Sixdays Bremen 2018 Fünf Teams gehen mit Siegchancen ins Finale

Der deutsche Radprofi Christian Grasmann (Holzkirchen) geht mit seinem dänischen Partner Jasper Mörkov von Platz fünf aus in den letzten Renntag der Sixdays Bremen 2018. Foto: dpa/Carmen JaspersenDer deutsche Radprofi Christian Grasmann (Holzkirchen) geht mit seinem dänischen Partner Jasper Mörkov von Platz fünf aus in den letzten Renntag der Sixdays Bremen 2018. Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Bremen. Ein spannendes Finale ist garantiert: Fünf Profi-Teams gehen mit Siegchancen in den letzten Rennabend der Sixdays Bremen 2018 an diesem Dienstag. Nach der großen Jagd am Montagabend lagen Kenny de Ketele/Theo Reinhardt und Achim Burkart/Yoeri Havik punkt- und rundengleich in Führung.

Die Gelegenheit ließ sich Thomas Delaney nicht nehmen. Der dänische Mittelfeldspieler des Fußball-Bundesligisten SV Werder besuchte am Montagabend die ÖVB-Arena in Bremen. Dort sah er, knapp 45 Minuten nachdem er ankommen war, wie sein Landsmann Jasper Mörkov mit dem Holzkirchener Radprofi Christian Grasmann die kleine Jagd über 30 Minuten des vorletzten Rennabends der Sixdays Bremen 2018 gewann. Delaney übernahm dann kurzerhand die Siegerehrung für dieses Teilrennen. Nach der großen Jagd über 45 Minuten am ganz späten Abend waren Mörkov und Grasmann noch eines der fünf Teams, die an diesem Dienstag um den Gesamtsieg kämpfen werden. Sie belegten Rang vier.

Zwei Mannschaften auf Platz eins

Die Entscheidung, welche Mannschaften die ersten drei Plätze belegen werden, dürfte zum Krimi werden. Zwei lagen nach der zweiten Jagd sogar punkt- und rundengleich vorn: der Belgier Kenny de Ketele und der Berliner Theo Reinhardt sowie Achim Burkart aus Achern und der Niederländer Yoeri Havik. Beide Duos wiesen 237 Punte auf. Auch Wim Stroetinger (Niederlande) und Robbe Ghys (Belgien) lagen noch in der Nullrunde, mit ihren 206 Zählern sind sie Dritte vor Mörkov/Grasmann (0/Verlustrunden/201 Punkte). Mit einer Runde Rückstand und 236 Punkten belegten Leigh Howard (Australien) und Morgan Kneisky (Frankreich) Rang fünf.

Italiener Michele Scartezzin neutralisiert

Schon in der kleinen Jagd hatten die 22 Fahrer starke Leistung gezeigt. Am Montag fehlte eines der zwölf Zweier-Teams, die am 11. Januar in das 54. Bremer Sechstagerennen gestartet waren. Der Italiener Michele Scartezzini, der sich am Sonntag bei einem Sturz eine schwere Hüftprellung zugezogen hatte, wurde für neutralisiert. Sein italienischer Partner Franceso Lamon trat deshalb nur in den Einzel-Wettbewerben an. Ob Scartezini am Dienstag wieder fahren kann, stand nicht fest.

Hohes Tempo in großer Jagd

Klasse Sport boten die Profis den vielen Radsportfans, unter denen die ehemalige Werder-Profis Tim Wiese, Ailton und Daniel Jensen waren, auch in den anderen Disziplinen wie Derny und Zeitfahren. Höhepunkt der Nacht war aber die große Jagd. Das Tempo war von Beginn an sehr hoch. Die Sieganwärter belauerten sich in den 45 Minuten nicht, sondern setzten, wie die Fußballer sagen würden, voll auf Offensive. Immer wieder versuchten die Duos, sich Runden abzunehmen. Da sich auch die Teams, die nicht mehr für den Gesamtsieg in Frage kommen, nicht zurückhielten, war das Rennen attraktiv und spannend. Theo Reinhardt gewann schließlich in der letzten Runde den Spurt gegen Robbe Ghys. Reinhardt sicherte seinem Team damit nicht nur den Sieg in der Jagd, sondern auch den Sprung auf den geteilten ersten Platz in Gesamtwertung.

Favoritensieg im U23-Cup

Am frühen Montagabend war schon die Entscheidung im U23-Cup gefallen. Die Belgier Bryan Boussaer und Jules Hesters feierten einen souveränen Sieg. Sie lagen von der ersten Etappe an in Führung und hatten drei Runden - eine davon fuhren sie noch als Sieger des Finals, einer Jagd über 45 Minuten, heraus - Vorsprung auf die zweitplatzierten Dänen Anders Fynbo und Martin Mollerup. Luca Felix Happke (Eslohe) und sein belgischer Partner Arne de Groote wurden mit einer weiteren Runde Rückstand Dritte.

Boussaer und Hesters zeigten sich während der Siegerehrung mit ihrer Leistung zufrieden. „Wir waren uns natürlich vorher nicht sicher, dass wir gewinnen würden“, sagten die beiden, die zuletzt viele Erfolge eingefahren hatten, zum Beispiel im Nachwuchswettbewerb in Rotterdam, wo das Sechstagerennen unmittelbar vor den Bremer Sixdays ausgetragen wurde. Die Belgier waren daher auch als große Favoriten in der ÖVB-Arena angetreten. „Wenn wir Vollgas gegeben haben, hat es sehr gut funktioniert“, meinten sie über ihren Auftritt in Bremen.

Drei Entscheidungen am letzten Renntag

An diesem Dienstag (Einlass 18 Uhr), dem letzten Renntag in der ÖVB-Arena, geht es in drei Wettbewerben um den Sieg. Außer den Profi-Teams im Hauptrennen kämpfen auch die Sprinter weiter um die Plätze auf dem Siegerpodest. Zudem steht das Rennen der Paracycler auf dem Programm.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN