Änderung für Ende 2022 geplant 30-Minuten-Takt für Bookholzberg, Schierbrok und Hoykenkamp

Von Thomas Deeken

Ab Dezember 2022 sollen die Nahverkehrszüge in Bookholzberg (Foto), Schierbrok und Hoykenkamp in Richtung Bremen im 30-Minutentakt halten. Archivfoto: Thomas DeekenAb Dezember 2022 sollen die Nahverkehrszüge in Bookholzberg (Foto), Schierbrok und Hoykenkamp in Richtung Bremen im 30-Minutentakt halten. Archivfoto: Thomas Deeken

Bookholzberg/Schierbrok/Hoykenkamp. Die Weichen sind gestellt: Ab Dezember 2022 sollen die Züge in Richtung Bremen auf den Bahnhöfen in Bookholzberg, Schierbrok und Hoykenkamp alle 30 Minuten halten.

Gute Nachrichten für alle Pendler, die lieber mit dem Zug als mit dem Auto nach Bremen fahren wollen: Ab Dezember 2022 ist für Nahverkehrszüge an den Bahnhöfen in Bookholzberg, Schierbrok, Hoykenkamp und darüber hinaus in Heidkrug und Neustadt ein 30-Minuten-Takt geplant. Das hat Stephan Baute, Verkehrsplaner beim Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), auf dk-Nachfrage mitgeteilt.

Takt der RS4 wird gedreht

Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Takt der Regio-S-Bahn 4 (RS4) von Nordenham nach Bremen gedreht werden, erläutert der Verkehrsplaner. Dann sollen die Züge der Linien RS4 und RS3 (Zwischenahn-Oldenburg-Bremen) alle 30 Minuten in den Bahnhöfen halten, um Pendler von frühmorgens bis spätabends nach Bremen und wieder zurück zu bringen. Im Gegenzug werden die Pendler in die Wesermarsch bis zu acht Minuten länger brauchen.

Große Freude in Bookholzberg

„Das ist ein Silberstreif am Horizont“, sagte Dietmar Mietrach, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Wir in Bookholzberg“, der gemeinsam mit anderen Bookholzbergern jahrelang um den 30-Minuten-Takt gekämpft und dafür auch mehr als 1000 Unterschriften gesammelt hatte. „Wir hatten eigentlich schon früher damit gerechnet. Aber auch dieser Plan ist schon eine tolle Sache“, so Mietrach. Pendler könnten auf ihr Auto verzichten, müssten nicht mehr im Stau stehen und lange nach einem Parkplatz in Bremen suchen. Und sie würden Gutes für die Umwelt tun.

Hespe: Ist früherer Termin nicht möglich?

Gefreut hat sich auch Hans-Jürgen Hespe, Vorsitzender des Orts- und Heimatvereins Schierbrok-Stenum: „2022 – das ist schon was. Aber vielleicht kann man noch daran arbeiten, den Termin früher hinzubekommen?“ Hartmut Fastenau, Vorsitzender des Ortsvereins Hoykenkamp, war nicht erreichbar, um die gute Nachricht zu kommentieren.

Längerer zeitlicher Vorlauf benötigt

Nach Angaben von Verkehrsplaner Baute sollen die Ausschreibungen im Sommer nächsten Jahres rausgehen. Für die weitere Planung brauche man allerdings einen längeren Vorlauf, weil unter anderem der Personenverkehr mit dem Güterverkehr abgestimmt und auch Trassen beim Unternehmen DB-Netze angemeldet werden müssten.

Hartnäckigkeit der Kommunen

Als einen Grund, die Züge öfter halten zu lassen, nannte Baute die Hartnäckigkeit der Kommen wie die Gemeinde Ganderkesee, den Landkreis Oldenburg und die Stadt Delmenhorst, den 30-Minuten-Takt „gebetsmühlenartig“ zu fordern. Außerdem habe es in den vergangenen Jahren ein erhöhtes Interesse gegeben, den Zug zu nutzen. ZVBN-Verkehrsplaner Stefan Bendrien hatte am Mittwochabend im Ausschuss für Straßen und Wege darauf hingewiesen, dass es zwischen 2007 und 2010 im Landkreis Oldenburg einen Pendler-Zuwachs in Höhe von 15 Prozent gegeben habe.