Energieprojekt am Sannauer Hellmer Im Windpark herrscht Flaute auf Ganderkeseer Seite

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Dunkle Wolken über dem Windpark Sannauer Hellmer: Nur auf Lemwerderaner Gebiet drehen sich schon die Windräder. Foto: Dirk HammDunkle Wolken über dem Windpark Sannauer Hellmer: Nur auf Lemwerderaner Gebiet drehen sich schon die Windräder. Foto: Dirk Hamm

Schönemoor. Dunkle Wolken über dem Windpark Sannauer Hellmer: Ein laufendes Verfahren vor dem Verwaltungsgericht verhindert die Genehmigung von Anlagen durch den Landkreis Oldenburg.

Im noch weitgehend unvollendeten Windpark Sannauer Hellmer herrscht Flaute, zumindest auf Ganderkeseer Seite. Und das liegt nicht am Wetter: Von den im interkommunalen Windpark diesseits der Grenze zum Landkreis Wesermarsch geplanten 14 Windspargeln sind bislang nur zwei genehmigt. Noch keiner davon ist im Bau. In Lemwerder drehen sich immerhin an fünf von dort vorgesehenen 19 Standorten die Windräder.

Projekt hängt in der Schwebe

Völlig in der Schwebe hängt derzeit das Vorhaben der Windpark Fritzenberg GmbH & Co. KG, in der sich vorwiegend lokale Investoren zusammengeschlossen haben. Die Gesellschaft hat die Errichtung von drei Windkraftanlagen auf Ganderkeseer Gebiet beantragt. Ein vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg anhängiges Verfahren verhindert bisher die Genehmigung durch den Landkreis Oldenburg.

Flugsicherung hat Bedenken

Knackpunkt sind die Einsprüche des Bundesamts für Flugsicherung (BAF), das wegen möglicher Störungen der Flugsicherungsanlagen am Bremer Flughafen Klage gegen bereits durch den Landkreis Wesermarsch erteilte Genehmigungen für Windräder auf dem Gebiet der Gemeinde Lemwerder eingereicht hat. „Es kommt nicht voran“, beklagt Gerd Schütte, Sprecher der Windpark Fritzenberg GmbH & Co. KG die aktuelle Situation. Über die weiteren Aussichten für die Verwirklichung des Vorhabens der Investoren könne nur spekuliert werden: „Das ist im Augenblick Kaffeesatzleserei.“

Kreisverwaltung wartet Gerichtsentscheidung ab

In der Kreisverwaltung in Wildeshausen sieht man sich jedenfalls nicht in der Lage, eine Genehmigung zu erteilen, bevor die Rechtslage nicht formell geklärt ist. „Wir haben nur die Möglichkeit, abzuwarten, wie die Richter in der Hauptsache entscheiden“, sagt Torsten Stuhr, stellvertretender Leiter des Bauordnungsamts im Kreishaus.

Stillstand trotz Genehmigungen

Immerhin, in zwei Fällen auf Ganderkeseer Gebiet hatte das BAF seine Bedenken wegen einer möglichen Beeinträchtigung der Flugsicherung zurückgezogen und den Weg freigemacht für je eine Windkraftanlage der Windfarm Ganderkesee-Lemwerder GmbH und der Windguard Forschungswindpark Ganderkesee GmbH & Co. KG. Aber auch hier ist es bislang zu keinerlei Bautätigkeit gekommen.

Das könnte sich aber in absehbarer Zeit ändern: Die Gamesa GmbH, die für die Windfarm-Gesellschaft die Planung und den Bau von sechs beantragten Windenergieanlagen übernommen hat, will nach dem Zusammengehen mit der Windenergiesparte von Siemens nun eine Siemens-Anlage aufstellen.

Eine Anlage soll bis Ende 2018 stehen

Eine erforderliche Änderungsanzeige liegt beim Landkreis Oldenburg vor. Und dürfte nach Einschätzung von Siemens-Gamesa-Projektleiter Carsten Schurwanz reine Formsache sein, weil das Siemens-Windrad höheren immissionsschutzrechtlichen Anforderungen genüge als das schon genehmigte. Schurwanz nennt als Ziel, die Anlage bis Ende 2018 ans Netz zu bringen.


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