Nach 14 Stunden Billard Bremer Doppelsieg bei der Delmenhorster Stadtmeisterschaft



Delmenhorst. Die Delmenhorster Stadtmeisterschaft zeigt den Charme des Billards – auch wenn wieder kein Lokalmatador gewinnt. Der Bremer Duy Hai Dinh holt den Titel. Das Traditionsturnier wird ein rauschender Erfolg. Das Finale der 26. Auflage endet um 1 Uhr am in der Nacht.

Zum Schluss hatten sich die Reihen im Hardball-Café etwas gelichtet, was möglicherweise mit der Uhrzeit zusammenhing. Es war technisch gesehen schon Montagmorgen, als Duy Hai Dinh um 1 Uhr in der Frühe das reine Bremer Finale bei den Delmenhorster Billard-Stadtmeisterschaften mit 5:2 gegen Hai Long Le gewann, nach über 14 Stunden vor allem ein Sieg der Ausdauer.

Bei der Siegerehrung waren dann nur noch die härtesten unter den 8-Ball-Virtuosen noch wach, der Rest hatte sich längst auf den Heimweg gemacht. Als das Turnier am Sonntagmittag begonnen hatte, war es rund um den Tresen und die elf Tische noch so voll gewesen, dass man auf dem Weg zu den Spielen kaum aneinander vorbei passte. Das Feld war erneut ausgebucht, alle 64 vorher angemeldeten Spieler waren auch erschienen. „Nachrücker hatten dieses Mal leider keine Chance“, sagte Sascha Gellner, der die 26. Auflage des Traditionsturniers zusammen mit Sven Blank und Stephan von Salzen hervorragend organisiert hatte.

Gellner und Bodewig beste Delmenhorster

Die Stadtmeisterschaft lieferte wieder Werbung für den Billardsport, wozu Gellner seinen Teil auch mit dem Queue beitrug. Zusammen mit Thorsten Bodewig überstand er als einer von zwei Delmenhorstern die Vorrunde, um im Achtelfinale aber deutlich den Kürzeren zu ziehen. Ex-Champion Gellner verlor gegen Patrick Schmidt, ebenso mit 1:4 wie Bodewig gegen Michael Kampers. „Wir teilen uns damit Rang elf“, erklärte Gellner. Obwohl die Bundesliga-Spieler der Region dieses Mal fehlten, bleibt somit Jens Wippermann durch seinen Triumph über Jürgen Heinken 2013 der letzte echte Delmenhorster Stadtmeister.

Auf Platz 52: Lena Boddeutsch. Foto: Rolf Tobis

Bodewig war der stärkste Spieler von Verbandsliga-Spitzenreiter PBV Delmenhorst, Kenn Nguyen folgte nach einem unglücklichen Aus in der Vorrunde auf Platz 17, Heinken wurde 26. – er verspielte das Achtelfinale im letzten Gruppenspiel. „Es wird immer schwerer, dieses Turnier zu gewinnen – die Spieler kommen inzwischen ja von weit her“, meinte er.

320 Euro für Stars for Kids

Auch der inoffizielle Titel der besten Frau – erstmals waren sieben dabei – blieb nicht in Delmenhorst. Susanne Petermann schaffte es auf Rang 39, Manuela Wengler von GVO Oldenburg hatte in der Gruppe aber ein Spiel mehr gewonnen und landete acht Plätze weiter vorn.

Im Endspiel begegneten sich schließlich die beiden topgesetzten Favoriten. Der ehemalige Bundesliga-Spieler Duy Hai Dinh zwang den Ex-Delmenhorster Hai Long Le von den Billardfreunden Bremen schließlich in die Knie und verteidigte seinen Titel, der mit 384 Euro Preisgeld versüßt wurde. Ein Drittel der komplett ausgeschütteten Teilnahmegebühren ging an wohltätige Zwecke. „Wir freuen uns, dass wir 320 Euro an den Delmenhorster Verein Stars for Kids spenden können“, verkündete Gellner. Ein Grund mehr für eine 27. Stadtmeisterschaft im kommenden Jahr, dann vermutlich auch wieder mit Bundesliga-Spielern.


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