Sixdays Bremen 2018 Fünf Mannschaften haben noch Siegchancen

Fährt als Führender in den vorletzten Tag der Sixdays Bremen 2018: der australische Radprofi Leigh Howard. Mit seinem französischen Partner Morgan Kneisky belegt er im Profi-Wettbewerb Platz eins. Foto: dpa/Carmen JaspersenFährt als Führender in den vorletzten Tag der Sixdays Bremen 2018: der australische Radprofi Leigh Howard. Mit seinem französischen Partner Morgan Kneisky belegt er im Profi-Wettbewerb Platz eins. Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Bremen. Nach vier Tagen der Sixdays Bremen 2018 liegen noch fünf Profi-Mannschaften in einer Runde, sie werden den den Gesamtsieg unter sich ausmachen. An diesem Montag (Einlass 18.30 Uhr) wird in der ÖVB-Arena der vorletzte Rennabend ausgetragen. Am Vormittag, ab 10 Uhr, lädt der Veranstalter zum der „Tag der Schulen“.

Das Rennen um den Gesamtsieg bei den Sixdays Bremen 2018 scheint ein Krimi zu werden. Nach vier Tagen liegen im Wettbewerb der Profis noch fünf Mannschaften in einer Runde. Sie werden darum kämpfen, das 54. Sechstagerennen in der ÖVB-Arena auf Platz eins zu beenden. Am Sonntagnachmittag übernahm das australisch-französische Duo Leigh Howard und Morgan Kneisky die Führung.

Zehn Punkte Vorsprung

Kneisky und Howard, die zusammen bereits acht Weltmeistertitel gewonnen haben, weisen 206 Punkte auf und haben damit nur elf Zähler Vorsprung auf Achim Burkart (Achern) und Yoeri Havi (Niederlande). Auch dahinter sind die Abstände gering. Kenny de Ketele (Belgien) und Theo Reinhardt (Berlin) liegen mit ihren 186 Zählern auf Rang drei; das niederländisch-belegische Gespann Wim Stroetinga/Robbe Ghys ist mit 170 Punkten Vierter vor Christian Grasmann (Holzkirchen) und dem Dänen Jesper Mörkov, die bisher 160 Zähler gesammelt haben. „Spannender könnten die Voraussetzungen für den vorletzten Rennabend kaum sein“, sagt Erik Weispfennig, Sportlicher Leiter, mit Blick auf diesen Montag, an dem es ab 18.30 Uhr (Einlass) weitergeht.

Die vor dem Rennen als Topfavoriten gehandelten Leif Lampater (Waiblingen) und Moreno de Pauw (Belgien) kommen für den Sieg dagegen nicht mehr in Frage. Das liegt an Lampater, der quasi der „Seuchenvogel“ der diesjährigen Veranstaltung ist. Am Freitag stoppte ihn ein Magen- und Darminfekt; der 35-Jährige wurde neutralisiert. Am Samstagabend fuhr der Waiblinger in der Jagd einem Kollegen ins Hinterrad, kam zu Sturz und verletzte sich dabei sein linkes Knie. „Es ist wirklich wie verhext. Mal sehen, was Montag und Dienstag noch kommt ...“, sagte Lampater mit einem Anflug von Galgenhumor.

Noch schlimmer hatte es zuvor den tschechischen Topsprinter Tomas Babek erwischt, der sich bei einem Sturz das Schlüsselbein brach. Die Verantwortlichen um Weispfennig verpflichteten daher den Niederländer Sam Ligtlee nach.

Einen Schreckmoment gab es auch zum Rennbeginn am Sonntag: Achim Burkart und der Italiener Michele Scartezzini stürzten im Ausscheidungsfahren. Während Burkart mit leichten Abschürfungen davon kam, wurde Scartezzini für eine Ausschlussuntersuchung ins Krankenhaus gebracht, teilten die Veranstalter mit.

Niederländerinnen Kirsten Wild und Marit Raaijmakers gewannen im Madison

Ohne Probleme endete am Sonntag eine Premiere im Wettkampfprogramm der Bremer Sixdays: Die Niederländerinnen Kirsten Wild und Marit Raaijmakers gewannen im Madison, dem Zweier-Mannschaftsfahren. Zweite wurden die Dänin Julie Leth und Christina Birch aus den USA. Die deutschen Fahrerinnen Anna Knauer (Dachau) und Lin Teutenberg (Bergisch-Gladbach) belegten Rang drei. „Das war ein starkes Rennen, die Frauen haben wirklich alles gegeben“, lobte Weispfennig. Wild freute sich derweil über ihren zweiten Erfolg auf der 166 Meter langen Bahn in Bremen: Am Samstag hatte sich auch im Omnium triumphiert.

„Tag der Schulen“

Der Montagvormittag, ab 10 Uhr, läuft unter dem Motto „Tag der Schulen“. Bereits zum dritten Mal werden Schülerinnen und Schüler aus Bremen und dem Umland Sixdays-Luft schnuppern. In Talkrunden werden Profis des Fußball-Bundesligisten SV Werder, des Basketball-Erstligisten Eisbären Bremerhaven und ein Fahrer aus dem Profi-Feld in der ÖVB-Arena zu Wort kommen.

Finale im Jedermann-Rennen

Seit drei Jahren gibt es in der ÖVB-Arena Rennen für die sogenannten „Jedermänner“, also für absolute Amateurfahrer, die sich einmal auf der Bahn versuchen möchten. Als Chef-Organisator fungiert von Anfang an Bernd Rennies, der auch schon einmal Vize-Präsident der Deutschen Triathlon Union war. Und Rennies ist mit dem Zuspruch hochzufrieden: „Für die Qualifikationsrennen in Hamburg und Büttgen hatten wir 120 Anmeldungen – so viel wie noch nie.“ Das Finale werden am Montagabend jeweils sechs Frauen und Männer bestreiten.


Profis, Stand nach dem vierten Tag: 1. Leigh Howard/Morgan Kneisky (AUS/F) 0 Verlustrunden/206 Punkte, 2. Achim Burkart/Yoeri Havik (D/NL) 0/195, 3. Kenny de Ketele/Theo Reinhardt (B/D) 0/186, 4. Wim Stroetinga/Robbe Ghys (NL/B) 0/170, 5. Christian Grasmann/Jesper Mörkov (D/DK) 0/160, Moreno De Pauw/Leif Lampater (B/D) 5/145, 7. Andreas Graf/Maximilian Beyer (AUT/D) 8/108, 8. Lucas Liß/Tristan Marguet (D/CH) 11/107, 9. Roy Pieters/Nico Heßlich (NL/D) 13/47.

U19-Cup, Endstand: 1. Benjamin Hertz/Mads Rasmussen (DK) 0 Verlustrunden/ 44 Punkte, 2. Petr Kelemen/Jan Vones (CZ) 0/20, 3. Franz Werner/Robin Rautzenberg (D) 0/14.

Frauen, Omnium, Endstand: 1. Kirsten Wild (NL) 182 Punkte, 2. Evgenia Augustinas (RUS)136, 3. Olga Zabelinskaye (RUS) 135, 4. Christina Birch (USA) 119.

Frauen, Madison, Endstand: 1. Marit Raaijmakers/Kirsten Wild (NL) 0/38, 2. Julie Leth/Christina Birch (DK/USA) 0/25, 3. Anna Knauer/Lin Teutenberg (D) 0/18.

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