Qual der Wahl Schüler befragen Bundestagskandidaten an der BBS Wildeshausen

Die Bundestagskandidaten der Region (von links) Christian Dürr (FDP), Susanne Mittag (SPD), Christina-Johanne Schröder (Bündnis 90/Die Grünen), Astrid Grotelüschen (CDU) und Manuel Paschke (Die Linke) stellten sich den Fragen der Schüler. Foto: Kristina MüllerDie Bundestagskandidaten der Region (von links) Christian Dürr (FDP), Susanne Mittag (SPD), Christina-Johanne Schröder (Bündnis 90/Die Grünen), Astrid Grotelüschen (CDU) und Manuel Paschke (Die Linke) stellten sich den Fragen der Schüler. Foto: Kristina Müller

Wildeshausen. Erstwähler zu erreichen ist kein Leichtes: Die Bundestagskandidaten der Region stellten sich den Fragen der Schüler der Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen.

Zurück in die Schule: Sie haben zwar nicht wieder die Schulbank gedrückt, sich aber bei einer Podiumsdiskussion von Schülern auf den Zahn fühlen lassen – Astrid Grotelüschen (CDU), Susanne Mittag (SPD), Christian Dürr (FDP), Manuel Paschke (Die Linke) und Christina-Johanne Schröder (Bündnis 90/Die Grünen) – Direktkandidaten aus dem Bundestagswahlkreis Delmenhorst – Wesermarsch – Oldenburg-Land waren gestern in den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen zu Gast. Die AfD war bei der Podiumsdiskussion nicht vertreten.

Lehrer Matthias Schütte hatte diese Diskussion geleitet und auch gemeinsam mit seiner Klasse aus angehenden Verwaltungsfachangestellten organisiert. „Das ist eine lange Tradition, dass wir Podiumsdiskussionen vor Wahlen an der Schule durchführen“, sagte er. Damit solle den Schülern die Möglichkeit gegeben werden, die direkten Ansprechpartner anzuhören und daraus eventuell eine Wahlentscheidung ableiten zu können.

Zwei Minuten Zeit

Zu Themen wie E-Mobilität, Gewässerverschmutzung, Pflege- und Kita-Ausbau sowie Außen- und Innenpolitik hatten sich die Schüler im Vorfeld Fragen überlegt, die die Kandidaten jeweils nur zwei Minuten lang beantworten durften. 190 Schüler aus den verschiedensten Bereichen – von Agrar, über Pflege und Wirtschaft, bis hin zu Technik – waren eingeladen. Doch nicht nur Erstwähler saßen in der Aula der Schule, auch „Wiederholungstäter“ waren an der Diskussion interessiert.

Eine Wiederholungstäterin war auch Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen, die an dieser Veranstaltung nun bereits zum dritten Mal teilnahm. „Es war interessant, welche Themen die Schüler ausgewählt haben, sie waren ziemlich breit aufgestellt. Meist sei sie bei allgemeinbildenden Schulen zu Gast gewesen, „deshalb wäre es schön, wenn die Möglichkeit, Politiker vor Ort heranzuholen, auch von den Berufsbildenden Schulen genutzt werden würde“, so Grotelüschen.

„Feedback war schon ganz gut“

Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag sah in der Podiumsdiskussion eine Möglichkeit für die Schüler, einmal alle Kandidaten und deren Positionen anhören zu können. „Jeder konnte sich ja bei den unterschiedlichen Argumenten das für sich passende heraussuchen“, sagte Mittag. „Man muss dann natürlich versuchen, in zwei Minuten das rein zu packen, was den ein oder anderen im täglichen Leben betreffen könnte.“

Wie interessiert die Schüler waren, ist vor allem Christian Dürr aufgefallen. „Dass behauptet wird, die Jugendlichen interessieren sich nicht für Politik, halte ich für falsch. Es ist unsere Aufgabe, sie dafür zu begeistern“, fand Dürr. „Das Feedback war schon ganz gut, am Ende entscheidet sich das aber in der Wahlkabine.“

„Besondere Verantwortung“

Für Christina-Johanne Schröder sei die Veranstaltung sehr aufregend gewesen: „Das ist eine besondere Verantwortung, die man bei den Erstwählern hat, da muss man sich extra bemühen. Es ist wichtig, dass man die Menschen abholt und bei einer heterogenen Gruppe wie dieser ist das schon sehr schwierig.“

Vor Schülern reden, das mache Manuel Paschke als angehender Lehrer jeden Tag, deshalb sei er auch nicht mehr aufgeregt gewesen. „So sehr man sich mit den Kontrahenten in die Haare kriegt, so viel Spaß macht das aber auch“, betonte er. „Das ist auf jeden Fall eine super Veranstaltung, um alle Positionen zu erfahren, ohne große Parteiprogramme zu lesen.“

FDP und Linke überzeugen, CDU und SPD eher nicht

Doch nicht nur die Kandidaten waren von dem Format begeistert, auch die Schüler schienen sehr interessiert: „Es ist erfrischend, live die Reaktionen der Kandidaten aufeinander zu sehen, sonst sieht man das ja nur im Fernsehen“, fand Du Hieu Ho Phan, der an der Organisation beteiligt war. Auch seine Mitschülerinnen Julia Knoblauch und Celine Unglaube, ebenfalls im Organisationsteam, fanden es interessant, wie die Diskussion unter den Kandidaten ausbrach. Unglaube: „Ich fand es auch spannend, mit den Kandidaten im Anschluss noch einmal persönlich sprechen zu können. Überraschend war auch, dass die großen Parteien wie CDU und SPD nicht so überzeugt haben, wie FDP und Linke.“

Diese Einschätzung spiegelte eine anschließende anonyme Punktevergabe für die Kandidaten ebenfalls wider: Besonders gut kam Paschke bei den Schülern an, etwas weiter dahinter platziert war Dürr. Auf dem letzten Platz der Beliebtheitsskala musste sich Mittag geschlagen geben.


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