Neuer Trainer beim Kreisligisten Mohamed Charour und die Baustellen des TSV Ippener

Von Andreas Bahlmann

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Vorgänger und Nachfolger: Chawkat El-Hourani (links) wurde von Mohamed Charour als Trainer des Fußball-Kreisligisten TSV Ippener abgelöst. Foto: Rolf TobisVorgänger und Nachfolger: Chawkat El-Hourani (links) wurde von Mohamed Charour als Trainer des Fußball-Kreisligisten TSV Ippener abgelöst. Foto: Rolf Tobis

Ippener. Trainer-Debütant Mohamed Charour hat beim TSV Ippener diverse Baustellen zu schließen. Der Libanese soll den Fußball-Kreisligisten zur Ruhe bringen und aus dem umgekrempelten Kader ein Team formen.

Es gibt Titel, um die sich ein Fußball-Verein nicht unbedingt reißen sollte, der TSV Ippener hat gerade wieder einen davon gewonnen. Der Kreisligist wird nach sechs Abgängen im Januar mit fünf Neuzugängen in den zweiten Teil der Saison gehen und ist damit in jeder Hinsicht der Transfermeister des Winters. Der Trainerwechsel von Chawkat-El-Hourani zu Mohamed Charour ist da noch gar nicht mitgezählt, kein Wunder also, dass der neue Coach stöhnt: „Es ist besser, wenn alles jetzt wieder etwas ruhiger wird.“

Sechs Abgänge, fünf Neue

Der TSV war in den vergangenen Wochen, nicht zum ersten Mal in der jüngeren Vergangenheit, unfreiwillig der auffälligste Kreisligist. Nach der Rangelei von El-Hourani mit Felix Otten vom VfR Wardenburg bei der Futsal-Kreismeisterschaft in Sandkrug trat der Libanese zurück, sein Landsmann und bisheriger Co-Trainer Charour übernahm und hatte gleich damit zu tun, den auseinanderfallenden Kader zu flicken. Ein halbes Dutzend Spieler verließ den Verein: Stammkeeper Jens Dekarski ging zum SV Tur Abdin, Tuna Sahinkaya zur TS Woltmershausen, Yusuf Kalmis zum KSV Hicretspor; die Ziele von Zinar Sevimli, Dennis Rülling und Tom Piskalla sind nicht bekannt. „Wir sehen der Rückrunde dennoch zuversichtlich entgegen“, sagt Obmann Dieter Märtens.

Immerhin hat der Verein die Löcher zumindest quantitativ gestopft. Mit dem 19-jährigen Costel-Marius Diaconou vom TV Stuhr und Marvin Katz vom SV Hemelingen kamen zwei Torhüter, die Defensive soll der erfahrene Verteidiger John Tunde stabilisieren, der zuletzt für den TSV Weyhe-Lahausen spielte. Komplettiert werden die Zugänge durch die beiden 20-jährigen Mittelfeldspieler Bekir Yapici (vom TSV Oldenburg II) und Nico Legenhausen (vom TV Jahn).

Beste Saison der Clubgeschichte noch möglich

Charour muss zu seiner Trainerpremiere aus dem Patchwork-Kader nun schnell ein Team formen, hat als Chefcoach aber noch keine Erfahrung. „Ich habe das Amt ja eher zufällig bekommen“, sagt der 33-Jährige, der gebürtig aus Beirut stammt und seine aktive Laufbahn nach den Stationen TuSG Ritterhude, TSV Ganderkesee und Adelheider TV bei Rot-Weiß Hürriyet beendete – unter El-Hourani. Seine erste Mission: Er soll den Club nach den Turbulenzen zur Ruhe bringen. „Wir wollen mehr Disziplin. Ausraster werden nicht mehr geduldet, Spieler, die aus der Reihe tanzen, brauchen wir nicht“, kündigt er eine harte Gangart an. Die Vereinsführung ist auf seiner Seite. „Wer unsere Vorgaben nicht umsetzt, muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen bis zum Ausschluss aus der Mannschaft“, sagt Vorsitzender Jens Riese.

Charour kann mit seiner Mannschaft immer noch Historisches gelingen, denn trotz aller Unruhen hat der TSV passable Chancen auf die beste Platzierung der Vereinsgeschichte – bislang ist das der sechste Rang aus dem Vorjahr. Im Kreispokal steht der letztjährige Finalist auch in der Runde der letzten Vier. „Es kann noch viel passieren“, sagt der Trainer-Debütant, der mit 33 Punkten sogar das Spitzenduo FC Hude (41) und TuS Heidkrug (35) noch verfolgt: „Die anderen machen auch Fehler. Die Rückrunde ist lang.“


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