Champions Cup 2018 in Brettorf Faustballer des TV Brettorf belegen Platz zwei

Wurden Zweiter des Hallen-Europacups, den ihr Verein ausrichtete: die Faustballer des TV Brettorf um Tobias Kläner (Mitte) und Timo Kläner (rechts). Im Finale mussten sie sich gegen den TSV Pfungstadt mit Steve Schmutzler mit 2:4 geschlagen geben. Foto: Lars PingelWurden Zweiter des Hallen-Europacups, den ihr Verein ausrichtete: die Faustballer des TV Brettorf um Tobias Kläner (Mitte) und Timo Kläner (rechts). Im Finale mussten sie sich gegen den TSV Pfungstadt mit Steve Schmutzler mit 2:4 geschlagen geben. Foto: Lars Pingel

Brettorf. Der TV Brettorf hat beim Champions Cup 2018 den zweiten Platz belegt. Die Faustballer verloren das Finale des Turniers der vier besten europäischen Mannschaften, das ihr Verein ausrichtete, gegen den TSV Pfungstadt mit 2:4.

Für einige Sekunden war es still im Tollhaus am Bareler Weg. Eine weiße Lederkugel landete nach einem Trickschlag von Tim Lemke, dem Spielertrainer der dort beheimateten Faustballer des TV Brettorf, nur wenige Zentimeter auf der falschen Seite der Spielfeldmarkierung. Das Finale im Champions Cup des europäischen Faustball-Verbands EFA, bis 2016 auch offiziell der Europacup, war nach etwa 90 Spielminuten zu Ende. Klar, dass zunächst die Spieler des TSV Pfungstadt, die dieses gerade mit 4:2 (11:9, 6:11, 5:11, 11:5, 11:5, 11:8) gewonnen hatten, dafür sorgten, dass der Geräuschpegel wieder anstieg.

Doch die TVB-Fans, die natürlich die große Mehrheit unter den 600 Zuschauern stellten, vertrieben ihren Frust sehr schnell. Sie feierten ihre Mannschaft lautstark für eine großartige Leistung, die sie am Samstag in einem Endspiel geboten hatte. Dem Finale bescheinigte der Ahlhorner Ulrich Meiners, Vizepräsident der EFA, „ganz hohes Niveau“.

Union Freistadt auf Platz drei

Das Stelldichein der vier besten Hallen-Mannschaften Europas beendete der SV Diepoldsau-Schmitter aus der Schweiz auf Platz drei. Das Team bezwang den österreichischen Meister Union Compact Freistadt mit 4:0. Freistadt trat allerdings ohne Schlagmann Jean Andrioli an, der sich am Vortag im Halbfinale gegen Pfungstadt (2:4) einen Handknochen gebrochen hatte. Brettorf war durch ein 4:2 über Diepoldsau ins Finale eingezogen.

TV Brettorf trumpft bis zum 2:1 groß auf

Die TVB-Halle stellte die Spieler vor eine Herausforderung. Sie ist sehr eng, dadurch ist es schwer, Aufschläge und Angriffe anzunehmen. Und die Tribüne war voll. Doch die Brettorfer und Pfungstädter lösten die Aufgabe bestens. Zur Not sprangen sie eben mitten ins Publikum, um den Ball im Spiel zu halten. Das Finale wurde zu einer packenden Angelegenheit mit spektakulären Abwehraktionen, knallharten oder gefühlvollen Angriffsschlägen und einer ganzen Reihe von unerreichbaren Angaben. Trotzdem war die Partie – „faustballtypisch“ – fair. Eigene technische Fehler wurden sofort angezeigt.

Pfungstadts Schlagmann Steve Schmutzler bescherte seinem Team mit seinen starken Aufschlägen einen guten Start: 7:4. Doch dann erreichte auch der TVB-Motor seine volle Drehzahl. Die Gastgeber gingen mit 8:7 und 9:8 in Führung, fingen sich mit dem 9:11 dann aber doch das 0:1 ein. Das zeigte aber keine Wirkung. Die Brettorfer Abwehr wurde noch besser, das Zuspiel auf den in dieser Phase ganz starken Hauptangreifer Tobias Kläner, der zudem mit einigen klasse Blocks gegen Schmutzler glänzte, immer genauer. Der TVB ließ seinen hessischen Gästen so zwei Sätze lang keine Chance: 11:5, 11:5.

TV Brettorf scheitert an starker Abwehr des TSV Pfungstadt

Satz vier brachte die Wende. Der TVB verlor plötzlich an Durchschlagskraft, weil sich die hintere Reihe der Pfungstädter mit Andrew Fernando, Ajith Fernando und Sebastian Thomas von Ballwechsel zu Ballwechsel steigerte. So kamen Schmutzler und der starke Zweitangreifer Johannes Jungclaussen regelmäßig in gute Positionen. Nach nicht einmal zehn Minuten lag der TSV mit 10:3 vorn. Den dritten Satzball verwandelte Schmutzler mit einem Ass zum 2:2-Ausgleich.

Auch im fünften Durchgang fing sich der TVB schnell einen Rückstand ein (3:6). Er versuchte, mit Auswechslungen gegenzusteuern. In der Abwehr kam der nur für den Europacup reaktivierte Christian Kläner, mit der Nationalmannschaft zweimal Weltmeister und World-Games-Sieger, zum Einsatz. Er und seine Mitspieler konnten die Pfungstädter trotz größter Bemühungen aber nicht mehr stoppen, da sie das hessische Abwehrbollwerk zu selten bezwangen und letztlich wohl auch ein bisschen Glück fehlte.

Lob für gute Organisation

„Wir haben die Silbermedaille gewonnen, das ist ein schöner Erfolg. Wir haben uns gut verkauft“, sagte Lemke, als die Enttäuschung nach dem letzten Ballwechsel verflogen war. Der Deutsche Vizemeister hatte damit bei seiner dritten Europapokal-Teilnahme zum dritten Mal Medaillen geholt. 2004 gab es zum ersten Mal Silber, 2013 Bronze. Das TSV-Team, Deutscher Meister, bejubelte derweil den fünften Titelgewinn in Folge. Die Halle am Bareler Weg wurde vom Tollhaus zur Partyzone, denn der TVB, dem 720 Mitglieder angehören, durfte neben seinen Spielern auch sich selbst feiern. Er hatte die Veranstaltung glänzend organisiert. „Der TVB war, wie gewohnt, ein sehr guter Gastgeber“, lobte Meiners.


Kader TV Brettorf: Timo Kläner, Hauke Rykena, Marcel Osterloh, Tobias Kläner, Hauke Spille, Tim Lemke, Christian Kläner, Malte Hollmann.

Ergebnisse:

Halbfinale: TSV Pfungstadt - Union Compact Freistadt 4:2 (11:6, 9:11, 4:11, 11:6, 11:6, 11:5); TV Brettorf - SVD Diepoldsau-Schmitter 4:2 (7:11, 9:11, 11:6, 11:7, 11:4, 11:7).

Spiel um Platz 3: SVD Diepoldsau-Schmitter - Union Compact Freistadt 4:0 (11:9, 11:5, 11:3, 11:6).

Finale: TV Brettorf - TSV Pfungstadt 2:4 (9:11, 11:6, 11:5, 5:11, 5:11, 8:11).

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