliga-Heimpartie gegen Eintracht Hildesheim kassierten. Die Interpretation, dass das Tabellenschlusslicht gegen ihre auf Platz fünf vorgerückten Gäste verdient verloren hatte, ist richtig. Der Eindruck, dass Hildesheim leicht und locker zu diesem Erfolg gekommen war, stimmt nicht. „Es hätte enger sein müssen. Die Eintracht ist eine gute Mannschaft, sie war hier aber nicht zehn Tore besser“, fand HSG-Trainer Stefan Buß.

Eintracht-Trainer Hamann lobt Abwehrarbeit

Eintracht-Trainer Henrik Hamann blickte in seiner Analyse ebenfalls zuerst auf die Defensive. „Ausschlaggebend war, dass wir in der zweiten Halbzeit eine deutlich bessere Deckung auf dem Feld hatten“, sagte er. Die ließ nur noch acht HSG-Treffer zu. „Das führte auch dazu, dass uns der eine oder andere Fehler, den wir vorne gemacht haben, verziehen wurde.“ Die Hildesheimer nutzten auch ihre körperliche Überlegenheit. Sie agierten nach dem Seitenwechsel in ihrer 6:0-Aufstellung defensiver als vor der Pause, um dem Kombinationsspiel der HSG eine kompakte Reihe entgegenzustellen, die keine Wege an den Kreis bot. Das führte zum Erfolg, weil im Eintracht-Mittelblock genug „Länge“ stand, um Würfe aus dem Rückraum zu blocken, und weil die Hildesheimer für die HSG-Angreifer im Spiel Eins-gegen-Eins nur schwer zu überwinden waren. Hinzu kam, dass sich ihr Torwart Leon Krka steigerte.

HSG liegt kurz in Führung

In den ersten 30 Minuten erlebten 200 Zuschauer eine attraktive Partie. Beide Mannschaften spielten in hohem Tempo, suchten schnell den Abschluss. Ihnen gelangen viele gute Spielzüge, da die Akteure nur wenige technische Fehler machten. Meistens legte die Eintracht einen bis zwei Treffer vor, die HSG konterte stets. Piet Gerke brachte Grüppenbühren/Bookholzberg in der 15. Minute sogar in Führung, doch die hatte nicht lange Bestand. Buß und sein Trainer-Partner Andreas Müller versuchten, der HSG-Defensive durch Wechsel der Formationen von 6:0 auf 5:1 und dann auf 5+1 (ein Eintracht-Spieler wurde in Manndeckung genommen) mehr Stabilität zu geben. Die Gäste stellten sich jedoch immer schnell darauf ein. „18 Gegentore sind zu viel“, meinte Buß zum 14:18-Pausenstand.

Eintracht-Deckung bremst Grüppenbühren/Bookholzberg aus

Mirko Reuters Treffer aus dem rechten Rückraum zum 17:18 (33.) weckte bei der HSG und ihren Anhängern Hoffnungen, dass in der Partie vielleicht doch eine Überraschung möglich wäre. Die vertrieb die bewegliche Eintracht-Defensive allerdings recht schnell. Sie machte mit ihren Ballgewinnen einen 5:0-Lauf der Hildesheimer möglich, den Norman Kordas mit einem Treffer von halbrechts beendete (23:17, 41.). „Es ist in den letzten Wochen immer so, dass es bei uns eine Phase gibt, in der nicht gemacht wird, was vorgeben ist“, haderte Buß. „Wir gehen im Angriff dann nicht mehr in die Tiefe.“ Dass die Eintracht, in deren Angriffsspiel sich ebenfalls mehr Fehler einschlichen, nicht mehr in Schwierigkeiten kam, lag – außer an der guten Deckung – an der größeren Durchschlagskraft im Rückraum. Dort wurde Vincent Kroll mit acht Treffern (zwei Siebenmeter) zum Haupttorschützen seines Teams, dem in Kreisläufer Robin Müller einerder eigentlichen Führungsspieler fehlte.

Die intensive Abwehrarbeit der Hildesheimer zeigte in der Schlussphase ganz deutlich Wirkung: Die HSG, die nach der Pause für jedes Tor hart arbeiten musste, verlor nach dem 19:24, das Niklas Kowalzik erzielt hatte (48.), den Faden. Die Spieler schlossen sehr oft überhastet aus ungünstigen Positionen ab. Diese Würfe blieben entweder im Eintracht-Abwehrblock hängen oder wurden von Krka gehalten. So wurde die Niederlage deutlicher, als sie musste.

Eintracht visiert vierten Tabellenplatz an

Die Eintracht, die mit dem Ziel, sich direkt für die nächste Bundesliga-Saison 2018/2019 zu qualifizieren (Platz unter den ersten Sechs), in die laufende Spielzeit gestartet war, hat dieses nach dem Erfolg in Bookholzberg konkretisiert. „Wir wünschen uns Platz vier “, erzählte Hamann. Er lobte dann auch noch die HSG: „Das ist eine gute Mannschaft.“ Es sei aber zu merken, dass viele Spieler des Teams noch dem jüngeren A-Jugend-Jahrgang angehören. Und auch mit unterschiedlichen Trainingsumfängen seien Unterschiede zu erklären. Seine Spieler gehören dem „Handballförderzentrum Hildesheim-Elze an, dass die Eintracht und das Christliche Jugenddorf Elze gegründet haben. Dort werden sportliche und schulische Förderung aufeinander abgestimmt. „Wir trainieren zehn bis 15 Stunden pro Woche“, erklärte Hamann, dem die Fahrt in den Landkreis Oldenburg gut gefallen hatte: „Es macht einfach Spaß, in vollen Hallen zu spielen.“


Statistik:

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg: Kinner, Knop; Krause 7, Latz, Lippe 1, Lachs, Krix 2, Gerke 2, Harfst 1, Schultz 2, Reuter 1, Braun 3/1, Kowalzik 3/2, Dehmel.

Eintracht Hildesheim: Krka, Reichenbach; Pieles 6, Kroll 8/2, Kordas 6, Günther 2, Teschner, Schröder, Depping 1, Kellner 5, Ehlers, Steffens 2, Wippermann 2, Minneker.

Schiedsrichter: Kübler, Schwarz (HSG Grönegau-Melle, TV Bissendorf-Holte).

Zeitstrafen: HSG 2 – Eintracht 4.

Siebenmeter: HSG 4/3 – Eintracht 2/2.

Zuschauer: 200.

Spielfilm: 1:3 (3.), 6:7 (9.), 9:8 (15.), 9:12 (20.), 14:18 – 17:18 (33.), 17:23 (41.), 19:24 (48.), 22:32.