zuletzt aktualisiert vor

Futsal-Kreismeisterschaft 2018 Ehsan Ehsani Tabar hält, Florian Urbainski trauert

Von Frederik Böckmann und Andreas Bahlmann


Sandkrug. Die beiden Delmenhorster Torhüter Ehsan Ehsani Tabar (SV Tur Abdin) und Florian Urbainski (SV Atlas) hatten ihren entscheiden Anteil am Finaleinzug der beiden Stadionrivalen. SVA-Keeper Urbainski freute sich über seine Trophäe als bester Torwart (noch) nicht.

Freud und Leid liegen im Fußball oft nur Kleinigkeiten von einander entfernt. Bei der Siegerehrung zur Futsal-Kreismeisterschaft 2018 in Sandkrug standen mit Florian Urbainski und Ehsan Ehsani Tabar zwei der Hauptprotagonisten der zweitägigen Mammut-Veranstaltung keine fünf Meter von einander entfernt. Als die zwei Sonderpreise von Kreischef Erich Meenken verteilt wurden, nahm Florian Urbainski seine Trophäe für den besten Torwart ziemlich geknickt entgegen. Bei der Auszeichnung für den Schlussmann des SV Atlas Delmenhorst gab es keine zwei Meinungen, ebenso wenig wie beim Pokal für Wildeshausens Dribbelkünstler Maximilian Seidel als bestem Turnierspieler.

Doch Urbainski war nicht nur in Personalunion Kapitän und Motivator der mit Spielern aus dem Oberliga-Team, der Kreisliga-Reserve, zwei Neuzugängen und einem A-Jugendlichen bunt zusammengewürfelten blau-gelben Truppe, sondern auch ein exzellenter Keeper, der mit seinen laut Stenums Trainer Thomas Baake „überragenden Paraden“ auch sehr großen Anteil am Finaleinzug hatte. Er warf sich in jeden Schuss, in jedes Dribbling, in jede Offensivaktion der Gegner. Dass Atlas bis zum Finale insgesamt nur zwei Gegentore bekommen hatte, war vor allem Urbainskis Verdienst.

Mit dem im Vergleich zum Fußball kleineren, schwereren und sprungreduzierten Futsal hatte Florian Urbainski keine Probleme. Im Gegenteil: Er findet den Futsal „einfacher zu halten“. „Ich bin beim Schuss immer einen Schritt nach vorne gegangen“, erklärte er sein Torwartspiel.

Tragischer Held Florian Urbainski

Doch Urbainski war auch eine Art tragischer Held. Denn als die letzte Turnierpartie im Sechmeterschießen entschieden werden musste, scheiterte der SVA-Torwart mit seinem Schuss an Tur-Abdin-Torwart Ehsani Tabar. „Ich war gar nicht als Schütze vorgesehen und wollte nicht, und da keiner mehr kam, musste ich dann trotzdem schießen“, berichte Florian Urbainski über sein Dilemma.

Dass „Benno“ schon zuvor die Entscheidung zugunsten Tur Abdins per gehaltenen Sechsmeter gegen seinen Ex-Teamkollegen Daniel Karli verhindert hatte, geriet dadurch etwas in Vergessenheit, untermauerte aber die Leistung des 28-Jährigen. Urbainski, der 2017 bei der Hallenfußball-Meisterschaft ebenfalls zum besten Torwart gekürt worden war, sagte: „Unser Turniersieg wäre natürlich die Krönung gewesen. Aber: Hätte, hätte, Fahrradkette. Am Montag beginnt die Vorbereitung auf die Oberliga, dann ist die Enttäuschung wieder gegessen.“

Hier geht’s zum Themenportal des SV Atlas

Über das ganze Gesicht strahlte hingegen Ehsani Tabar, der nach seinem parierten Sechsmeter gegen Urbainski (und zuvor schon auch schon gegen Thade Hein) zahlreiche Glückwünsche entgegen nahm. Er habe sich im Duell mit dem Atlas-Keeper „für eine Ecke entschieden, und dann eben Glück gehabt, dass Urbainski dorthin schießt“, sagte der Matchwinner.

Dass die Entscheidung im Endspiel im Shoot-out fallen und er dann eine entscheidende Rolle einnehmen konnte, damit hatte der starke Ehsani Tabar durchaus etwas gerechnet, wie er schmunzelt einräumte. „Zu 60, 70 Prozent war ich mir sicher, dass es ins Sechsmeterschießen geht. Atlas hat richtig geilen Fußball gespielt, aber wir haben auch Qualität in unserem Team.“

Dass die Aramäer nach ihrem 0:6-Fehlstart in der Zwischenrunde gegen den VfL Wildeshausen überhaupt noch die K.o.-Phase erreichten, davon war Ehsani Tabar nicht ausgegangen. „Ich dachte, dieses Ergebnis gibt uns einen Knick. Wir hatten echt Anlaufschwierigkeiten. Aber dann haben wir Moral gezeigt. Das war entscheidend.“ Und eben ein Ehsan Eshani Tabar im Tor.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN