Volleyballteams vor Schlüsselspielen VG Delmenhorst-Stenum will die Weichen stellen

Von Daniel Niebuhr

Muss nach oben und nach unten schauen: Daniel Müller kämpft mit der VG Delmenhorst-Stenum in der Volleyball-Oberliga gleichzeitig um den Aufstieg und gegen Abstieg. Foto: Rolf TobisMuss nach oben und nach unten schauen: Daniel Müller kämpft mit der VG Delmenhorst-Stenum in der Volleyball-Oberliga gleichzeitig um den Aufstieg und gegen Abstieg. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Die Volleyball-Teams der VG Delmenhorst-Stenum stehen vor richtungsweisenden Spielen. Die Damen können vor eigenem Publikum schon die Aufstiegsrelegation sichern. Die Herren stehen am Scheideweg.

Der Taschenrechner gehört für den Volleyballer von heute eigentlich zur Grundausstattung, in kaum einer anderen Sportart können die Tabellen durch unrunde Spielpläne derart rätselhaft sein und Tabellenführungen derart trügerisch. Die Frauen der VG Delmenhorst-Stenum haben sich jedoch den Luxus verdient, am Samstag nicht groß mitrechnen zu müssen: Meister können sie beim Heimspieltag in der Uhlandhalle noch nicht werden, feiern womöglich aber sehr wohl.

Frauen: Ein Sieg zur Vizemeisterschaft

Denn amtlich ist Folgendes: Sollten die Delmenhorsterinnen ab 15 Uhr eines ihrer beiden Spiele gewinnen, wäre ihnen die Aufstiegsrelegation zur Oberliga nicht mehr zu nehmen, bei zwei Siegen gegen die SVG Lüneburg und den BC Cuxhaven hätten sie auch die Meisterschaft im letzten Spiel Mitte März weiter selbst in der Hand. „Es läuft besser als in den kühnsten Träumen erhofft“, sagt Trainer Kai Stöver: „Wir dürfen jetzt nur nicht auf das kleine Männchen im Kopf hören, das sagt, wir hätten schon etwas erreicht.“

Zum Auftakt geht es gegen den Gegner, mit dem der wundersame Lauf der Delmenhorsterinnen im Oktober begonnen hatte. Nach einem Katstrophenjahr startete die VG mit einem 3:1 in Lüneburg in die Saison und ist seitdem nicht mehr zu bremsen. „Das war der Dosenöffner“, sagt Stöver.

Männer: Aufstiegsrennen oder Abstiegskampf?

Die VG-Männermannschaft hält sich ebenfalls nicht lang mit Rechnen auf, auch wenn die Ausgangslage in der Oberliga weit nebulöser ist. Weil Spitzenreiter VSG Ammerland II wohl nicht aufsteigen darf, kann die VG die Aufstiegsrelegation bei drei Punkten Rückstand und einem Spiel weniger noch aus eigener Kraft erreichen, auf den Abstiegsrelegationsplatz beträgt der Vorsprung aber auch nur vier Zähler. Trainerin Susanne Schalk hat den Blick auf die Tabelle verboten, sie will nach dem schon traditionellen Fehlstart ins neue Jahr mit zwei Pleiten erstmal wieder gewinnen – am besten schon am Samstag ab 14 Uhr beim abstiegsbedrohten VC Osnabrück. „Wir werden beantragen, dass wir im Januar nicht mehr spielen“, scherzt Schalk. „Wir schauen weder nach oben noch nach unten, wir schauen nur auf uns.“ Die historische Chance auf einen Regionalliga-Aufstieg hat sie aber im Kopf: „Wir haben es in der eigenen Hand.“