Schutz für Hohenbökener Moor Bauern-Probleme mit Landschaftsschutz in Hohenböken

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Die von vielen Wiesen und einigen Feldern und Gehölzen geprägte Moorlandschaft hinter der Reitanlage Hohenböken ist seit einem Jahr geschützt. Foto: Reiner HaaseDie von vielen Wiesen und einigen Feldern und Gehölzen geprägte Moorlandschaft hinter der Reitanlage Hohenböken ist seit einem Jahr geschützt. Foto: Reiner Haase

Bookholzberg/Hude. Seit einem Jahr gilt im Hohenbökener Moor Landschaftsschutz. Landwirte beklagen Einschränkungen und warnen vor zu viel Nässe auf Wiesen und Feldern.

Der großflächige Landschaftsschutz im Hohenbökener Moor auf Flächen in den Gemeinden Ganderkesee und Hude wird in dieser Woche ein Jahr alt. Zum Geburtstag bekräftig der Huder CDU-Ratsherr und Landwirt Wilfried Siems die Befürchtung, dass schon diese niedrigste Stufe des Naturschutzes die Landwirte übermäßig belastet. „Sie müssen Nutzungseinschränkungen hinnehmen“, so Siems mit Blick darauf, dass auf den Grünlandflächen Umbruch verboten und Neuansaat nur mit der Schlitztechnik zulässig ist.

Weniger Silage fürs Vieh

„Das ist nicht so wie sonst üblich“, sagt Siems. Er weist auch darauf hin, dass von Wiesen, die im Mai noch nicht gemäht werden dürfen, kein Grünschnitt für die Silage als energiereiches Futter für Milchvieh geholt werden kann. „Es kommt höchstens Futter für Jungvieh und Pferde heraus. Pferdefutter haben wir mehr als genug“,erklärt Siems. Auf diese schon vor der Anordnung des Landschaftsschutzes vorgetragenen Bedenken der Landwirte sei wenig Rücksicht genommen worden, klagt er.

Neue Drainagen verboten

Cord Wübbenhorst, Vorsitzender des Landvolks Ganderkesee und Landwirt mit einigen extensiv genutzten Flächen nahe dem Hohenbökener See, rückt das Verbot neuer Drainagen ins Blickfeld. „Die Entwässerung muss in Ordnung sein. Sonst fällt der letzte Grünschnitt aus. Die Pflanzen vermoddern im Winter und versauen den ersten Grünschnitt im neuen Jahr“, warnt Wübbenhorst.

309 Hektar geschützt

Der Landkreis Oldenburg hat den Landschaftsschutz auf 309 Hektar Fläche südlich, östlich und nördlich des Hohenbökener Sees angeordnet. Der Südzipfel reicht bis zur Dorfstraße in Höhe der Anlage des Reitervereins Hohenböken. Die Ostgrenze wird von der Bundesstraße 212 markiert und die Nordgrenze vom Stedinger Kanal, der Grenze zum Landkreis Wesermarsch. Der Schutz soll offenes, unverbautes und relativ extensiv genutztes Grünland erhalten und außerdem Lebensraum für Wiesenvögel und typische Pflanzen erhalten und entwickeln. In der Verordnung werden der Große Brachvogel, die Uferschnepfe, der Kiebitz, die Wiesenpieper, die Sumpfohreule, der Bluthänfling, die Wachtel und die Feldlerche sowie die Sumpfdotterblume und das Wiesenschaumkraut genannt, allesamt Arten, die aus intensiv genutztem Grünland verdrängt werden.


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