Flüchtlinge in Ganderkesee Volkshochschule macht Flüchtlinge fit für Arbeit

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Geduldsprobe für viele Flüchtlinge: Vor dem Einstieg in Ausbildung und Arbeit stehen Integrationskurse. Symbolfoto: dpaGeduldsprobe für viele Flüchtlinge: Vor dem Einstieg in Ausbildung und Arbeit stehen Integrationskurse. Symbolfoto: dpa

Ganderkesee. Kurse mit dem Ziel Integration in Ausbildung und Arbeit bestimmen mehr und mehr den Alltag der regioVHS. Mit Hochdruck läuft die Suche nach Lehrkräften.

Der Weg für Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt ist lang; für sie ist eine gründliche Vorbereitung in Deutsch- und Integrationskursen verpflichtend. Für die Zugezogenen, die unbedingt und möglichst schnell eine Ausbildung beginnen oder einen Job finden wollen, wächst sich das häufig zur harten Geduldsprobe aus: „Wir reden nicht von einem Jahr, sondern von zwei bis drei Jahren“, berichtet Andreas Lembeck, Programmbereichsleiter der regioVHS Ganderkesee-Hude.

Dominantes Thema

Die regioVHS ist der große Anbieter in Ganderkesee und Hude mit Einzugsbereich von der Wesermarsch bis in den Süden des Landkreises Oldenburg. Lembeck zufolge ist die Organisation und Durchführung der Kurse im Alltag der Volkshochschule zum dominanten Thema geworden.

Sprachförderung Hauptaufgabe

Es gibt aktuell vier Alphabetisierungskurse und vier weitere Integrationskurse mit Teilnehmern, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zugelassen worden sind. Sechs vom Land Niedersachsen geförderte Kurse sind für Teilnehmer eingerichtet, die keine BAMF-Zulassung haben. Es gibt Angebote im Sonderprogramm „Berufsbezogene Deutsch-Förderung“, die gezielt auf Integration in Arbeit ausgerichtet sind.

Projekt für Ausbildung

Dazu besuchen seit der letzten Woche 17 junge Leute bis zum Alter von 23 Jahren den Kurs „Fit in die Ausbildung“. Er zielt in drei Etappen darauf ab, dass die jungen Leute im Sommer 2018 eine Ausbildung beginnen. Die Teilnehmer haben vor dem Start bewiesen, dass sie über Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Bis Ende November pauken sie Deutsch, Mathe und Arbeit/Wirtschaft/ Technik. In Phase zwei geht es weiter mit Deutsch, Mathe und berufliche Orientierung/Bewerbung.

Ausbildungsbetriebe gesucht

Parallel zum Projektunterricht sucht die regioVHS Betriebe, die bereit sind, einem jungen Flüchtling einen Ausbildungsplatz anzubieten. Denn in Phase drei ab Februar 2018 wird der Kurs zur dualen Ausbildung mit drei Tagen Unterricht und zwei Tagen Praktikum im Betrieb. Lembeck rechnet mit einem erfolgreichen Projekt: „Alle Teilnehmer wollen ins Handwerk. Da wird besonders laut über den Mangel an Auszubildenden und Fachkräften geklagt.“

Lehrkräfte fehlen noch

Lembeck stellt klar, dass dieser Bereich mit Zuschüssen des Bundes, des Landes und der Europäischen Union finanziell abgesichert ist. Schwierig sei es, Lehrkräfte mit der erforderlichen BAMF-Zulassung zu finden. Stellen sind ausgeschrieben. „Unsere Warteliste ist bis Oktober abgearbeitet, wenn wir geeignete Bewerber finden“, sagt Lembeck. Sonst bleibt die Hoffnung, dass von den 18 Teilnehmern einer eigenen Lehrkräfte-Qualifizierung, die schon zu zwei Dritteln abgeschlossen ist, der eine oder die andere in Ganderkesee hängenbleibt.


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