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Futsal-Kreismeisterschaft 2018 TuS Heidkrug tritt gegen SV Baris nicht an

Von Andreas Bahlmann und Frederik Böckmann

Bei der Futsal-Kreismeisterschaft 2018 in Sandkrug ist der TuS Heidkrug nicht zu einem Spiel gegen den SV Baris angetreten. Foto: Daniel NiebuhrBei der Futsal-Kreismeisterschaft 2018 in Sandkrug ist der TuS Heidkrug nicht zu einem Spiel gegen den SV Baris angetreten. Foto: Daniel Niebuhr

Sandkrug. Der Delmenhorster BV hatte den Einzug in die Zwischenrunde der Futsal-Kreismeisterschaft vor Augen, doch am Ende verpasste das Team aus der 2. Kreisklasse den Sprung in die zweite Gruppenphase am Sonntag in Sandkrug nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses ganz knapp. Einen Aufreger gab indes in Gruppe D.

Gruppe A

Ganz souverän präsentierte sich Gruppensieger SV Atlas. Fünf Siege, 15 Punkte, 13:1 Tore: Die Blau-Gelben hatten ein Mix-Team aus Spielern der Oberliga-Mannschaft (Urbainski, Immerthal, Prießner, Rauh, Hein) und der Kreisliga-Reserve (Klenke, Appau, Lukas Matta, Mjeshtri) nach Sandkrug geschickt. „Wir haben unser Soll erfüllt“, sagte SVA-II-Trainer Steven Hermann, der das Team coachte. „Wir hatten zunächst etwas Anlaufschwierigkeiten, aber dann lief es.“ Hier geht’s zum Themenportal des SV Atlas

Atlas schlug den TuS Hasbergen 3:0 (Tore: Lukas Matta 2, Mjeshtri), Borussia Delmenhorst 4:1 (Tore: Lukas Matta 2, Hein, Appau), Delmenhorster BV 3:0 (Tore: Prießner 2, Hein), den TV Jahn 1:0 (Tor: Rauh) und den Harpstedter TB 2:0 (Tore: Prießner 2). Stark in Form bei den Blau-Gelben präsentierten sich vor allem Lukas Matta und Marco Prießner mit je vier Toren. Herrlich anzusehen war vor allem Pießners 2:0 gegen Harpstedt. Einen Diagonalpass nahm „MP9“ mit dem Rücken zum Tor mit links an, drehte sich um die eigene Achse und jagte den Ball mit rechts unhaltbar ins HTB-Tor.

Als Zweiter hinter dem SV Atlas rettete sich 2017-Kreismeister Harpstedter TB (9 Punkte, 10:7 Tore) in die Zwischenrunde. Die Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Atlas fiel nicht ins Gewicht, nur ein 0:6 hätte das Aus bedeutet. „Wir wollten in die Zwischenrunde kommen, ohne Verletzungen bleiben und Spaß haben. Das ist uns gelungen. Also ist alles okay“, sagte HTB-Trainer Jörg Peuker. „Für uns ist das Turnier eine Spaßveranstaltung. Den Sonntag gehen wir locker an.“

Der DBV (9/7:7) hatte direkt davor mit einem 1:3 im letzten Gruppenspiel gegen den Liga-Rivalen Borussia Delmenhorst die Überraschung verspielt. Ein Remis hätte dem Ballverein, der mit zwei Siegen gegen Jahn (2:1) und Harpstedt (1:0) stark startete, schon zum Weiterkommen gereicht. Ohne Chance waren der Kreisligist TV Jahn Delmenhorst (3) und Kreisklassen-Spitzenreiter TuS Hasbergen (3) trotz einiger Futsal erfahrener Youngster in seinen Reihen.

Gruppe B

In der Gruppe B gab es einen Dreikampf um die beiden ersten Plätze. Hier behielten der VfL Wildeshausen (12) und der ungeschlagene TSV Ganderkesee (9) vor dem TSV Ippener (8) knapp die Oberhand. Die Entscheidungen fielen erst in den beiden letzten Gruppenspielen, als Wildeshausen mit 2:0 gegen Ippener gewann und Ganderkesee ein 0:0 gegen Achternmeer holte.

Wildeshausens Co-Trainer Sven Apostel sagte: „Wir wollen unseren Titel schon gerne verteidigen. Auch wenn Futsal natürlich etwas anderes ist als Fußball.“ Ganderkesees Trainer Stephan Schüttel freute sich: „Wir wollen in der Zwischenrunde schon etwas reißen. Wir nehmen das Turnier ernst.“ Das konnte Ippeners Coach Chawkat El-Hourani nicht behaupten, er nahm das Ausscheiden sogar erfreut zur Kenntnis. „Ich hatte eh insgeheim gehofft, dass wir rausfliegen.“

Letztlich ohne Chance auf das Weiterkommen waren der SV Achternmeer (5), KSV Hicretspor (4) und der SV Tungeln (2). „Unser Ausscheiden ist kein Weltuntergang“, sagte KSV-Präsident Turhan Erdogan.

Gruppe C

In der Gruppe C lösten der VfR Wardenburg (12 Punkte) und der SV Tur Abdin (12) ganz souverän ihr Ticket für die Zwischenrunde. Die Aramäer gewannen ihre ersten vier Spiele, ehe Wardenburg mit einem Sieg (2:0) im direkten Duell im letzten Gruppenspiel an Tur Abdin vorbeizogen. Durch die Niederlage ging der SVT in der Zwischenrunde zumindest dem Stadionrivalen SV Atlas aus dem Weg. Der VfR qualifizierte sich indes zum ersten Mal seit 2015 wieder für die Zwischenrunde.

Kurios war das Torverhältnis der Minimalisten der SF Wüsting – nämlich 1:1 nach diesen fünf Ergebnissen: 1:0, 0:0, 0:0, 0:1, 0:0. Das bedeutet am Ende Rang drei mit sechs Zählern. Gut verkaufte sich auch Underdog SV Rethorn mit fünf Punkten.

Gruppe D

Einen Aufreger gab es am Samstagabend beim letzten Spieltag der Gruppe D. Denn der TuS Heidkrug, zuvor Tabellenführer, trat zum Gruppenspiel gegen den SV Baris nicht an. „Meine Spieler wollen nicht gegen Baris spielen“, begründete TuS-Trainer Selim Karaca den Nichtantritt, wollte sich aber weiter nicht dazu äußern. Der Grund für die Heidkruger Entscheidung: Im März 2017 kam es im Kreisliga-Spiel zwischen den beiden Vereinen zu Handgreiflichkeiten und verbalen Attacken, die damals in einem Polizeieinsatz mündeten. Karaca hatte damals erklärt, nicht wieder gegen Baris anzutreten.

Folge eins: Die Partie wurde mit 5:0 Toren und drei Punkten für den SV Baris gewertet, der damit in der Tabelle Rang eins einnahm. Folge zwei: Der TV Dötlingen rutschte überraschenderweise noch an Heidkrug vorbei auf Rang zwei. Den Einzug in die zweite Gruppenphase nahm TVD-Trainer Markus Welz aber eher zähneknirschend hin.

Baris-Trainer Önder Caki konnte den Heidkruger Nichtantritt nicht nachvollziehen und sprach von einer „unfairen Geste“ und „Wettbewerbsverzerrung“. „Das hat bei einer Kreismeisterschaft nichts zu suchen.“ Süffisant merkte Caki an: „Ich freue mich schon, wenn Heidkrug in die Bezirksliga aufsteigt. Dann haben wir jedenfalls sechs Punkte sicher ...“

Wenig später hatte sich Caki zumindest mit Heidkrugs Co-Trainer Jorge Jacinto ausgesprochen. Die beiden Gegenspieler aus früheren Zeiten nahmen sich versöhnlich in den Arm, „und das, obwohl mich ,Porto‘ damals schwerer an der Schulter verletzt hat“, scherzte Caki.

Und sonst?

Die Zuschauerresonanz hielt sich am Samstag in Grenzen. Selbst Fan-Krösus SV Atlas hatte nur die Unterstützung von rund einem Dutzend Anhänger. Die Blau-Gelben fieberten wohl mehrheitlich der Premiere des Kino-Filmes „Die Rückkehr des SV Atlas“ am Samstagabend entgegen.

Kritische Stimmen gab es von den Mannschaft auf Grund der Organisation und den Zeitverzögerungen. Weil jede Mannschaft ein Time-Out nehmen kann und zudem die letzte Minute als Netto-Spielzeit gestoppt wird, waren bereits die Gruppe A und B eine Stunde in Verzug.

Weiter geht es mit der Zwischenrunde am Sonntag ab 10 Uhr. Der Eintritt beträgt vier Euro. Das Endspiel ist für 15.55 Uhr angepfiffen werden, dürfte sich nach den Erfahrungen vom ersten Turniertag aber um einiges nach hinten verschieben.


Zwischenrunde

Gruppe A (Sonntag ab 10 Uhr)

VfR Wardenburg - TV Dötlingen

1. Gruppe E - SV Atlas

TSV Ganderkesee - VfR Wardenburg

TV Dötlingen - 1. Gruppe E

SV Atlas - TSV Ganderkesee

VfR Wardenburg - 1. Gruppe E

TSV Ganderkesee - TV Dötlingen

SV Atlas - VfR Wardenburg

1. Gruppe E - TSV Ganderkesee

TV Dötlingen - SV Atlas

Gruppe B (Sonntag ab 10.14 Uhr)

SV Tur Abdin -SV Baris

2. Gruppe E - Harpstedter TB

VfL Wildeshausen - - SV Tur Abdin

SV Baris- 2. Gruppe E

Harpstedter TB - VfL Wildeshausen

SV Tur Abdin - 2. Gruppe E

VfL Wildeshasusen - SV Baris

Harpstedter TB - SV Tur Abdin

2. Gruppe E - VfL Wildeshausen

SV Baris - Harpstedter TB

1. Halbfinale (Sonntag 15 Uhr)

1. Gruppe A - 2. Gruppe B

2. Halbfinale (Sonntag 15.14 Uhr)

1. Gruppe B - 2. Gruppe A

Spiel um Platz drei (Sonntag 15.35 Uhr)

Verlierer der Halbfinals

Endspiel (Sonntag 15.55 Uhr)

Sieger der Halbfinals