Scheidender Vorsitzender zieht Bilanz Jörg Borkus bleibt Anhänger des SV Atlas Delmenhorst

Von Klaus Erdmann

Meine Nachrichten

Um das Thema Lokalsport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Scheidender Vorsitzender des SV Atlas Delmenhorst: Jörg Borkus. Foto: Rolf TobisScheidender Vorsitzender des SV Atlas Delmenhorst: Jörg Borkus. Foto: Rolf Tobis

Delmenhorst. Jörg Borkus ist seit fast vier Jahren 1. Vorsitzender des SV Atlas Delmenhorst. Er wird während der nächsten Jahreshauptversammlung am 19. Februar nicht wieder kandidieren. Unter seiner Führung feiern die Fußballer drei Aufstiege.

Neulich, als der Film „Die Rückkehr des SV Atlas“ im Maxx Premiere gefeiert hat, gab es zunächst für die gelungene Doku und danach für den scheidenden Vorsitzenden Jörg Borkus Standing Ovations. 450 Besucher feierten einen Mann, unter dessen Regie die Fußballer drei Aufstiege – von der Kreis- in die Oberliga – und weitere Erfolge bejubelt hatten. Während seiner fast vierjährigen Amtszeit (und bereits davor) steuerte er das Vereinsschiff durch bewegte und bewegende Zeiten. Das war nicht immer leicht. Das kostete viel Kraft, gerade dann, wenn man das Amt so enthusiastisch und mit so großem Einsatz ausübt, wie es Borkus, der dem SVA als „leidenschaftlicher Anhänger“ verbunden bleibt, getan hat.

„Es war ein Prozess, es war keine einfache Entscheidung“, betont Borkus. Am 11. Oktober machte die Nachricht die Runde, dass er aus beruflichen Gründen nicht wieder als 1. Vorsitzender kandidieren werde.

Ein Blick zurück.

Anfangs, sagt der 49-jährige Unternehmer, sei er dem am 4. April 2012 neu gegründeten SV Atlas „emotional verbunden“ gewesen. Er sei ein Fußballbegeisterter gewesen. Als Gerüchte Fakten wichen, als die Wiedergeburt des SVA offiziell besiegelt wurde, gehörte Borkus zu den Atlas-Sponsoren. Im Frühjahr 2013 wurde er stellvertretender Schatzmeister. Es waren unruhige Zeiten. Borkus spricht von Turbulenzen, sagt: „Der sportliche Aufstieg geriet in Gefahr. Es haben nicht alle ihr Leistungsvermögen abgerufen.“ Im Herbst 2013 sei Robert Räther, Vorsitzender der ersten Stunde, zurückgetreten: „Erst intern, dann offiziell.“

„Es gibt keine persönliche Wertung“

Mit Harald Siemund und Manfred Imhoff habe er, so der Dötlinger, den kommissarischen Vorstand gebildet. Am 18. März 2014, während einer denkwürdigen Versammlung, wurde Borkus Vereinsvorsitzender. Ronald Specht-Fuhrken, Bernd Idselis und Thomas von Rönn komplettierten die Führung. Darüber hinaus gehörten Bastian Fuhrken, Tammo Renken und Thomas Hebgen zum harten Kern.

2014 stieg Atlas in die Bezirksliga, 2016 in die Landes- und 2017 in die Oberliga auf. Welcher Sprung ist in besonderer Erinnerung geblieben? „Es gibt keine persönliche Wertung“, antwortet Borkus und spricht schmunzelnd von „dreieinhalb Aufstiegen“. Gemeint ist jener 29. Mai 2015, als Atlas im Wildeshauser Aufstiegs-Endspiel vor 4000 Zuschauern „nur“ zu einem 1:1 kam und dem VfL den Vortritt lassen musste. „Es war ein negatives Erlebnis, aber es hat nötige Energie freigesetzt“, sagt er. Und er sagt: „Du kannst große Erfolge erst so richtig werten, wenn du zuvor ein großes Negativerlebnis gehabt hast.“

Zeitaufwand wurde zu groß

Der Entscheidung, nicht wieder zu kandidieren, lägen Mosaiksteinchen zugrunde. Das Pokalspiel im Juli gegen BSV Rehden (7:8 n. E.) bezeichnet er als „Initialzündung“. Es habe viel Arbeit erfordert. Borkus: „Ich habe erste Zweifel gehegt, ob das langfristig so noch leistbar ist.“ Er habe mit seiner Frau Corina intensiv darüber gesprochen. „Mir wurde bewusst, dass ich für die nochmals gestiegenen Anforderungen nicht die Energie habe, solange ich unternehmerisch in Aktion bin. Ich stehe nicht für halbherzige Dinge“, erklärt Borkus. Er nennt die Entscheidung „egoistisch“. Aber natürlich hat er sie auch im Sinne des Vereins getroffen. Mit drei Personen habe er stets im regen Austausch gestanden: Peter Burgdorf (Gastronom und Vorsitzender des FC Hude), Autohaus-Chef Manfred Engelbart, der als neuer Vorsitzender kandidiert, und Geschäftspartner Georg „Gecki“ Opara.

Er gehe nun mit „gesteigerter Motivation in die unternehmerischen Abläufe“, betont Borkus, der an der Spitze der Firmen Taxe Borkus und Dynamik steht. Und er werde die Zeit mit der Familie, die ihm stets den Rücken freigehalten habe, intensiver genießen. Demnächst ist er also ein Ex-Vorsitzender. „Ich werde die Spiele in ähnlicher Frequenz wie in den letzten Jahren besuchen. Aber die Familienurlaubsplanung richtet sich nicht mehr nach dem Atlas-Kalender“, sagt Jörg Borkus.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN