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Futsal-Kreismeisterschaft 2018 Wer wird Nachfolger des Harpstedter TB?


Sandkrug. Welchen Kader schickt Oberligist SV Atlas ins Rennen? Was rechnen sich die vier Bezirksligisten aus? Welcher Außenseiter könnte in Sandkrug überraschen? Das sind einige der Fragen im Vorfeld der Futsal-Kreismeisteschaft am Wochenende bei der TSG Hatten-Sandkrug. Das dk blickt auf die fünf Vorrundengruppen.

99 Spiele, 30 Mannschaften und nur ein Ziel: den Titel bei der Futsal-Meisterschaft des Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst. Die Mammutveranstaltung findet am Samstag (auf zwei Feldern) und Sonntag jeweils ab 10 Uhr bei der TSG Hatten-Sandkrug an der Schultredde statt. Die inoffizielle Kreismeisterschaft gewann Ende 2016 der der TV Munderloh, die ersten offiziellen Titelkämpfe 2017 der Harpstedter TB. Wer macht 2018 das Rennen? Das dk beleuchtet alle fünf Vorrundengruppen (siehe auch Spielplan) genauer.

Gruppe A

Sechs Mannschaften, davon fünf aus Delmenhorst – der SV Atlas, TV Jahn, TuS Hasbergen, DBV und Borussia spielen fast ihre kleine eigene Stadtmeisterschaft in Sandkrug aus. Den fünf Delmestädtern könnte aber der Harpstedter TB beim Weiterkommen gehörig in die Suppe spucken und ist vielleicht sogar der Topfavorit auf Platz eins in dieser Gruppe. Der Kreisligist hat viele exzellente Futsal-Kicker in seinen Reihen. Die A-Jugend wurde 2017 Bezirksmeister, die Herren wurden 2017 beim landesweiten NFV-Futsal-Cup sogar Dritter. Interessant wird sein, mit welchem Kader Oberligist SV Atlas am Ende auflaufen wird. Etliche Leistungsträger wie Musa Karli werden nicht dabei sein, dafür soll der Kader einen Mix aus jungen Spielern der ersten Mannschaft und womöglich auch Spielern aus der Reserve bilden. Die Topteams ärgern könnte vielleicht der Delmenhorster BV (2. Kreisklasse), der bei der Premieren-Veranstaltung im Vorjahr überraschend Sechster wurde. (Weiterlesen: Dokumentation über den SV Atlas ab Samstag im Kino)

2017 Vorrunden-Gegner, 2018 auch: Der Delmenhorster BV (gelbe Trikots) und der TV Jahn treffen Samstag aufeinander. Foto: Rolf Tobis

Gruppe B

Mit dem VfL Wildeshausen spielt einer der Topfavoriten auf den Titel in der Gruppe. Kreismeister 2017, Vize 2016 – der Bezirksligist mit seinen vielen wendigen beziehungsweise spielstarken Akteuren dürfte sich auch auf den Futsal-Feld zurechtfinden. Seit Donnerstag hat der VfL auch einen neuen Spieler: Jannis Oberbörsch (24) wechselt vom Liga-Rivalen Eintracht Oldenburg in den Krandel. Der 24-Jährige kann als Mittelstürmer, Secher oder Achter eingesetzt werden. In Bestbesetzung ist auch der TSV Ippener mit den Sevimli- und Ibrahim-Brüder sicherlich ein Kandidat für vordere Plätze. Das zeigte der TSV auch mit Rang vier im vergangenen Jahr, als Ippener sich eine noch bessere Platzierung verbaute, als die Offensiv-Künstlern sich durch Undiszipliniertheiten etwas selbst im Weg standen. Außenseiterhancen für das Weiterkommen dürften der TSV Ganderkesee und vor allem wohl nur der SV Achternmeer und der SV Tungeln haben. Und der KSV Hicretspor? Ließ am vergangenen Wochenende mit einem überraschenden Turniersieg beim TSV Oldenburg aufhorchen – allerdings nach Hallenfußball-Regeln. „Wir wollen Spaß haben und reisen ohne große Erwartungen nach Sandkrug“, sagt Coach Timur Cakmak. (Weiterlesen: Ab 2016 nur noch Futsal in der Halle)

Gruppe C

In der Gruppe C ist Bezirksligist SV Tur Abdin mit seinen vielen Hallenspezialisten wie Can Blümel oder Manuel Celik der Topfavorit auf Rang eins. Das bewiesen die Aramäer auch beim Hallenfußball-Turnier am vergangenen Samstag beim SV Baris und mit Rang drei im Vorjahr bei der Futsal-Premiere. „Ich glaube, wir haben eine ganz gute Truppe zusammen“, sagt SVT-Kapitän Daniel Karlil. Hinter Tur Abdin haben Ahlhorner SV, SF Wüsting, TSV Großenkneten und VfR Wardenburg einen der beiden ersten Plätze im Visier. Außenseiter ist der SV Rethorn. Der Kult-Klub und Aufsteiger in die 3. Kreisklasse ist mit Nachbar Bookholzberger TB der klassentiefste Verein bei der Endrunde.

Gruppe D

Wie Tur Abdin ist mit dem SV Baris der Bezirksligist ein Mitfavorit für das Weitermachen. Eigentlich. Aber Baris bekleckerte sich in den vergangenen Jahren in der Halle nicht unbedingt mehr mit Ruhm. Auch Trainer Önder Caki räumt ein, dass die Halle „für uns keine Priorität hat. Das ist nebensächlich. Ich werde im Training fragen, wer Lust hat. Die Hauptsache ist, dass sich niemand verletzt. Wir wollen nicht auf Biegen und Brechen weiterkommen.“ Underdog in dieser Gruppe sind die SF Littel (2. Kreisklasse). „Es ist schön, bei der Endrunde dabei zu sein“, sagt Littels Fußball-Obmann Lutz Würdemann. „Wir freuen uns drauf, auch wenn wir vielleicht nicht so viel reißen werden.“ Bei den anderen vier Teams – Delmenhorster TB, TuS Heidkrug, TV Dötlingen und TV Falkenburg – könnte die Tagesform eine Rolle spielen, ob es für die Zwischenrunde reicht. Seine Futsal-Qualitäten bewies der DTB zumindest 2017, als die Turnerbündler mit einer bunten Mix-Truppe überraschend ins Finale einzogen. (Weiterlesen: Reaktionen auf das Futsal-Qualifikationsturnier)

Gruppe E

Den Ball ins Tor kombinieren und nicht bolzen, Spaß haben – und das frei von taktischen Zwängen: Mit dieser Grundausrichtung möchte der VfL Stenum das Futsal-Turnier angehen. Trainer Thomas Baake spricht von „gemischten Gefühlen“ bei seiner Truppe. „Die jungen Spieler kennen Futsal natürlich, aber für andere ist es auch Neuland.“ Klar ist aber auch: Die Bezirksliga hat für Stenum Vorrang. Der VfL, den Innvenerteidiger Julian Darr aus beruflichen Gründen verlassen hat, testet bereits am Freitagabend (19.30) beim TuS Sudweyhe aus der Bezirksliga Hannover. (Weiterlesen: VfL Stenum freut sich über Lob für Turnierserie)

Selbstvertrauen tankte am vergangenen Wochenende derweil Kreisligist TV Munderloh. Die Truppe von Ralf Eilenberger gewann nach fünf Siegen in fünf Spielen den 14. Mazda-Krzykowski-Cup beim TuS Wahnbek. Maxi Pieper wurde beste Torschütze, Neuzugang Jannik Maaß (vom VfB Oldenburg II) wurde als bester Turnierspieler ausgezeichnet. Stark war auch Torhüter Jannik Franke mit zwei gehaltenen Neunmetern im Finale. Neben Stenum und Munderloh ist sicherlich auch Kreisliga-Spitzenreiter FC Hude ein heißer Kandidat für die Zwischenrunde. Außenseiterchancen besitzen RW Hürriyet, FC Huntlosen und Bookholzberger TB.


Futsal: Unterschiede zum Hallenfußball

Ball: Ist kleiner (Größe 4) als die Normalversion (Größe 5), schwerer und vor allem sprungreduziert.

Tore: Wie beim Handball (3x2 Meter), normale Hallenfußballtore sind zwei Meter breiter.

Spielfeld: Ist 40 mal 20 Meter breit und wird von Auslinien begrenzt, es gibt keine Banden.

Spielzeit: Läuft effektiv, wird also vom Zeitnehmer gestoppt, wenn der Ball aus dem Spiel ist oder der Schiedsrichter unterbricht (gilt in Sandkrug nur für die letzte Minute der Partien).

Time-out: Darf jedes Team einmal pro Spiel nehmen.

Torwart: Darf sich auf dem gesamten Feld bewegen und den Ball auch in die gegnerische Hälfte werfen. Ein Zuspiel zum Torwart ist nur erlaubt, wenn ein gegnerischer Spieler den Ball berührt hat oder der Torwart den Ball in der Gegner-Hälfte spielt.

Standards: Müssen innerhalb von vier Sekunden ausgeführt werden. Alle Freistöße sind direkt möglich, geahndet werden die bekannten Regelverstöße, sowie zusätzlich Tacklings und Grätschen – auch solche, die bisher als fair galten.

Kumuliertes Foulspiel: Ab einer bestimmten Foulzahl (je nach Spielzeit) gibt es stets einen Strafstoß für das andere Team.