Kartoffelernte für jedermann Dreschfest in Hude-Vielstedt zieht Tausende an

Von Ole Rosenbohm

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Hude-Vielstedt. Beim Vielstedter Dreschfest wurde nach alter bäuerlicher Arbeitsweise gepflügt, gewaschen und geerntet.

„Oh ja, früher war das mühsamer“, sagte Anneliese Kehler aus Hude und rührte im Waschkessel mit dem kleinen Ofen darunter. „Auf unserem Hof haben wir drei Tage lang Wäsche gemacht, einmal im Monat.“ In den 1950er Jahren war das. Am Sonntag betreute die 77-Jährige den „Waschplatz“ auf dem 13. Vielstedter Dreschfest, auf dem frühere bäuerliche Arbeitsweisen bewundert werden konnten.

Schaulustige aus der gesamten Region

Kochen, spülen, wringen, dazwischen zum Waschbrett: anstrengend, aber auch so schön, dass die Waschzuber und die noch nicht so schweren Maschinen am Sonntag Tausende Besucher aus der gesamten Region anzogen.

„Wir sind sehr zufrieden“, kommentierte Karl-Heinz Alzog vom organisierenden Verein „Frünn van de ole Landmaschin Vielstedt“ die Resonanz.

Hundert Schlepper und „Werner“ dabei

Am Freitagabend schon war mächtig was los auf dem Gelände der beiden Landwirte Erhard Meyer und Wolfgang Molle. Zum „Treckerkino“ fanden sich hundert Schlepper und etwa fünfmal so viele Besucher ein. Auch wenn den gezeigten Film „Werner – Beinhart“ fast alle kannten – ein großer Spaß:

„Vor mir saßen welche, die haben jedes Wort mitgesprochen“, lachte Thorsten Witte, zweiter Vorsitzender der Landmaschinen-Freunde. Gut besucht, sagte er, war auch die 70er-Jahre-Fete am Samstagabend.

Kartoffeln zum Ausbuddeln für jedermann

Sonntag reichte manchen das Feld mit Kartoffeln zum Ausbuddeln, um zufrieden zu sein. Vor allem die Jüngsten hatten Spaß: „Wir können ihn gar nicht bremsen“, zeigte John Allister Kühne auf seinen Sohn Jonte, der immer wieder neue Knollen präsentierte: „Zu Hause haben wir auch angepflanzt, aber das Feld hier ist erfolgreicher.“

Und sonst? „Toll“, lobte der Vater das Dreschfest, „ein Rundum-Paket“.

Die Familie fuhr auf Treckern, „flog“ mit dem „fliegenden Teppich“ auf einer Traktor-Schaufel, schaute sich zwischendurch beim Schmied, beim Holzstämme-Schälen oder beim Pflügen um und bewunderte alte Maschinen. Die größte auf dem Fest, ein „Christoph Dieselmotor“, wiegt knapp 20 Tonnen und betrieb einst eine Mühle. Direkt daneben eine Dampfwalze, 13 Tonnen schwer, Baujahr 1951, ihr Besitzer Christian Ahlers aus Kirchkimmen hat sie vier Jahre restauriert.

Erbsensuppe findet großen Anklang

Zwischendurch zur Stärkung eine Erbsensuppe mit Wurst im „Vielstedter Bauernhaus“ – „sowas von lecker“, hörte Erika Haase immer wieder beim Servieren.

Und dann wieder raus, alte Werkzeuge angucken, liebevoll gepflegte Autos, und gefühlt Hunderte alte Trecker. „Manche Bekloppte wie ich“, sagte Witte über sich selbst lächelnd, „besitzen zehn, zwölf Stück“.

Hätte das Wetter nicht mitgespielt und das zum Parkplatz umfunktionierte Stoppelfeld in eine Schlammwüste verwandelt, hätten die vielen Autos der Besucher jede Menge Hilfe beim Abschleppen bekommen. Vielleicht ist dies übernächstes Jahr beim nächsten „Dreschfest“ nötig. Diesmal blieb es sonnig.


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